Die Renk Group sichert sich einen millionenschweren US-Auftrag für Getriebetechnik – doch die Börse belohnt es nicht. Stattdessen drückt eine Verkaufsempfehlung die Aktie ins Minus. Was steckt hinter der negativen Marktreaktion trotz solider Geschäftsnachrichten?

Die wichtigsten Fakten:
- US-Armeeauftrag über bis zu 75,5 Millionen Dollar für fünf Jahre
- MWB Research stuft auf „Sell" herab trotz bestätigter EBIT-Prognose
- Goldman Sachs bleibt neutral mit Kursziel 70 Euro
- Aktie gibt nach starkem Jahresstart rund 2 Prozent ab

US-Militär setzt auf Augsburger Technologie

Der operative Erfolg ist greifbar: Renk America erhält von der US-Armee einen Fünfjahresvertrag im Volumen von 75,5 Millionen Dollar. Kern des Deals ist der technische Support für hydromechanische Getriebe, die unter anderem im Schützenpanzer „Bradley Fighting Vehicle" zum Einsatz kommen. Die Vertragsstruktur als „Cost-Plus Fixed Fee"-Modell minimiert das finanzielle Risiko und garantiert stabile Cashflows über die gesamte Laufzeit.

Für den Augsburger Getriebehersteller ist der Auftrag strategisch wertvoll. Er sichert wiederkehrende Serviceumsätze jenseits des reinen Neugeschäfts und festigt die Position auf dem lukrativen US-Verteidigungsmarkt.

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Analytenstimmen spalten den Markt

Doch die positive Auftragsmeldung verpufft. MWB Research stuft die Aktie am Vormittag auf „Sell" herab. Die Experten bestätigen zwar ihre EBIT-Prognose für 2025 zwischen 210 und 235 Millionen Euro, nennen aber vier Herausforderungen, die das Chance-Risiko-Profil belasten.

Im direkten Kontrast dazu bekräftigt Goldman Sachs die neutrale Haltung mit Kursziel 70 Euro. Analyst Sam Burgess schätzt das Risiko sinkender deutscher Verteidigungsausgaben als „äußerst gering" ein. Diese Diskrepanz zeigt die Unsicherheit der Investoren nach der starken Jahresstart-Rallye. Auch Deutsche Bank (72 Euro) und Berenberg (76 Euro) hatten erst Anfang der Woche ihre Kaufempfehlungen erneuert.

Gewinnmitnahmen nach zweistelligem Plus

Die heutige Korrektur relativiert sich im Gesamtbild. Trotz des Rücksetzers liegt die Renk-Aktie seit Jahresbeginn noch immer mit über 12 Prozent im Plus. Der Rückgang unter 61 Euro wirkt nach dem rasanten Anstieg wie eine technische Verschnaufpause. Dass Anleger ausgerechnet an einem Tag mit positiven Geschäftsnachrichten verkaufen, deutet auf Bewertungssorgen hin.

Am 20. Januar tritt das Management auf der „UniCredit / Kepler Cheuvreux German Corporate Conference" in Frankfurt auf. Dort dürften Investoren auf Klarstellungen zur Auftragslage und eine Reaktion auf die Analystenskepsis drängen. Charttechnisch entscheidet sich nun, ob die 60-Euro-Marke hält – unterhalb dessen könnte weiterer Druck entstehen.

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