Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 zieht die Reißleine im Digitalgeschäft und trennt sich von mehreren Randbeteiligungen, um den Fokus wieder auf das Kerngeschäft Entertainment zu richten. Während verlustträchtige oder weniger synergetische Töchter zum Verkauf stehen, behält das Management unter dem Einfluss von Großaktionär MFE die profitablen Perlen im Haus. Doch reicht diese Neuausrichtung aus, um den anhaltenden Kursverfall zu stoppen?

Fokus auf profitable Säulen

Entgegen früherer Markterwartungen bleiben der Online-Parfümhändler Flaconi und das Datingportal ParshipMeet Group vorerst Teil des Konzerns. Das Management stuft beide Einheiten als wirtschaftlich stark und profitabel ein. Zudem machen die aktuell niedrigen Bewertungen im Dating-Sektor einen schnellen Verkauf finanziell unattraktiv. ProSiebenSat.1 setzt hier auf stabile Cashflows aus dem digitalen Bereich, statt werthaltige Assets unter Preis abzugeben.

Hinter dem forcierten Umbau steht die MediaForEurope (MFE), die mittlerweile über 75 Prozent der Anteile kontrolliert. Die Strategie sieht eine klare Konzentration auf lineares Fernsehen und Streaming vor. Die Erlöse aus den geplanten Verkäufen sollen primär dazu dienen, die Nettoverschuldung des Konzerns zu reduzieren.

Verkaufsprozess für Digital-Assets

Für die weniger zentralen Geschäftsbereiche sucht das Unternehmen hingegen aktiv nach Käufern. Hierzu laufen bereits Gespräche mit Finanzinvestoren und strategischen Partnern.

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Betroffen von den Verkaufsplänen sind:
- billiger-mietwagen.de (Vergleichsportal)
- Jochen Schweizer mydays (Erlebnisanbieter)
- Marktguru (Einkaufs-App)

Charttechnik: Aktie am Boden

Die Börse reagiert bisher skeptisch auf die Transformationspläne. Mit einem Schlusskurs von 4,45 Euro markierte die Aktie am Mittwoch ein neues 52-Wochen-Tief. Damit liegt der Titel gut 24 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 5,87 Euro, was den intakten Abwärtstrend verdeutlicht.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer für kurzfristige Trader ergibt sich jedoch aus der technischen Überverkaufung: Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist auf einen Wert von 19,5 gefallen. In der Vergangenheit führten solch niedrige Werte oft zu kurzzeitigen technischen Gegenreaktionen.

Die kommenden Monate stehen im Zeichen der Bilanzbereinigung. Während die Erlöse aus den geplanten Verkäufen die Verschuldung drücken sollen, müssen die verbleibenden Töchter Flaconi und Parship beweisen, dass sie das Wachstum im Entertainment-Segment stützen können. Konkrete Verkaufsabschlüsse für die zur Disposition stehenden Einheiten dürften hierbei die kurzfristige Richtung für den Aktienkurs vorgeben.

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