Der Münchner Technologiekonzern liefert zum Auftakt des Geschäftsjahres 2026 operative Bestmarken ab und hebt sogar die Prognose an. Dennoch reagiert der Markt auffällig unterkühlt auf die jüngsten Entwicklungen. Weder ein milliardenschwerer Auftragsschub aus dem Rechenzentrums-Geschäft noch die geplante Abspaltung von Siemens Healthineers können die Anleger derzeit überzeugen.

Fundamental läuft es rund: Im ersten Quartal kletterten die Aufträge um zehn Prozent auf 21,4 Milliarden Euro, während der Gewinn im Industriegeschäft auf 2,9 Milliarden Euro anstieg. Besonders die Nachfrage nach Cloud- und KI-Infrastruktur treibt das Wachstum, was das Management dazu veranlasste, die EPS-Prognose für das Gesamtjahr auf bis zu 11,10 Euro anzuheben. Die Börse honoriert diese operative Stärke aktuell jedoch nicht. Mit einem Schlusskurs von 218,80 Euro am Freitag notiert das Papier mittlerweile über 16 Prozent unter seinem Mitte Januar erreichten 52-Wochen-Hoch.

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Historischer Konzernumbau

Ein Grund für die Zurückhaltung ist die Komplexität der anstehenden Transformation. Siemens plant den größten Portfolioschritt der vergangenen Jahre und will sich mittelfristig von der Mehrheitsbeteiligung an Siemens Healthineers trennen. Im ersten Schritt sollen 30 Prozent der Anteile per Spin-off direkt an die eigenen Aktionäre fließen. Solche tiefgreifenden Strukturmaßnahmen binden Ressourcen und schaffen kurzfristig Unsicherheit, auch wenn sie langfristig die Governance vereinfachen sollen. Flankierend zieht der Konzern im März 18 Millionen eigene Aktien ein, um den Gewinn je Aktie rechnerisch zu stützen.

KI-Fokus und neues Personal

Parallel zum organisatorischen Umbau treibt das Unternehmen die technologische Entwicklung voran. Eine erweiterte Partnerschaft mit Nvidia zielt darauf ab, vollständig KI-gesteuerte Fertigungsstandorte aufzubauen. Das erste Referenzprojekt startet noch dieses Jahr in der Elektronikfabrik in Erlangen. Begleitet wird diese strategische Neuausrichtung von einem Wechsel an der Finanzspitze: Veronika Bienert übernimmt zum 1. April die Rolle des Chief Financial Officer von Ralf P. Thomas.

Die nächsten konkreten Impulse für die Bewertung des Konzerns stehen bereits fest im Kalender. Anfang des zweiten Quartals wird das Management detaillierte Pläne und einen genauen Zeitplan für die Healthineers-Abspaltung vorlegen. Spätestens mit dem nächsten regulären Quartalsbericht am 13. Mai erhalten Anleger dann Klarheit darüber, wie sich die anstehenden Transformationskosten auf die aktuell starken Margen des Industriegeschäfts auswirken.

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