Redcare Pharmacy Aktie: Träume platzen!
Der Online-Apotheken-Betreiber Redcare Pharmacy steht zu Jahresbeginn 2026 unter doppeltem Druck. Während die dm-Offensive das Kerngeschäft bedroht, steht am 21. Januar eine 64,5 Millionen Euro schwere Anleihezahlung an. Der Kurs hat in zwölf Monaten knapp die Hälfte seines Werts verloren – und die kritischen Wochen stehen erst bevor.
dm-drogerie markt greift frontal an
Seit Mitte Dezember 2025 hat sich das Wettbewerbsumfeld fundamental verändert. Mit dem Launch der Plattform "dm-med" am 16. Dezember dringt die Drogeriekette gezielt in den Markt für rezeptfreie Medikamente ein – ausgerechnet dort, wo Redcare bislang seine Brötchen verdiente.
Die Ausgangslage für dm ist komfortabel: 12,5 Millionen App-Nutzer, rund 4.200 Filialen als Logistik-Netz und angekündigte Preisvorteile von 20 bis 30 Prozent gegenüber klassischen Apotheken. Das trifft Redcare an einer empfindlichen Stelle, denn die Margen sind bereits heute dünn. Im dritten Quartal 2025 lag die bereinigte EBITDA-Marge bei gerade einmal 2,4 Prozent.
64,5 Millionen Euro fällig am 21. Januar
Parallel zur operativen Herausforderung kommt eine finanzielle Verpflichtung auf das Unternehmen zu. Am 21. Januar 2026 muss Redcare 64,5 Millionen Euro an Anleihegläubiger zahlen, die ihr Rückgaberecht aus der Wandelanleihe 2021/2028 ausgeübt haben. Diese Zahlung bildet den Schlusspunkt einer umfassenden Refinanzierung:
- April 2025: Rückkauf von 157,9 Millionen Euro der ursprünglichen Anleihe
- April 2025: Emission neuer Wandelanleihen über 300 Millionen Euro mit Laufzeit bis 2032
- Nach Januar-Zahlung: Nur noch 2,6 Millionen Euro der Altanleihe ausstehend
Die Liquidität scheint ausreichend. Per 30. September 2025 verfügte Redcare über 265,6 Millionen Euro an liquiden Mitteln – deutlich mehr als die 177,6 Millionen Euro zum Jahresende 2024.
Fokus auf Rezeptgeschäft als Antwort
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Das Management reagiert mit einer strategischen Neuausrichtung: Das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten soll forciert werden – ein Segment, in dem dm bislang nicht aktiv ist. Im dritten Quartal 2025 kletterten die Rx-Umsätze bereits um über 42 Prozent auf 272 Millionen Euro, getrieben durch die Einführung des E-Rezepts in Deutschland.
Im Dezember 2025 ging ein neues Logistikzentrum in Tschechien in Betrieb, um die Lieferkapazitäten nach Österreich und Süddeutschland zu stärken.
Analysten uneins, Shortseller aktiv
Die Einschätzungen der Experten fallen extrem unterschiedlich aus. Während die Deutsche Bank mit einem Kursziel von 214 Euro und "Buy"-Rating optimistisch bleibt, zeigt sich UBS mit "Neutral" und 74 Euro deutlich vorsichtiger. Barclays empfiehlt "Overweight" bei einem Ziel von 130 Euro.
Bemerkenswert ist die Leerverkaufsquote von rund 14 Prozent – ein Zeichen für anhaltendes institutionelles Misstrauen.
Entscheidung fällt am 4. März
Nach der Anleihezahlung am 21. Januar folgt am 4. März 2026 der eigentliche Lackmustest: die Vorlage der Jahreszahlen 2025 samt Ausblick. Dann wird sich zeigen, wie stark der dm-Eintritt das OTC-Geschäft belastet hat und ob die schmalen Margen gehalten werden können. Ob die Wette auf das Rezeptgeschäft aufgeht, dürfte über die weitere Kursentwicklung entscheiden.
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