RWE gelingt Historisches: Erstmals seit Februar 2011 notiert der Energieversorger wieder nachhaltig über der psychologisch wichtigen Marke von 50 Euro. Doch treibt hier nur kurzfristige Euphorie den Kurs, oder steckt fundamentale Substanz dahinter? Eine überraschende Erfolgsserie bei britischen Windkraft-Auktionen und lang ersehnte politische Klarheit aus Berlin liefern den Treibstoff für diese Rally.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:
* Kurs: 51,56 € (+0,16 % heute)
* Performance 12 Monate: +77,67 %
* Auslöser: 6,9 GW Zuschlag bei UK-Wind-Auktion & KKR-Partnerschaft
* Politisches Signal: Einigung zur Kraftwerksstrategie steht

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Britische Windkraft als Kurstreiber

Der primäre Impuls für den jüngsten Anstieg stammt aus Großbritannien. RWE sicherte sich bei der "Allocation Round 7" (AR7) Differenzverträge (CfD) für eine Kapazität von insgesamt 6,9 Gigawatt. Das Volumen überraschte selbst Optimisten, da der Markt lediglich mit der Hälfte dieser Kapazität gerechnet hatte.

Die Konditionen erscheinen attraktiv: Der garantierte Abnahmepreis (Strike Price) liegt bei 91,20 Pfund pro Megawattstunde für eine Laufzeit von 20 Jahren, inflationsindexiert auf Basis von 2024. Zu den Gewinnerprojekten zählen die riesigen Windparks "Norfolk Vanguard" und "Dogger Bank South".

Um die finanzielle Last dieses 15-Milliarden-Dollar-Pakets zu stemmen, holte RWE den US-Finanzinvestor KKR an Bord. KKR übernimmt jeweils 50 Prozent an den beiden Norfolk-Vanguard-Projekten. Dieser Schachzug spült rund 1,8 Milliarden US-Dollar in die Kassen der Essener und reduziert das Risiko signifikant. Analysten der Bank of America werten dies positiv und verweisen auf die Liquiditätswirkung: Im Sommer 2026 werden durch die Projektfinanzierung voraussichtlich 2,9 Milliarden Pfund für bereits aktivierte Entwicklungskosten frei.

Politische Blockade gelöst

Neben den operativen Erfolgen auf der Insel sorgt eine Entscheidung in Berlin für Erleichterung. Die Bundesregierung und die EU-Kommission erzielten am Donnerstagabend eine Grundsatzeinigung zur lange diskutierten Kraftwerksstrategie.

Damit ist der Weg frei für den Bau neuer, wasserstofffähiger Gaskraftwerke ab 2026. Für RWE ist das essenziell: Der Konzern plant bereits an drei Standorten in Nordrhein-Westfalen entsprechende Anlagen. Finanzvorstand Michael Müller hatte bereits im Herbst eine mögliche Kapazität von drei Gigawatt an neuer flexibler Leistung in Aussicht gestellt. Die regulatorische Unsicherheit, die lange auf dem Sektor lastete, weicht nun konkreten Planungsgrundlagen.

Analysten sehen weiteres Potenzial

Die Kombination aus operativem Wachstum und strategischen Partnerschaften hat zu einer Neubewertung durch Analysten geführt. Morningstar hob den fairen Wert der Aktie um 8 Euro auf 53 Euro an und begründete dies direkt mit der Wertschöpfung aus den britischen Zuschlägen. Auch Goldman Sachs und die UBS bestätigten ihre Kaufempfehlungen mit Kurszielen jenseits der 53 Euro.

Das Chartbild spiegelt diesen Optimismus wider. Mit einem Plus von über 77 Prozent in den letzten zwölf Monaten gehört das Papier zu den stärksten Titeln im Sektor. Allerdings mahnt der RSI von knapp 60 zur Vorsicht – die Luft wird dünner, auch wenn der langfristige Trend intakt scheint.

Fazit: Fokus auf US-Expansion

Trotz der Erfolge in Europa bleibt das Management diszipliniert. CFO Michael Müller signalisierte, dass die freiwerdenden Mittel nicht zwangsläufig das Investitionsbudget aufblähen, sondern strategisch umgeschichtet werden – mit einem stärkeren Fokus auf US-Onshore-Windkraft. Anleger blicken nun gespannt auf den 12. März 2026: Der anstehende Geschäftsbericht muss beweisen, dass die ambitionierten Projekte auch in der Bilanz für den erhofften Gewinnsprung sorgen.

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