Rocket Lab USA nähert sich neuen Höchstständen. Auslöser ist ein umfangreicher Verteidigungsauftrag der US-Regierung, der das Profil des Unternehmens deutlich in Richtung Rüstungs- und Raumfahrtzulieferer verschiebt. Parallel dazu konkretisiert das Management Zeitplan und Kosten für die Neutron-Rakete – mit überschaubaren finanziellen Anpassungen.

Rekordvertrag mit der US Space Development Agency

Kern der aktuellen Neubewertung ist ein Prime-Contract über 816 Millionen US-Dollar mit der U.S. Space Development Agency (SDA). Rocket Lab soll im Rahmen des Programms Tracking Layer Tranche 3 (TRKT3) insgesamt 18 Satelliten für Raketenfrühwarnung entwerfen, bauen und betreiben.

Der Auftrag verändert Struktur und Planungssicherheit des Geschäfts deutlich:

  • Rekordvolumen: Die 816 Millionen Dollar übertreffen den bisherigen Spitzenauftrag über 515 Millionen Dollar aus Ende 2023 klar.
  • Rolle als Hauptauftragnehmer: Rocket Lab agiert nicht nur als Zulieferer, sondern verantwortet als Prime-Contractor komplexe Gesamtsysteme zur Verfolgung hyperschaller Raketenbedrohungen.
  • Vertikale Integration: Der Vertrag untermauert das End-to-End-Modell mit hohen Eigenfertigungsanteilen, was Margen und Liefergeschwindigkeit stützen kann.

Markteinschätzungen zufolge verdoppelt dieser Auftrag nahezu den Auftragsbestand im Segment Space Systems. Unter Einbeziehung von Supportleistungen und Subsystem-Integration wird ein potenzielles Umsatzvolumen von über 1 Milliarde US-Dollar erwartet.

Neutron-Rakete: Klarerer Zeit- und Kostenrahmen

Während das Satellitengeschäft deutlich an Fahrt gewinnt, wird die Entwicklung der Neutron-Rakete zeitlich gestreckt. Der Erstflug der wiederverwendbaren Trägerrakete mittlerer Leistungsklasse ist nun für Mitte 2026 vorgesehen.

Mit der Terminverschiebung präzisiert das Management auch die Gesamtkosten des Programms. Die kumulierten Entwicklungskosten sollen bis Ende 2025 bei rund 360 Millionen US-Dollar liegen. Gegenüber der ursprünglichen Spanne von 250 bis 300 Millionen Dollar entspricht das einem kontrollierten Mehrbedarf von 60 bis 110 Millionen Dollar – nicht einer völlig neuen Kostendimension.

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Im Detail:

  • EBITDA-Effekt: Für das vierte Quartal 2025 rechnet das Unternehmen mit EBITDA-Verlusten zwischen 23 und 29 Millionen US-Dollar, bedingt durch die verlängerte Entwicklungsphase.
  • Schwerpunkt Tests: Der zusätzliche Zeitpuffer soll umfangreiche Tests des Archimedes-Triebwerks und der Stufenintegration ermöglichen, mit Priorität auf Zuverlässigkeit statt schneller Markteinführung.

Anleger scheinen diese Anpassungen überwiegend einzuordnen, da der überschaubare Kostenanstieg von der deutlich stärkeren Visibilität im Verteidigungsgeschäft überlagert wird.

Insiderverkauf des COO

Parallel zum Kursanstieg wurden Insidertransaktionen gemeldet. Chief Operating Officer Frank Klein veräußerte zuletzt Aktien im Wert von rund 1,9 Millionen US-Dollar.

Den Unterlagen zufolge handelt es sich um einen üblichen Verkauf nach einer starken Kursrally. Das Paket entspricht nur einem Teil seiner Gesamtposition und liegt im Rahmen typischer Portfolio-Umschichtungen bei hohen Bewertungen. Institutionelle Nachfrage absorbierte das Angebot, ohne den Aufwärtstrend nennenswert zu bremsen.

Aktuelle Lage im Überblick

Die Aktie befindet sich in einem etablierten Aufwärtstrend, getragen von einem Rekordauftrag, der über mehrere Jahre planbare Erlöse verspricht. Gleichzeitig erscheinen die Mehrkosten und die Verschiebung der Neutron-Einführung begrenzt und klar quantifiziert.

Wichtige Kennzahlen:

  • Aktueller Kurs: ca. 76,00 US-Dollar
  • Neuer SDA-Vertrag: 816 Mio. US-Dollar (Tracking Layer Tranche 3)
  • Neutron-Entwicklungskosten gesamt: rund 360 Mio. US-Dollar
  • Neutron-Ziel: Erstflug Mitte 2026
  • Insiderverkauf COO: ca. 1,9 Mio. US-Dollar

Der Markt bewertet Rocket Lab zunehmend als diversifizierten Prime-Contractor im Verteidigungs- und Raumfahrtbereich und nicht mehr nur als Startdienstleister. Mit nahezu 1 Milliarde US-Dollar an neuen Regierungsaufträgen zeigt das Geschäftsmodell, dass es auch bei laufenden Entwicklungsprogrammen Wachstum und Auftragsvolumen ausbauen kann.

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