Siemens Aktie: Paradox im Konzernumbau
Rekordaufträge, angehobene Prognose, milliardenschwere KI-Investitionen — und trotzdem ein Aktienkurs, der seit Jahresbeginn rund neun Prozent im Minus liegt. Bei Siemens klafft derzeit eine ungewöhnliche Lücke zwischen operativer Stärke und Marktbewertung.
Der Münchner Konzern meldete für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 einen Auftragseingang von 21,4 Milliarden Euro — ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz legte um acht Prozent auf 19,1 Milliarden Euro zu, der bereinigte Gewinn je Aktie stieg von 2,22 auf 2,80 Euro. Der Auftragsbestand erreichte mit 120 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Starke Zahlen, keine Frage. Und dennoch notiert die Aktie mit rund 219 Euro deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 235 Euro.
Healthineers-Abspaltung belastet die Stimmung
Der Hauptgrund für die Zurückhaltung der Anleger liegt im laufenden Konzernumbau. Siemens plant, seine Kontrollmehrheit an Siemens Healthineers aufzugeben und rund 30 Prozent der Aktien direkt an bestehende Aktionäre zu verteilen. Die entscheidenden Details zu Zeitplan und steuerlicher Behandlung sollen erst im zweiten Kalenderquartal 2026 folgen — bis dahin lassen sich die Auswirkungen auf Gewinn je Aktie und Dividenden kaum verlässlich einschätzen.
Zusätzlich wechselt zum 1. April 2026 die Finanzvorständin: Veronika Bienert übernimmt das CFO-Amt mitten in der heißen Phase des Umbaus. Ein Führungswechsel in dieser Konstellation verstärkt die Unsicherheit unter Marktteilnehmern spürbar.
Offensive auf mehreren Fronten
Während der Markt abwartet, agiert Siemens strategisch offensiv. Das laufende Aktienrückkaufprogramm schreitet voran: Von einer Gesamtermächtigung von über sechs Milliarden Euro wurden bereits rund 4,4 Milliarden Euro eingesetzt. Im März werden 18 Millionen eigene Aktien eingezogen, was den Gewinn je Aktie rechnerisch stützt.
Auf der Technologieseite treibt Siemens gemeinsam mit NVIDIA den Aufbau KI-gesteuerter Fertigungsstandorte voran — mit der Elektronikfabrik in Erlangen als erstem Referenzprojekt ab 2026. Der Standort Amberg soll bis 2030 mit einer Investition von rund 200 Millionen Euro zur adaptiven KI-Fabrik werden. Abgerundet wird die Strategie durch den abgeschlossenen Kauf von Altair Engineering für rund zehn Milliarden US-Dollar, der das margenstärkere Segment Digital Industries langfristig ausbauen soll. Am 11. März unterzeichnete Siemens zudem ein Memorandum of Understanding mit dem US-Energieministerium zur Modernisierung amerikanischer wissenschaftlicher Infrastruktur.
Der nächste konkrete Gradmesser ist der Quartalsbericht am 13. Mai 2026. Dann wird sich zeigen, ob das Kerngeschäft die Transformationskosten weiter kompensiert — und ob die Offenlegung der Healthineers-Konditionen die Planungsunsicherheit auflöst, die den Kurs bislang bremst.
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