Sieben Analysten mit Kaufempfehlung, ein milliardenschweres Rückkaufprogramm, ein strategischer KI-Auftrag — und trotzdem gibt die Aktie nach. Der Wochenschluss der Deutschen Telekom illustriert ein Phänomen, das viele Anleger derzeit kennen: solide Fundamentaldaten, die am Markt schlicht nicht honoriert werden.

JPMorgan schwimmt gegen den Strom

Am 19. März hob JPMorgan das Kursziel von 40 auf 41,50 Euro an und bekräftigte die Einstufung „Overweight". Analyst Akhil Dattani begründete dies unter anderem damit, dass der europäische Telekomsektor seit Anfang 2024 doppelt so stark zugelegt habe wie der Gesamtmarkt — und das erste Quartal 2026 sei relativ zum Markt das stärkste seit 24 Jahren. Goldman Sachs folgte einen Tag später mit einem Kursziel von 42 Euro und einem „Buy"-Rating. Auch DZ Bank, Barclays, Deutsche Bank, UBS und Bernstein Research sprechen allesamt Kaufempfehlungen aus.

Dem Kurs half das wenig. Während der DAX am 20. März ein Sechs-Monats-Tief bei 22.380 Punkten markierte, konnte sich die Telekom-Aktie dem Sog nicht entziehen. Freitag schloss das Papier bei 31,41 Euro — rund neun Prozent unter dem Jahreshoch vom 1. April 2025. Mit einem Plus von knapp 13 Prozent seit Jahresbeginn und einem deutlichen Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bei 29,54 Euro bleibt die mittelfristige Bilanz jedoch positiv.

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T-Systems baut Europas KI-Fabrik

Während der Kurs schwächelt, läuft im Hintergrund ein strategisch bedeutsamer Auftrag an. T-Systems liefert die technische Infrastruktur für das Forschungsprojekt SOOFI — kurz für Sovereign Open Source Foundation Models —, das an der Leibniz Universität Hannover angesiedelt ist. Ziel ist die Entwicklung eines Large Language Models mit rund 100 Milliarden Parametern, vollständig in Europa trainiert und betrieben.

Das Herzstück: rund 130 NVIDIA DGX B200 Systeme, die ab März 2026 exklusiv für das SOOFI-Training arbeiten — DSGVO-konform, auf deutschem Boden. Hinter dem Konsortium stehen sechs Forschungseinrichtungen, darunter Fraunhofer IAIS, das DFKI und die TU Darmstadt. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Vorhaben mit rund 20 Millionen Euro. Das Auftragsvolumen für T-Systems liegt im zweistelligen Millionenbereich.

Rückkauf, Dividende und offene Kostenfragen

Das laufende Aktienrückkaufprogramm nähert sich dem Abschluss seiner ersten Tranche: 550 Millionen Euro sollen bis Ende März vollständig platziert sein. Seit Januar 2026 hat die Telekom bereits 13,47 Millionen eigene Aktien zurückgekauft, allein in der zweiten Märzwoche über eine Million Stück. Das Gesamtprogramm für 2026 umfasst bis zu zwei Milliarden Euro.

Am 1. April soll die Hauptversammlung eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie beschließen — ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr, das eine über drei Jahre gewachsene Ausschüttungsreihe mit durchschnittlich zwölf Prozent jährlichem Zuwachs fortsetzt. Am 13. Mai folgen dann die Quartalszahlen, die erstmals Aufschluss darüber geben könnten, ob sich der SOOFI-Auftrag bereits in den Cloud-Umsätzen der T-Systems-Sparte niederschlägt. Zeitgleich laufen ab 13. April Tarifverhandlungen mit ver.di: Die Gewerkschaft fordert für rund 60.000 Beschäftigte eine Entgeltsteigerung von 6,6 Prozent — vier Verhandlungsrunden bis Ende Mai stehen an. Wie stark das die Kostenbasis belastet, wird ein zentrales Thema der Mai-Zahlen sein.

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