Procter & Gamble trotzt der zähen Konsumlaune mit soliden Zahlen und einem klaren Bekenntnis zu Aktionärsrenditen. Zwar stagniert das Volumen, doch die Profitabilität liegt leicht über den Erwartungen. Spannend ist vor allem, dass der Konzern trotz gesenkter GAAP-Prognose an seinen Kernzielen festhält und zugleich mit einer Akquisition im Gesundheitsbereich nach vorne geht.

Quartal im Überblick: Gewinn stabil, Umsatz tritt auf der Stelle

Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2026 meldete Procter & Gamble ein durchwachsenes, aber robustes Bild. Organisch blieben die Erlöse unverändert zum Vorjahr: Ein Preisplus von 1 % wurde vollständig durch ein Minus von 1 % bei den Absatzmengen aufgezehrt. Der ausgewiesene Umsatz legte dennoch leicht um 1 % auf 22,2 Milliarden US‑Dollar zu und verfehlte damit die Erwartungen des Marktes nur knapp.

Auf der Ergebnisebene sah es besser aus. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (Core EPS) lag mit 1,88 US‑Dollar auf Vorjahresniveau, aber leicht über den Analystenschätzungen von rund 1,86 US‑Dollar. Auf GAAP-Basis ging das verwässerte Nettoergebnis je Aktie hingegen um 5 % auf 1,78 US‑Dollar zurück. Das Management führt diesen Rückgang vor allem auf höhere Restrukturierungsaufwendungen zurück – operativ bleibt die Ertragskraft damit stabiler, als es der GAAP-Rückgang auf den ersten Blick vermuten lässt.

An der Börse kam vor allem der leichte Gewinnüberraschungseffekt gut an. Die Aktie hat sich in den vergangenen Wochen erholt und liegt mit einem Schlusskurs von 150,26 US‑Dollar per Freitag rund 11 % über ihrem 50‑Tage-Durchschnitt – ein Zeichen dafür, dass der Markt die jüngsten Zahlen eher positiv einordnet.

Strategie: Fokus Gesundheit und Stabilität bei den Kernzielen

Neben den Quartalszahlen meldete P&G eine kleinere, aber strategisch interessante Akquisition: Der Konzern übernimmt die Verdauungsgesundheitsmarke Wonderbelly. Damit stärkt das Unternehmen seine Position im frei verkäuflichen Gesundheitssegment, das zusammen mit dem Bereich Beauty im Quartal zu den stärkeren Sparten zählte. Die Transaktion fügt sich in die Strategie ein, margenstarke Kategorien im Gesundheits- und Pflegebereich auszubauen.

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Auf Konzernebene passte P&G zugleich seine Jahresprognose an – allerdings mit differenziertem Bild:

  • GAAP EPS-Wachstum GJ 2026: neue Spanne 1–6 % (zuvor 3–9 %)
  • Grund für die Senkung: höhere nicht-kernbezogene Restrukturierungskosten
  • Organisches Umsatzwachstum: unverändert 0–4 %
  • Core EPS-Wachstum: unverändert 0–4 %

Damit signalisiert das Management: Die laufenden Maßnahmen zur Straffung der Strukturen kosten kurzfristig mehr, an der Ertrags- und Wachstumskraft des Kerngeschäfts soll sich aber nichts Grundsätzliches ändern. CEO Shailesh Jejurikar betont, die aktuellen Ergebnisse hielten den Konzern „auf Kurs“, um die Ziele für das Geschäftsjahr trotz eines schwierigen Konsum- und geopolitischen Umfelds zu erreichen.

Analysten und Kapitalrückflüsse: Rückenwind von der Wall Street

Auf die Zahlen und den Ausblick reagierten mehrere große Investmentbanken mit spürbarem Rückenwind. UBS bestätigte ihre Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel. Wells Fargo blieb bei „Overweight“, BofA Securities bei „Buy“. Besonders bemerkenswert: JPMorgan stufte die Aktie von „Neutral“ auf „Overweight“ hoch. Die Analysten sehen damit mehr Chancen als Risiken in der aktuellen Aufstellung und der finanziellen Flexibilität von P&G.

Parallel dazu unterstreicht der Konzern seine Ausrichtung auf verlässliche Ausschüttungen. Für das Geschäftsjahr 2026 plant P&G:

  • rund 10 Milliarden US‑Dollar an Dividendenzahlungen
  • zusätzlich etwa 5 Milliarden US‑Dollar für Aktienrückkäufe

Zusammen mit einer anvisierten Free-Cashflow-Produktivität von 85–90 % zeigt sich: Hohe Cash-Generierung und Rückflüsse an die Anteilseigner bleiben zentrale Stellhebel im Geschäftsmodell.

Ausblick: Hoffnung auf stärkeres zweites Halbjahr

Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres zeigt sich das Management zuversichtlich, bessere Ergebnisse liefern zu können. Die unveränderte Prognose für das organische Wachstum und das Core-EPS legt nahe, dass P&G mit einer schrittweisen Verbesserung bei Volumen und Margen rechnet – trotz Gegenwind durch Zölle und ein verhaltenes Konsumumfeld.

Entscheidend für die kommenden Quartale werden vor allem zwei Punkte sein: ob die Restrukturierungskosten wie geplant abflauen und ob Initiativen wie die Erweiterung des Gesundheitsportfolios rund um Marken wie Wonderbelly tatsächlich neue Impulse beim Volumenwachstum setzen. Für den Moment steht die Aktie auf einer soliden, wenn auch nicht spektakulären Basis.

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