ServiceNow Aktie: Erholungshoffnung
Nach einem schwachen Jahresstart zeigt die ServiceNow-Aktie erstmals wieder Stärke. Ein neuer KI-Deal mit OpenAI sorgt für Auftrieb, während Analysten gleichzeitig die Kursziele teils deutlich nach unten anpassen. Wie stabil ist diese Gegenbewegung?
- Kursanstieg um 3,54 % auf 133,11 USD
- Erholung nach 52‑Wochen-Tief bei 123,78 USD
- Deutliche Lücke zum Hoch von über 234 USD
- Neuer KI-Partner OpenAI mit Fokus auf „agentic AI“
- Mehrere Kurszielsenkungen großer Häuser
- Quartalszahlen am 28. Januar als nächster Prüfstein
Deutliche Verluste, erste Gegenbewegung
Die Aktie beendete den Handel gestern mit einem Plus von 3,54 % bei 133,11 USD. Damit unterbricht das Papier eine wochenlange Abwärtsbewegung, die seit Jahresbeginn rund 16 % Kursverlust gebracht hat.
Am 21. Januar markierte die Aktie ein neues 52‑Wochen-Tief bei 123,78 USD. Vom Hoch der vergangenen zwölf Monate von über 234 USD ist der Titel damit noch immer mehr als 43 % entfernt.
Strategische KI-Partnerschaft mit OpenAI
Haupttreiber der aktuellen Kurserholung ist die Ankündigung einer mehrjährigen Partnerschaft mit OpenAI. ServiceNow will fortgeschrittene KI-Modelle, darunter GPT‑5.2, direkt in seine Plattform integrieren.
Im Fokus stehen dabei:
- „Agentic AI“ – KI-Agenten, die Aufgaben eigenständig ausführen
- native Sprachfunktionen mit direkter Sprachsteuerung und Sprachausgabe
Anleger hoffen, dass diese Funktionen die Nutzungstiefe und Bindung an die Plattform erhöhen. Zusätzlich kündigte das Unternehmen an, sein globales Partnerprogramm auf über 1.000 Partner auszuweiten, um die Einführung der neuen KI-Funktionen zu beschleunigen.
Analysten senken Kursziele
Trotz der positiven Marktreaktion auf die KI-News bleibt die Einschätzung der Analysten verhalten. Mehrere große Institute haben ihre Kursziele gestern und heute spürbar reduziert.
Cantor Fitzgerald senkte das Ziel von 240 auf 200 USD. Begründet wird dies vor allem mit einer „Multiple-Kompression“ im Softwaresektor. Zwar bleibt die Einstufung „Overweight“ bestehen, doch die neue Bewertung basiert auf einem erwarteten Umsatz-Multiple (EV/Revenue) von 11x für das Kalenderjahr 2027.
Weitere Häuser wurden noch vorsichtiger:
- BMO Capital: Kursziel auf 175 USD reduziert
- Oppenheimer: Kursziel auf 175 USD reduziert
Im Mittelpunkt der Kritik stehen Risiken rund um Übernahmen und der anhaltende Druck auf Softwarebewertungen. Besonders die geplante Übernahme von Armis Inc. für rund 7,75 Mrd. USD, deren Abschluss 2026 erwartet wird, wird mit Blick auf Umsetzungs- und Integrationsrisiken skeptisch gesehen.
Wichtiger Termin: Quartalszahlen am 28. Januar
Der nächste zentrale Impuls steht bereits fest: Am 28. Januar legt ServiceNow die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Der aktuelle Konsens an der Wall Street erwartet:
- Gewinn je Aktie (EPS): 0,87 USD (+19,2 % gegenüber dem Vorjahr)
- Umsatz: 3,52 Mrd. USD (+19,2 % gegenüber dem Vorjahr)
- Abo-Umsatz: 3,42 Mrd. USD
Besonderes Augenmerk liegt auf den Current Remaining Performance Obligations (cRPO). Hier rechnet der Markt mit 12,56 Mrd. USD. Verfehlt ServiceNow diese Marke, könnte die jüngste Kurserholung schnell wieder verpuffen.
Anspruchsvolle Bewertung trotz Kursrückgang
Trotz des deutlichen Rückgangs bleibt die Aktie hoch bewertet. Auf Basis der aktuellen Schätzungen wird sie mit einem vorausschauenden Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 37 gehandelt, das Verhältnis von Enterprise Value zu Free Cashflow (EV/FCF) liegt bei etwa 33.
Damit ist der Spielraum für Enttäuschungen gering. Die Kombination aus:
- starkem grundlegenden Wachstum (Umsatzplus von über 20 % im dritten Quartal 2025),
- schwacher Kursentwicklung und
- hohem Bewertungsniveau
verdeutlicht die aktuelle Skepsis des Marktes gegenüber wachstumsstarken Softwarewerten im derzeitigen Zinsumfeld. Am 28. Januar entscheidet sich, ob ServiceNow diese Skepsis mit robusten Zahlen und einem überzeugenden Ausblick zumindest teilweise abbauen kann.
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