Siemens liefert operative Bestmarken und hebt die Jahresprognose an. Dennoch reagieren Anleger zurückhaltend und lassen den Kurs abrutschen. Verantwortlich für die Skepsis ist nicht das florierende Tagesgeschäft, sondern die Unsicherheit über die geplante Abspaltung der Medizintechnik-Tochter Healthineers.

Operativ läuft es rund für die Münchner. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 kletterte der Umsatz auf 19,1 Milliarden Euro. Gleichzeitig wuchs der Auftragsbestand auf einen neuen Rekordwert von 120 Milliarden Euro. Angetrieben wird dieses Wachstum besonders durch die hohe Nachfrage nach Cloud-Infrastruktur und Rechenzentren in den USA. Folgerichtig hob das Management die Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. An der Börse spiegelt sich dieser Optimismus jedoch nicht wider. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 229,85 Euro notiert der Titel rund zehn Prozent tiefer als noch vor einem Monat. Damit rutschte der Kurs auch unter die viel beachtete 200-Tage-Linie bei 235,53 Euro.

Healthineers-Abspaltung sorgt für Zurückhaltung

Warum honorieren Investoren die starken Zahlen nicht? Der Grund liegt in den Plänen von Vorstand und Aufsichtsrat, die Mehrheitsbeteiligung an Siemens Healthineers aufzugeben. Vorgesehen ist eine direkte Abspaltung von rund 30 Prozent der Anteile an die Siemens-Aktionäre. Dadurch würde der Konzern die Kontrollmehrheit verlieren und die verbleibende Position mittelfristig nur noch als Finanzanlage halten. Da detaillierte Pläne zu Struktur und Zeitplan erst für Anfang des zweiten Quartals erwartet werden, meiden viele Marktteilnehmer vorerst das Risiko und sichern Gewinne ab.

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KI-Fokus und Aktienrückkäufe als Gegengewicht

Um den digitalen Wandel voranzutreiben, baut Siemens parallel seine Software- und KI-Strategie aus. Die Integration des im vergangenen Jahr übernommenen Softwareanbieters Altair bildet dafür das technologische Fundament. Zudem vertieft der Konzern die Partnerschaft mit NVIDIA, um ein gemeinsames KI-Betriebssystem für die Industrie zu entwickeln. Flankiert werden diese operativen Schritte von einem laufenden Aktienrückkaufprogramm. Von den genehmigten sechs Milliarden Euro wurden bereits 4,4 Milliarden Euro genutzt. Allein im März zieht das Unternehmen 18 Millionen eigene Aktien ein, was den Gewinn je ausstehender Aktie künftig stützt.

Die operative Stärke im Infrastruktur- und Rechenzentrumsgeschäft steht aktuell im Schatten der strukturellen Konzernumbauten. Neue Impulse für die Aktie dürften die detaillierten Pläne zur Healthineers-Transaktion zu Beginn des zweiten Quartals liefern. Spätestens mit der Vorlage des nächsten Quartalsberichts am 13. Mai 2026 wird sich zeigen, ob die starken Fundamentaldaten ausreichen, um den Kurs nachhaltig über den 200-Tage-Durchschnitt zurückzuführen.

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