SAP kämpft derzeit auf zwei Fronten gleichzeitig: Gestern veröffentlichte der Softwarekonzern seinen März-Patch-Day mit 15 neuen Sicherheitshinweisen, darunter zwei kritische Schwachstellen. Gleichzeitig setzt sich der Kursrückgang fort – die Aktie notiert auf einem 52-Wochen-Tief von knapp 165 Euro.

Kritische Sicherheitslücken in Kernsystemen

Im Mittelpunkt des März-Patch-Days stehen zwei Schwachstellen mit erheblichem Schadenspotenzial. Die gravierendste betrifft eine veraltete Apache-Log4j-Komponente in der SAP-Versicherungslösung FS-QUO – mit einem CVSS-Score von 9,8 ermöglicht sie ohne jede Authentifizierung die Ausführung beliebigen Codes auf dem Zielsystem. Die zweite kritische Lücke, mit einem Score von 9,1, betrifft das SAP NetWeaver Enterprise Portal: Über eine unsichere Deserialisierung können Angreifer mit Nutzerrechten schadhaften Code einschleusen und vollständige Systemkontrolle erlangen.

Hinzu kommt eine Denial-of-Service-Schwachstelle im SAP Supply Chain Management, die ein authentifizierter Angreifer über das Netzwerk ausnutzen kann, um betroffene Komponenten lahmzulegen.

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Da SAP-Umgebungen typischerweise tief in Finanz- und Lieferkettenprozesse eingebettet sind, ist rasches Handeln gefragt: Unternehmen müssen betroffene Systeme identifizieren, Patches priorisieren und bei eingeschränkten Wartungsfenstern kompensierende Maßnahmen einleiten.

Kursentwicklung und der Blick auf den April

Die Aktie steht seit Monaten unter erheblichem Druck. Mit einem Minus von rund 18 Prozent seit Jahresbeginn und einem Rückgang von über 32 Prozent im Zwölf-Monats-Vergleich notiert der Titel weit unterhalb seines 200-Tage-Durchschnitts von 218 Euro.

Treiber des Kursrückgangs sind weniger operative Schwächen als vielmehr die Frage, wie widerstandsfähig IT-Budgets großer Unternehmenskunden im aktuellen Konjunkturumfeld bleiben. SAP hatte für 2025 starke Zahlen geliefert – Cloud-Umsatz plus 23 Prozent, Free Cashflow nahezu verdoppelt. Dennoch mahnte BMO Capital Markets nach den Ergebnissen zur Vorsicht: Das währungsbereinigte Wachstum des Cloud-Auftragsbestands blieb im vierten Quartal mit 25 Prozent knapp unter dem Managementziel von 26 Prozent. BMO senkte daraufhin seine Wachstumsannahme für das Cloud-Geschäft 2026 auf 24 Prozent, hält die ERP-zu-Cloud-Migrationsstory aber weiterhin für intakt.

Ob SAPs KI-Ambitionen – eng verknüpft mit Finanz-, Einkaufs- und HR-Prozessen – bereits zu messbaren Umsatzbeiträgen führen, wird sich am 23. April zeigen. Dann präsentiert das Unternehmen die Q1-Zahlen. Analysten erwarten für das Gesamtjahr 2026 einen Umsatz von rund 40,6 Milliarden Euro, was einem Wachstum von gut zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Hält das Cloud-Wachstum dieses Tempo, dürfte der Druck auf die Aktie nachlassen – verfehlt SAP die Erwartungen erneut, bleibt das 52-Wochen-Tief wohl nicht der Boden.

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