Rio Tinto Aktie: Analysten drehen
Rio Tinto hat operativ ein starkes Jahr 2025 hinter sich – mit Rekordproduktion bei Eisenerz und steigendem Kupferausstoß. Doch statt Applaus hagelt es Abstufungen: Innerhalb einer Woche haben gleich mehrere große Investmentbanken ihre Empfehlungen gesenkt. Der Grund: Die Bewertung ist zu eng an die Konkurrenz herangerückt, und die Eisenerz-Saison zeigt erste Ermüdungserscheinungen.
Barclays führt die Abstufungswelle an
Am 24. Februar stufte Barclays die Rio Tinto-Aktie von "Overweight" auf "Equal-Weight" herab und senkte das Kursziel von 6.885 auf 6.600 Pence. Analyst Amos Fletcher begründete den Schritt mit einer veränderten Bewertungslage: Rio Tinto habe den direkten Konkurrenten BHP seit Jahresbeginn deutlich outperformt. Die Folge: Beide Unternehmen notieren mittlerweile auf gleichem Niveau beim EV/EBITDA-Multiplikator – der engste Bewertungsabstand seit 2020.
Hinzu kommt ein saisonaler Faktor. Barclays weist darauf hin, dass Eisenerzpreise üblicherweise im ersten Quartal ihren Höhepunkt erreichen und danach bis zum Jahresende sukzessive nachlassen. Da Rio Tinto stark vom Eisenerzgeschäft abhängt, dürfte die Ertragsdynamik in den kommenden Monaten nachlassen.
Barclays war nicht allein. Goldman Sachs hatte bereits am 23. Februar von "Buy" auf "Neutral" herabgestuft und das Kursziel von 79,00 auf 74,00 Pfund reduziert. Morgan Stanley vollzog den Schritt Ende Januar – von "Overweight" auf "Equal Weight". RBC Capital senkte das Kursziel am 20. Februar von 6.100 auf 5.900 Pence, bei unverändertem "Sector Perform"-Rating. Auch die DZ Bank revidierte ihre Einschätzung am selben Tag von "Strong Buy" auf "Hold".
Solide Zahlen, gemischter Empfang
Hintergrund der Abstufungen sind die Gesamtjahreszahlen 2025, die Rio Tinto am 19. und 20. Februar vorlegte. Das Unternehmen steigerte die Produktion in Kupferäquivalenten um 8 Prozent, getrieben durch die Hochfahrphase der Oyu Tolgoi-Kupfermine und Rekordmengen aus den Pilbara-Eisenerzanlagen. Das bereinigte EBITDA kletterte um 9 Prozent auf 25,4 Milliarden Dollar, der operative Cashflow erreichte 16,8 Milliarden Dollar.
Der Nettogewinn belief sich auf 10,9 Milliarden Dollar – leicht unter den Erwartungen. Die Nettoverschuldung stieg auf 14,4 Milliarden Dollar, vor allem bedingt durch die Übernahme von Arcadium. Die Verschuldungsquote liegt bei soliden 18 Prozent. Rio Tinto hält an seiner Dividendenpolitik fest: Die Ausschüttung von 6,5 Milliarden Dollar entspricht einer Payout-Ratio von 60 Prozent – seit zehn Jahren am oberen Ende der Bandbreite. Ex-Tag ist der 5. März, Zahltag der 16. April.
Simandou: Wachstumshoffnung mit Schattenseite
Strategisch setzt Rio Tinto auf das Simandou-Eisenerzprojekt in Guinea. Am 25. Februar bestätigte das Unternehmen, dass die gemeinsame Eisenbahn- und Hafeninfrastruktur bis Ende März voll einsatzbereit sein soll. Für 2026 plant Rio Tinto erste Verkäufe von 5 bis 10 Millionen Tonnen hochwertigen Eisenerzes. Die Mine ist zu 62 Prozent fertiggestellt.
Doch es gab auch einen Rückschlag: Ein tödlicher Unfall eines Auftragnehmers am 14. Februar führte zur vorübergehenden Produktionseinstellung. CEO Simon Trott betonte, dass Sicherheit oberste Priorität habe und die Umstände des Vorfalls umfassend untersucht würden.
Kupferstrategie bleibt Herausforderung
Barclays merkt an, dass Rio Tintos Kupferposition langfristig begrenzt ist. Die jüngste Annäherung an Glencore zeige einen "Mangel an Kupferwachstumsoptionen nach 2030", der nur über weitere Übernahmen zu lösen sei. Für 2026 gibt Rio Tinto eine Kupferproduktion von 800 bis 870 Kilotonnen aus, bei Investitionsausgaben von rund 11 Milliarden Dollar. Das Ziel bleibt ein jährliches Wachstum der Kupferäquivalent-Produktion von 3 Prozent bis 2030.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn über 20 Prozent zugelegt und notiert nahe ihrem 52-Wochen-Hoch. Doch die Serie von Analystenkorrekturen deutet darauf hin, dass viel vom operativen Momentum bereits eingepreist ist. Für die kommenden Monate wird entscheidend sein, ob Rio Tinto die Kupferproduktion wie geplant hochfahren und Simandou termingerecht in Betrieb nehmen kann – während Eisenerzpreise unter saisonalem Druck stehen könnten.
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