Neue Übernahmegerüchte treffen bei Puma auf eine laufende Restrukturierung und eine deutlich gefallene Bewertung. Genau diese Kombination sorgt heute für spürbare Bewegung in der Aktie – doch wie viel Substanz steckt hinter der plötzlichen Fantasie?

Übernahmespekulationen treffen Turnaround-Plan

Am Markt kursieren Berichte, die Puma neben Namen wie Renk und Char Technologies als eines der attraktivsten möglichen Übernahmeziele für 2026 einordnen. Nach dem schwachen Jahr 2025 ist die Marktkapitalisierung deutlich geschrumpft – ein Niveau, das strategische Investoren und Private-Equity-Häuser offenbar aufmerksam macht.

Die Fantasie speist sich aus mehreren Bausteinen:

  • Deutlicher Kursrückgang im Jahresverlauf 2025, der die Bewertung gedrückt hat
  • Positionierung als global bekannte Sportmarke mit Ertragspotenzial
  • Parallel laufende Restrukturierung, die die Kostenbasis senken soll
  • Frische Finanzierung, die Bilanz und Liquidität stabilisiert

Der Kurs von rund 22,30 Euro liegt zwar fast 50 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 44,52 Euro, aber klar über dem Tief von 15,48 Euro. Das spiegelt eine Mischung aus anhaltender Skepsis und neu aufkommender Hoffnung wider.

Finanzierung und Restrukturierung als „Brautpflege“?

Im Dezember 2025 hat Puma zusätzliche Liquidität gesichert: Ein Brückenkredit über 500 Millionen Euro sowie weitere Kreditlinien von 108 Millionen Euro stärken die finanzielle Flexibilität. Offiziell dienen diese Mittel der Stabilisierung der Bilanz in einer Übergangsphase. Einige Marktbeobachter deuten den Schritt jedoch als mögliche „Brautpflege“ – also als Vorbereitung auf eine potenzielle Transaktion.

Parallel läuft ein striktes Sparprogramm. Seit Juli 2025 lenkt CEO Arthur Hoeld den Konzern, im Oktober wurde der Abbau von rund 900 Stellen weltweit angekündigt. Das sogenannte „Cost Efficiency Programme“ soll die operative Marge wieder nach oben bringen und die Kostenstruktur verschlanken. Für mögliche Käufer wäre ein effizient aufgestelltes Unternehmen leichter integrierbar und einfacher zu bewerten.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Puma?

Charttechnisch zeigt sich, dass der Kurs derzeit deutlich über zentralen Durchschnittslinien notiert: Der 50‑Tage-Durchschnitt liegt bei 19,46 Euro, der 200‑Tage-Durchschnitt bei 20,86 Euro. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 73,2 signalisiert allerdings, dass der Titel kurzfristig heiß gelaufen ist und Gewinnmitnahmen wahrscheinlicher werden.

2025 als Reset – Fundament für Neubewertung?

Die aktuelle Bewegung lässt sich nur mit Blick auf das „Reset-Jahr“ 2025 einordnen. Puma hatte mit geopolitischen Spannungen, US-Strafzöllen und hausgemachten Vertriebsproblemen zu kämpfen. Insbesondere die starke Abhängigkeit vom Großhandel verwässerte die Markenexklusivität und führte zu hohen Lagerbeständen, die im dritten Quartal 2025 um mehr als 17 % gestiegen waren.

Das neue Management reagierte mit einer klaren Kursänderung:

  • Stärkerer Fokus auf den Direktvertrieb (DTC)
  • Geplante Bereinigung der Lagerbestände bis Ende 2026
  • Schärfung des Markenprofils in den Kernbereichen Fußball, Running und Training

Die heutige Kursstärke zeigt, dass Investoren zunehmend bereit sind, über die kurzfristigen operativen Probleme hinauszuschauen und das Markenpotenzial wieder stärker zu gewichten. Gleichzeitig liegt die Bewertung laut Marktberichten deutlich unter historischen Multiples und unter den Niveaus von Adidas und Nike. Das nährt die Erwartung, dass ein externer Käufer den Wert des Unternehmens schneller heben könnte als das Management allein.

Nächster Prüfstein: Jahreszahlen im Februar

Unabhängig von den M&A-Gerüchten bleibt die Lage anspruchsvoll. Die Aktie verzeichnet auf Zwölfmonatssicht einen Rückgang von knapp 50 % und ist mit einer 30‑Tage-Volatilität von rund 86 % weiterhin sehr schwankungsanfällig. Kurzfristige Ausschläge nach oben und unten sind damit programmiert, zumal der RSI auf ein überkauftes Niveau hinweist.

Der entscheidende fundamentale Test steht am 26. Februar 2026 an, wenn Puma die finalen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vorlegt. Dann wird sich zeigen, ob:

  • die eingeleiteten Sparmaßnahmen erste Effekte in der Marge zeigen
  • der Abbau der Lagerbestände wie geplant vorankommt
  • die Neuausrichtung hin zum Direktvertrieb in den Kennzahlen erkennbar wird

Gelingt hier ein solider Nachweis des operativen Fortschritts, könnte der Markt die aktuelle Übernahmefantasie mit einer dauerhaft höheren Bewertung unterfüttern. Bleiben die Zahlen dagegen hinter den Erwartungen zurück, wäre die jüngste Rally ein anfälliger Unterbau – sowohl für enttäuschte Turnaround-Hoffnungen als auch für wackelige M&A-Spekulationen.

Puma-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Puma-Analyse vom 02. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Puma-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Puma-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 02. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Puma: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...