Rekordumsatz, Allzeithoch beim Auftragsbestand — und trotzdem häufen sich die Wetten gegen die RENK-Aktie. Mehrere institutionelle Hedgefonds positionieren sich gegen den Augsburger Antriebsspezialisten, während das Unternehmen gleichzeitig seine Kapazitäten massiv ausbaut. Ein klassisches Börsenparadox.

Hedgefonds setzen auf fallende Kurse

AQR Capital Management hält derzeit die größte bekannte Short-Position mit 1,82 Prozent der ausstehenden Aktien. Marshall Wace weitete seine Leerverkaufsposition Anfang März auf 1,13 Prozent aus, PDT Partners kommt auf 0,82 Prozent. Alle drei gelten als quantitativ orientierte Häuser, die Marktbewegungen mit komplexen Modellen analysieren.

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Ein konkreter Belastungsfaktor gibt den Shortsellern Argumente: Die deutsche Regierung blockiert derzeit Exportgenehmigungen für RK-325-Getriebesysteme, die für israelische Merkava- und Namer-Panzerfahrzeuge bestimmt sind. Für 2026 stehen damit Erlöse von 80 bis 100 Millionen Euro auf dem Spiel.

Das Management reagiert mit einer Produktionsverlagerung ins Werk im amerikanischen Muskegon, Michigan. Dort lassen sich entsprechende Verträge über das US Foreign Military Sales-Programm abwickeln — ohne deutsche Exportbeschränkungen.

Starke Fundamentaldaten, gedämpfte Erwartungen

Die Zahlen für 2025 sprechen für sich: Der Umsatz stieg um knapp 20 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT legte um 22 Prozent auf 230 Millionen Euro zu. Der Auftragsbestand erreichte zum Jahresende ein Allzeithoch von 6,68 Milliarden Euro — ein Plus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der ROCE von 23,5 Prozent übertrifft das eigene Mittelfristziel von 20 Prozent bereits deutlich.

Für 2026 erwartet RENK einen Umsatz über 1,5 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro. Die Differenz zum Marktkonsens erklärt das Management mit Timing-Verschiebungen bei Aufträgen im Wert von 200 Millionen Euro, die nun in der ersten Jahreshälfte erwartet werden. Kein Auftragsverlust — aber eine Störung kurzfristiger Cashflow-Erwartungen, die Leerverkäufer als Angriffsfläche nutzen.

Parallel dazu soll die Panzergetriebe-Produktion am Stammsitz Augsburg bis Ende 2026 auf rund 800 Einheiten jährlich steigen. Vor dem Ukraine-Krieg lag dieser Wert bei 200 bis 300 Einheiten.

Quartalsbericht als nächster Prüfstein

Am 18. März sicherte sich RENK einen weiteren Folgeauftrag im Verteidigungssegment — der positive Newsflow reichte jedoch nicht aus, um den Kurs zu stabilisieren. Die Aktie notiert rund 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 88,73 Euro und damit deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.

Am 22. April folgt ein Pre-Close-Call, am 6. Mai dann die vollständigen Quartalszahlen. Dann zeigt sich, ob die verschobenen Aufträge planmäßig in Umsatz umgewandelt wurden und ob die US-Verlagerung schnell genug greift, um die Exportblockade zu kompensieren — und damit den Shortsellern das wichtigste Argument zu entziehen.

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