Rheinmetall liefert derzeit fast im Wochentakt neue Bausteine für seine Wachstumsstory: mehr Kapazität für Munition, neue Aufträge – und mit der EU-Freigabe einen wichtigen Schritt in Richtung Marinesparte. Die Schlagzahl ist hoch, die Richtung klar. Aber was steckt hinter der geballten Nachrichtenserie?

Drei Treiber in kurzer Folge

Der wohl strategisch wichtigste Punkt: Die EU-Kommission hat am 18. Februar die Übernahme von Naval Vessels Lürssen (NVL) und Blohm+Voss genehmigt (Aktenzeichen M.12244). Brüssel sah keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken. Damit sichert sich Rheinmetall vier Werftstandorte in Norddeutschland: Blohm+Voss und Norderwerft (Hamburg), Neue Jadewerft (Wilhelmshaven) sowie Peene-Werft (Wolgast). Die Transaktion war bereits im September 2025 mit der Lürssen-Gruppe vereinbart worden, ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

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Parallel dazu kommt ein industrieller Ausbau hinzu: Ebenfalls am 18. Februar erhielt Rheinmetall laut Reuters die Genehmigung der italienischen Regierung für den Produktionsstart im Werk Domusnovas auf Sardinien. Rund 50 Millionen Euro sollen dort investiert worden sein. Geplant ist die Fertigung von Sprengstoff und gelenkter Munition in großen Mengen für NATO-Länder – ein klares Signal, dass Kapazitäten zügig hochgefahren werden sollen.

Und drittens untermauern konkrete Bestellungen das operative Geschäft: Für das Bundeswehr-Aufklärungsfahrzeug Luchs 2 meldete Rheinmetall am 20. Februar einen Auftrag im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Geliefert werden sollen 274 CT-025-Türme (samt Oerlikon KBA 25-mm-Maschinenkanone) sowie Simulatoren – beauftragt durch General Dynamics European Land Systems als Hauptauftragnehmer. Die Auslieferung ist ab 2029 vorgesehen.

Produkte als Schaufenster: Fokus Drohnen & Vernetzung

Auf der Enforce Tac 2026 in Nürnberg (23.–25. Februar) stellte Rheinmetall nach eigenen Angaben ein integriertes System aus Angriffs- und Drohnenabwehr-Komponenten unter einem gemeinsamen Führungs- und Kontrollsystem (C2) vor. Im Mittelpunkt stand ein Vernetzungskonzept für leichte Kräfte und den Raum- und Objektschutz: Das Soldatensystem Gladius Light, das Smart Mobile Observation Kit (SMOK) und verschiedene Sensoren sollen in das Gefechtsführungssystem TacNet eingebunden werden.

Zusätzlich präsentierte der Konzern unter anderem die fernbediente Waffenstation RCWS320C-UAS zur Drohnenbekämpfung, die SSW40 im Kaliber 40 mm sowie die taktische Loitering-Munition FV-014, die laut Rheinmetall am 18. Februar einem potenziellen NATO-Kunden vorgeführt wurde. Ebenfalls am 23. Februar wurde das mit Mercedes-Benz entwickelte Caracal Air Assault Vehicle genannt – mit bereits vorliegenden Aufträgen aus Deutschland, den Niederlanden und der Ukraine.

Weitere Aufträge – und ein heißer RSI

Auch im Marinesegment gibt es greifbare Neuigkeiten: Am 17. Februar meldete Rheinmetall, dass die schwedische Marine als erster NATO-Kunde acht Seasnake-30-Waffensysteme für die Combat Boat 90 bestellt hat. Der erste Auftrag unter dem Rahmenvertrag hat ein Volumen von rund 63 Millionen Euro, die Lieferung des ersten Systems ist für Februar 2028 geplant.

An der Börse wirkt die jüngste Dynamik jedoch kurzfristig nicht frei von Reibung. Heute notiert die Rheinmetall-Aktie bei 1.652,00 Euro (−2,10%). Auf 30 Tage steht ein Minus von 10,61%, während der Titel auf 12 Monate betrachtet 70,91% im Plus liegt. Auffällig: Der RSI (14 Tage) liegt bei 83,7 – ein Wert, der häufig mit einer sehr stark gelaufenen, kurzfristig überhitzten Situation in Verbindung gebracht wird.

Zum Terminkalender passt das Bild: Operativ baut Rheinmetall an mehreren Fronten aus – Übernahmen, Produktion, Produktintegration und langlaufende Aufträge. Reuters hatte zudem am 22. Januar 2026 einen von Rheinmetall erwarteten potenziellen internationalen Auftragseingang von rund 80 Milliarden Euro für 2026 genannt. Genau diese Kombination erklärt die hohe Aufmerksamkeit – und zugleich, warum der Kurs nach der starken 12-Monats-Performance zuletzt auch empfindlicher auf Tempo und Bewertung reagieren kann.

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