Während die Energiewende den Ölmultis traditionelle Geschäftsmodelle abverlangt, setzt Shell auf ungewöhnliche Kooperationen. Gemeinsam mit dem Rivalen TotalEnergies teilt man sich nun ein Spezialschiff vor der Küste Brasiliens. Die Botschaft: Effizienz steigern, Emissionen senken – und das sogar mit dem Wettbewerb. Doch reicht das, um Analysten nach durchwachsenen Quartalszahlen dauerhaft zu überzeugen?

Operativer Schulterschluss mit dem Konkurrenten

Der Deal klingt technisch, hat aber strategisches Gewicht: Shell und TotalEnergies mieten gemeinsam den Spezialfrachter "SeaLoader 1" des japanischen Betreibers MOL. Das Besondere: Das Schiff kann Öl direkt von Förderplattformen (FPSOs) auf Tanker umschlagen und macht so teure Zwischentransporte überflüssig. Das spart nicht nur Kosten in der produktiven Santos-Bassin-Region, sondern reduziert auch den CO2-Ausstoß erheblich. In einer Branche unter Kostendruck und zunehmendem Klimascrutiny ein cleverer Move, der direkt zur Shell-Strategie "mehr Wert mit weniger Emissionen" passt.

Analysten bleiben vorsichtig optimistisch

Die Nachricht aus Brasilien trifft auf einen Markt, der Shell derzeit verhalten positiv sieht. Sechs große Research-Häuser bewerten den Titel aktuell im Schnitt mit "Moderate Buy" – fünfmal "Kaufen", einmal "Halten". So bestätigte etwa JP Morgan erst am Donnerstag sein "Buy"-Rating. Dieser vorsichtige Optimismus speist sich auch aus dem anhaltenden Aktienrückkaufprogramm. Die Führung setzt weiterhin 3,5 Milliarden Dollar ein, um eigene Anteile vom Markt zu nehmen – ein klassisches Signal des Managements, den Titel als unterbewertet zu betrachten.

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Dennoch: Die letzte Quartalsbilanz Ende Juli war durchzogen. Zwar übertraf Shell die Gewinnerwartungen (1,42 $ vs. 1,13 $ pro Aktie), verfehlte aber die Umsatzprognose klar (66,44 vs. 69,31 Mrd. $). Die Aktie notiert aktuell bei 31,64 Euro und damit knapp unter dem Vortagesschluss. Seit dem 52-Wochen-Hoch vom März fehlen noch etwa 7 Prozent.

Alles steht und fällt mit den nächsten Zahlen

Die eigentliche Bewährungsprobe kommt Ende Oktober. Dann legt Shell die Zahlen für das dritte Quartal vor und gibt Neuigkeiten zur Dividende bekannt. Bis dahin soll auch das aktuelle Rückkaufprogramm abgeschlossen sein. Ob die Effizienzgewinne aus Brasilien und das Analystenvertrauen dann in bessere Ergebnisse übersetzt wurden, wird den Kurs nachhaltig prägen – in einer Branche, die weiterhin zwischen Energiesicherheit und Klimawandel balancieren muss.

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