Am Morgen nach der NVL-Integration steht Rheinmetall unter Beobachtung. Die Aktie notiert 22 Prozent unter dem September-Hoch – trotz vollzogener Marine-Transformation. Am 11. März folgen die Jahreszahlen, die zeigen müssen, ob der strategische Umbau zum Multi-Domain-Verteidiger wirtschaftlich trägt.

Marine-Einstieg wird Realität

Rheinmetall hat zum 1. März die Naval Vessels Lürssen (NVL) vollständig integriert. Damit gehören vier norddeutsche Werften zum Konzern, darunter Blohm+Voss in Hamburg und die Peene-Werft in Wolgast. Rund 2.100 Mitarbeitende wechselten in die neue Division „Naval Systems".

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Die Übernahme verschiebt das Geschäftsmodell fundamental: Rheinmetall kann nun als Hauptauftragnehmer komplette Kriegsschiffe wie Korvetten und Fregatten liefern – nicht mehr nur Komponenten und Elektronik. Parallel sicherte sich der Konzern 51 Prozent am kroatischen Robotikspezialisten DOK-ING, bekannt für unbemannte Bodenfahrzeuge zur Minenräumung.

Marktenttäuschung nach Deal-Vollzug

Die Kursreaktion fiel verhalten aus. Am Tag der NVL-Finalisierung verlor die Aktie 3,5 Prozent. Der klassische „Sell the News"-Effekt: Die Übernahmepläne waren seit September bekannt, viele Investoren nutzten den Abschluss für Gewinnmitnahmen.

Hinzu kam die Umsatzprognose für 2026. Ohne NVL-Beiträge kalkuliert Rheinmetall mit rund 13,6 Milliarden Euro – unter Markterwartungen von teils über 14 Milliarden. Haushaltskürzungen des Bundestags verstärkten die Skepsis, ob geplante Drohnenaufträge wie erhofft kommen.

Technisch zeigt sich Schwäche: Die Aktie notiert deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.745 Euro und dem 200-Tage-Schnitt von 1.724 Euro. Der hohe RSI-Wert von 83,7 deutete zuletzt auf Überhitzung hin.

Ambitionierte Ziele für 2026

Für das laufende Jahr visiert Rheinmetall Erlöse zwischen 15 und 16 Milliarden Euro an. Die NVL-Division soll 1,3 bis 1,5 Milliarden beisteuern. Die operative Marge wird mit 18 bis 20 Prozent geplant.

Für 2025 erwartet das Management weiterhin ein Umsatzplus von 30 bis 35 Prozent unter dem erweiterten Konsolidierungskreis. Die operative Marge soll bei 18,5 bis 19 Prozent liegen, die Cash Conversion deutlich über 40 Prozent.

Analysten rechnen zudem mit einem deutlichen Aufbau des Auftragsbestands, getragen durch deutsche Verteidigungsaufträge im ersten Halbjahr.

Jahreszahlen als Lackmustest

Am 11. März legt Rheinmetall die Zahlen für 2025 vor. Der Markt wird prüfen, ob das Unternehmen die eigenen Prognosen erfüllt hat und wie konkret die Integrationspläne für NVL ausfallen. Gelingt es dem Management, die Synergien plausibel darzulegen und den Ausblick zu untermauern, könnte die Aktie Boden finden. Enttäuschen die Zahlen oder bleibt die Guidance vage, dürfte der Abwärtsdruck anhalten.

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