Rheinmetall zieht die nächste große Linie auf der Landkarte: Mit dem Abschluss der NVL-Übernahme (militärischer Bereich der Lürssen-Gruppe) wird aus dem bisherigen System- und Ausrüstergeschäft ein deutlich breiterer Auftritt – inklusive eigener Schiffbau-Kompetenz. Gleichzeitig kommt die Aktie nicht richtig vom Fleck. Was muss das Management am 11. März liefern, damit aus dem Strategiewechsel auch an der Börse wieder Rückenwind wird?

NVL-Deal abgeschlossen: Neue Sparte „Naval Systems“

Der Konzern hat die Akquisition von NVL nach allen kartellrechtlichen Freigaben final geschlossen. Die EU-Kommission gab am 18. Februar grünes Licht, der Übergang erfolgte zum 1. März.

Mit NVL bündelt Rheinmetall die Marine-Aktivitäten in der neuen Division „Naval Systems“. In die Gruppe wechseln vier norddeutsche Werften, darunter Blohm+Voss in Hamburg und die Peene-Werft in Wolgast. Rund 2.100 Mitarbeiter kommen hinzu. Strategisch ist das eine klare Verschiebung: Rheinmetall kann nun nicht nur Systeme zuliefern, sondern als Generalunternehmer komplette Marineschiffe anbieten – von Korvetten bis Fregatten.

Ausblick 2026: Wachstum geplant, Marinesparte als Umsatzpfeiler

Für 2026 nennt Rheinmetall eine Umsatzspanne von 15 bis 16 Milliarden Euro. Die neue NVL-Division soll 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro beisteuern (ohne Automobilbereich). Bei der Profitabilität peilt der Konzern eine EBIT-Marge von 18 bis 20 Prozent an.

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Für 2025 hält Rheinmetall an den Erwartungen fest: 30 bis 35 Prozent Umsatzwachstum, eine operative Marge von 18,5 bis 19 Prozent sowie eine Cash Conversion deutlich über 40 Prozent. Langfristig steht zudem das Ziel im Raum, den Umsatz der Marinesparte bis 2030 auf 5 Milliarden Euro auszubauen.

Börse bleibt skeptisch: „Sell the News“ und Drohnen-Dämpfer

Trotz abgeschlossenem Deal fiel die Reaktion an den Märkten verhalten aus – ein Muster, das im Quelltext als „Sell the News“ beschrieben wird. Zum Schluss am Freitag lag die Aktie bei 1.592,50 Euro (+2,25%), auf 7-Tage-Sicht aber -4,44%. Auffällig: Der Kurs liegt rund 8,73% unter dem 50-Tage-Durchschnitt (1.744,86 Euro) und etwa 20,18% unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.995,00 Euro. Das unterstreicht, dass der Markt die neue Größenordnung zwar registriert, aber noch nicht „bezahlt“.

Zusätzlicher Gegenwind kam aus Berlin: Beim geplanten Kamikaze-Drohnen-Programm bewilligte der Haushaltsausschuss 2 Milliarden Euro statt der beantragten 4,4 Milliarden Euro. Das erwartete Vertragsvolumen für Rheinmetall von rund 269 Millionen Euro steht damit unter strengeren Auflagen – der Einstieg als dritter Lieferant im April bleibt zwar bestehen, die Planungssicherheit sinkt jedoch.

Am 11. März (Dienstag) legt Rheinmetall die vollständigen Jahreszahlen 2025 vor. Genau dort dürfte sich entscheiden, ob das Management die NVL-Integration so konkret untermauern kann, dass der Umbau auch an der Börse wieder überzeugt – inklusive belastbarer Aussagen, wie die gekürzten Drohnen-Budgets strategisch abgefedert werden sollen.

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