Procter & Gamble hat die Erwartungen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 verfehlt – zumindest beim Umsatz. Der Konsumgüterriese kämpft mit einer verhaltenen Nachfrage in den USA und höheren Restrukturierungskosten. Gleichzeitig belastet eine Mixverschiebung die Margen, während neue CEO Shailesh Jejurikar auf eine stärkere zweite Jahreshälfte setzt.

Die Zahlen im Detail

Am 22. Januar legte P&G Nettoumsätze von 22,21 Milliarden Dollar vor – ein Plus von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber unter den erwarteten 22,28 Milliarden. Das organische Wachstum, das Währungseffekte ausklammert, lag bei null. Während Preiserhöhungen 1 Prozent beisteuerten, gingen die Absatzmengen um 1 Prozent zurück. Drei von fünf Produktkategorien verzeichneten rückläufige Volumen.

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Beim Gewinn sah es besser aus: Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 1,88 Dollar und übertraf die Analystenschätzung von 1,86 Dollar knapp. Nach GAAP sank das verwässerte Ergebnis allerdings um 5 Prozent auf 1,78 Dollar, hauptsächlich wegen zusätzlicher Restrukturierungskosten. Der Nettogewinn fiel um 7 Prozent auf 4,32 Milliarden Dollar.

Die Segmente im Überblick:

  • Beauty mit 5 Prozent Umsatzplus, getrieben von Haarpflegeprodukten
  • Health Care mit ebenfalls 5 Prozent Wachstum
  • Baby, Feminine & Family Care mit einem Rückgang von 3 Prozent – hier belasteten Lagereffekte nach den erwarteten Hafenstreiks im Vorjahr
  • Fabric & Home Care (größtes Segment mit 7,69 Milliarden Dollar) mit 1 Prozent Zuwachs, aber stagnierendem Volumen

Margendruck und Zolllast

Die bereinigte Bruttomarge schrumpfte um 50 Basispunkte auf 51,9 Prozent. Produktivitätsgewinne von 160 Basispunkten und Preiseffekte von 50 Basispunkten konnten die negativen Faktoren nicht ausgleichen: 120 Basispunkte ungünstiger Produktmix, 60 Basispunkte Produktinvestitionen und 60 Basispunkte höhere Zollkosten wirkten bremsend.

P&G bestätigte, dass Zölle die Kosten im Gesamtjahr um rund 400 Millionen Dollar nach Steuern erhöhen werden. Ursprünglich hatte das Management mit einem Rohstoffvorteil von 100 Millionen gerechnet – nun erwartet man einen neutralen Effekt.

Ausblick: Fokus auf zweites Halbjahr

Die GAAP-Gewinnprognose für das Gesamtjahr wurde leicht nach unten angepasst: Statt 3 bis 9 Prozent Wachstum erwartet P&G nun 1 bis 6 Prozent – eine Folge höherer Restrukturierungsaufwendungen. Die bereinigte Gewinnprognose blieb jedoch stabil bei 0 bis 4 Prozent Wachstum, was einer Spanne von 6,83 bis 7,09 Dollar je Aktie entspricht.

CFO Andre Schulten zeigte sich zuversichtlich: "Wir haben nun das erwartungsgemäß schwächste Quartal des Geschäftsjahres abgeschlossen." Das Management setzt auf Produktinnovationen und eine stabilere Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte. Beim CAGNY-Kongress im Februar will der neue CEO Jejurikar weitere Details zur strategischen Neuausrichtung vorlegen.

P&G schüttete im Quartal 4,8 Milliarden Dollar an die Aktionäre aus – 2,5 Milliarden als Dividende, 2,3 Milliarden für Aktienrückkäufe. Die Aktie legte nach den Zahlen rund 2 Prozent zu.

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