RWE Aktie: Offshore-Schub
RWE setzt im Windgeschäft ein deutliches Ausrufezeichen. Nach einem großen Erfolg in einer britischen Offshore-Auktion rückt das Papier auf den höchsten Stand seit vielen Jahren vor. Wie stark verändert dieser Zuschlag die Perspektive des Konzerns?
Offshore-Auktion als Wendepunkt
Auslöser der aktuellen Neubewertung ist eine Auktion für Offshore-Windprojekte in Großbritannien. RWE erhielt dort Zuschläge für eine Gesamtkapazität von rund 6,9 Gigawatt. Entscheidend ist dabei weniger nur die Größe, sondern vor allem die Planbarkeit:
- langfristige, über 20 Jahre laufende Erlöse
- inflationsgeschützte Vergütung
- deutliche Stärkung des britischen Offshore-Portfolios
Damit sichert sich der Konzern über zwei Jahrzehnte stabil kalkulierbare Cashflows in einem Kernsegment der Energiewende. Aus Marktsicht erhöht das die Visibilität der künftigen Ertragslage und untermauert die Rolle von RWE als Schwergewicht im Offshore-Windgeschäft.
Charttechnisch spiegelt sich diese Neubewertung klar wider: Der Kurs notiert mit 50,76 Euro nahe am 52‑Wochen-Hoch von 53,42 Euro und liegt rund 30 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt. Das unterstreicht die Stärke des laufenden Aufwärtstrends.
Analysten ziehen Kursziele nach
Die Reaktion der Analysten auf den Auktionsgewinn fiel zügig und einheitlich positiv aus. Mehrere Häuser bestätigten ihre Kaufargumentation und passten ihre Modelle an.
Heraus sticht die Bank of America mit einem auf 59 Euro angehobenen Kursziel, einem der oberen Werte in der aktuellen Spanne. Auch andere Institute bleiben optimistisch:
- Bernstein Research: Kursziel 50 Euro
- Barclays: Kursziel 52 Euro
- Metzler: Kursziel 57 Euro
Gemeinsam ist diesen Einschätzungen die Sicht, dass der Offshore-Zuschlag die mittelfristigen Wachstumsperspektiven verbessert und der Bewertung zusätzlichen Spielraum nach oben geben kann.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 59,8 signalisiert dabei zwar eine kräftige, aber noch nicht überhitzte Bewegung. Nach 74,9 % Kursplus auf Sicht von zwölf Monaten und mehr als 16 % in den letzten 30 Tagen bleibt die Dynamik allerdings hoch.
Strategische Weichenstellungen bei Gas und Kraftwerken
Parallel zum Rückenwind aus dem Offshore-Geschäft setzt RWE weitere strategische Akzente, die das Profil des Unternehmens verbreitern und absichern sollen.
Zentral sind drei Entwicklungen:
- LNG-Liefervertrag: Ein neuer 20-jähriger Vertrag für Flüssiggas-Lieferungen (LNG) aus den USA erhöht die Flexibilität im globalen Handelsportfolio. Langfristige Beschaffungssicherheit stärkt hier die Position im internationalen Gasgeschäft.
- Politische Rahmenbedingungen: Die Bundesregierung und die EU-Kommission haben sich auf Eckpunkte einer neuen Kraftwerksstrategie verständigt, die den Bau neuer Gaskraftwerke vorsieht. Für Betreiber schafft das Klarheit über mögliche Förder- und Marktmechanismen.
- Geplanter Kapazitätsausbau: Auf dieser Basis plant RWE den Neubau von Gaskraftwerken mit bis zu drei Gigawatt Leistung. Das erweitert die steuerbare Erzeugungskapazität, die im Zusammenspiel mit volatiler Wind- und Solarproduktion an Bedeutung gewinnt.
Diese Bausteine ergänzen den Offshore-Auktionserfolg und zeichnen insgesamt ein Bild gezielten Ausbaus in Schlüsselbereichen des Energiesystems.
Ausblick: Fokus auf Geschäftsbericht 2025
Seit April 2025 bewegt sich die Aktie klar in einem übergeordneten Aufwärtstrend, unterstützt von starken fundamentalen Impulsen und einem Kurs, der aktuell mehr als 11 % über dem 50‑Tage-Durchschnitt liegt. Der Abstand von rund 5 % zum 52‑Wochen-Hoch zeigt, dass der jüngste Schub noch nicht vollständig ausgereizt ist, aber bereits ein anspruchsvolles Niveau erreicht wurde.
Der nächste größere Prüfstein folgt am 12. März 2026 mit der Vorlage des Geschäftsberichts für 2025. Dann wird sich zeigen, wie stark sich die jüngsten Auktionserfolge, die LNG-Verträge und die Kraftwerkspläne in Zahlen und Ausblick niederschlagen und ob der Markt den eingeschlagenen Neubewertungspfad fortsetzt.
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