Die Zahlen sollten eigentlich überzeugen - doch SAPs Quartalsbericht entpuppt sich als Musterbeispiel für Licht und Schatten. Während das Cloud-Geschäft mit 27 Prozent Wachstum glänzt, verfehlt der Software-Riese die Umsatzerwartungen um satte 1,5 Milliarden Euro. Steckt hinter der Enttäuschung nur eine temporäre Delle - oder droht dem DAX-Schwergewicht eine tiefere Krise?

Die gute Nachricht zuerst: Cloud-Boom ungebrochen

Das Herzstück der SAP-Transformation schlägt weiterhin kräftig. Der Cloud-Umsatz sprang um 22 Prozent auf 5,29 Milliarden Euro, die Cloud ERP Suite legte sogar 26 Prozent zu. Noch wichtiger: Der Cloud-Backlog, der die vertraglich gesicherten Einnahmen der nächsten zwölf Monate abbildet, kletterte um 23 Prozent auf 18,8 Milliarden Euro.

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CEO Christian Klein betonte: "SAP hat ein großartiges Q3 mit einem starken Cloud-Umsatzwachstum geliefert." Die strategischen Weichenstellungen scheinen aufzugehen:

  • Milliarden-Deal mit US-Militär: 1-Milliarden-Dollar-Vertrag bis 2035 für Cloud-Migration
  • KI-Partnerschaften: Erweiterte Kooperationen mit OpenAI, AWS und Google Cloud
  • SmartRecruiters-Übernahme: Abschluss der Akquisition stärkt HR-Portfolio

Doch dann der Dämpfer: Umsatz enttäuscht massiv

Während die Cloud-Bilanz beeindruckt, offenbart der Gesamtumsatz eine schmerzhafte Lücke. Statt der erwarteten 10,61 Milliarden Euro erzielte SAP nur 9,08 Milliarden - ein Minus von 14 Prozent gegenüber den Analystenschätzungen. Besonders auffällig: Die traditionellen Software-Lizenzumsätze brachen um 43 Prozent ein.

Dabei zeigen die Profitabilitätskennzahlen durchaus Stärke:
- IFRS-Betriebsgewinn: +12% auf 2,49 Milliarden Euro
- Non-IFRS-Betriebsgewinn: +14% auf 2,57 Milliarden Euro

CFO Dominik Asam verwies auf "die Stärke und Agilität unseres Modells" trotz unsicherer makroökonomischer Rahmenbedingungen.

Die große Frage: Wohin steuert SAP jetzt?

Die aktualisierte Prognose für 2025 verrät viel über die aktuelle Gemengelage. SAP erwartet nun:

  • Cloud-Umsatz am unteren Ende der Spanne (21,6-21,9 Mrd. Euro)
  • Non-IFRS-Betriebsgewinn am oberen Ende der Spanne (10,3-10,6 Mrd. Euro)
  • Free Cashflow leicht angehoben auf 8,0-8,2 Milliarden Euro

CEO Klein bleibt dennoch optimistisch: "Für Q4 arbeiten wir mit einer starken Pipeline - was uns Vertrauen in unser beschleunigtes Gesamtumsatzwachstum für 2026 gibt."

Die Aktie notiert aktuell bei 225,40 Euro - ganze 19,6 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 280,40 Euro. Die Kursentwicklung der letzten Monate zeigt die anhaltende Skepsis der Anleger:

  • Seit Jahresanfang: -4,81%
  • Letzte 7 Tage: -2,76%
  • 30-Tage-Performance: -1,94%

Die entscheidende Frage bleibt: Handelt es sich bei der Umsatz-Schwäche nur um temporäre Verzögerungen bei Großkunden - oder muss SAP sein Wachstumsmodell grundlegend überdenken? Mit einem Cloud-Backlog von 18,8 Milliarden Euro und strategischen KI-Partnerschaften spricht vieles für Ersteres. Doch die nächsten Quartale werden zeigen, ob der Software-Gigant seine Wachstumsstory zurückerobern kann.

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