Redcare Pharmacy Aktie: Harter Konkurrenzkampf
Redcare Pharmacy startet unter schwierigen Vorzeichen in das Börsenjahr 2026. Neben einer anstehenden Millionen-Rückzahlung sorgt vor allem der aggressive Markteintritt des Drogerieriesen dm für Unruhe bei den Anlegern. Während der Aktienkurs auf Jahressicht fast die Hälfte an Wert verloren hat, steht die entscheidende Frage im Raum: Kann der Online-Apotheker seine Margen in diesem neuen Preiskampf verteidigen?
Angriff auf das Kerngeschäft
Die Wettbewerbssituation hat sich Mitte Dezember 2025 grundlegend verändert. Mit dem Start der Plattform "dm-med" greift Europas größte Drogeriekette direkt das Kerngeschäft von Redcare im Bereich freiverkäuflicher Medikamente an. Der neue Konkurrent versendet nun tausende Produkte aus einem Logistikzentrum in Tschechien nach Deutschland und nutzt dabei gewichtige Vorteile:
- Marktmacht: Zugriff auf rund 12,5 Millionen App-Nutzer und ein Netz von fast 4.200 Filialen.
- Preisdruck: Angekündigte Preisvorteile von 20 bis 30 Prozent gegenüber stationären Apotheken.
- Kapital: Finanzielle Ressourcen für eine langfristige Marktdurchdringung.
Für Redcare ist dies bedrohlich, da die Profitabilität bereits vor diesem Preiskampf dünn war. Die bereinigte EBITDA-Marge lag im dritten Quartal 2025 bei lediglich 2,4 Prozent. Ein Preiskrieg mit einem finanzstarken Akteur wie dm könnte diese Margen weiter komprimieren.
Finanzielle Belastung im Januar
Zusätzlich zum operativen Druck muss das Unternehmen kurzfristig Liquidität bereitstellen. Am 21. Januar 2026 wird eine Zahlung von 64,5 Millionen Euro fällig. Hintergrund ist eine Wandelanleihe, bei der Gläubiger ihre Put-Optionen ausgeübt haben. Zwar verfügt Redcare mit zuletzt 265,6 Millionen Euro über solide liquide Mittel, doch der Abfluss kommt in einer strategisch heiklen Phase, in der jeder Euro für den Wettbewerb benötigt werden könnte.
Flucht nach vorn
Das Management setzt als Gegenstrategie auf das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx) – ein Segment, in dem dm aktuell nicht aktiv ist. Hier verzeichnete Redcare zuletzt ein starkes Umsatzwachstum von über 42 Prozent, getrieben durch die Einführung des E-Rezepts in Deutschland. Um diese Position zu stärken, wurde im Dezember ein neues Logistikzentrum in Betrieb genommen, das die Lieferkapazitäten nach Süddeutschland und Österreich erweitert.
Skepsis am Markt überwiegt
Die Kombination aus Wettbewerbsdruck und Investitionsbedarf spiegelt sich deutlich im Kurs wider: Auf 12-Monats-Sicht notiert das Papier mit einem Minus von über 47 Prozent tief im roten Bereich. Auch Analysten sind sich uneinig über die Zukunftsaussichten. Während die Deutsche Bank ein optimistisches Kursziel von 214 Euro ausruft, bleibt die UBS mit 74 Euro und einer neutralen Haltung deutlich vorsichtiger. Dass institutionelle Investoren Risiken sehen, zeigt zudem die hohe Leerverkaufsquote von rund 14 Prozent.
Der Jahresstart 2026 wird zur Bewährungsprobe für das Geschäftsmodell. Redcare muss beweisen, dass das Wachstum im Rx-Bereich die drohenden Marktanteilsverluste im freiverkäuflichen Segment kompensieren kann, ohne dass die Profitabilität durch die neue Konkurrenzsituation vollständig aufgerieben wird.
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