Pünktlich zum Jahreswechsel übernimmt Shailesh Jejurikar die Führung beim Konsumgüter-Riesen Procter & Gamble. Doch Zeit zum Eingewöhnen bleibt kaum: Die Aktie hat auf Sicht von zwölf Monaten über 11 Prozent an Wert verloren und kämpft mit strukturellen Herausforderungen. Angesichts von zunehmendem Wettbewerbsdruck und Zoll-Sorgen müssen Anleger nun bewerten, ob der Führungswechsel die erhoffte strategische Wende bringt.

Gegenwind durch Billigmarken und Zölle

Der Kursrückgang, der die Aktie aktuell auf 143,31 USD drückt, ist nicht grundlos. Marktbeobachter identifizieren vor allem eine veränderte Konsumhaltung als Hauptursache für die Schwäche. In den Kernmärkten Nordamerika und Europa greifen Kunden vermehrt zu günstigeren Eigenmarken (Private Label) der Supermärkte, statt die Premiumpreise von P&G zu zahlen.

Zusätzlich belasten drohende Zollkosten die Bilanz. Schätzungen gehen von einer Belastung in Höhe von 400 Millionen Dollar nach Steuern für das laufende Geschäftsjahr 2026 aus. Diese Faktoren spiegeln sich im Aktienkurs wider, der weiterhin deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 167,60 USD notiert. Auch technisch bleibt die Lage angespannt, da der Kurs unter den wichtigen 50- und 200-Tage-Linien verläuft.

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Sparprogramm und neuer Chef

Shailesh Jejurikar, ein Veteran mit 35 Jahren Erfahrung im Konzern, tritt kein leichtes Erbe an. Er löst Jon Moeller ab, der in die Rolle des Executive Chairman wechselt. Jejurikars Strategie setzt auf eine Kombination aus Kostendisziplin und digitaler Offensive. Um die Margen zu schützen, hat das Unternehmen bereits eine umfassende Umstrukturierung angekündigt, bei der bis zu 7.000 Stellen außerhalb der Produktion gestrichen werden sollen.

Gleichzeitig soll die direkte Kundenansprache (Direct-to-Consumer) gestärkt werden. Experten werten Jejurikars Erfahrung im Bereich der Lieferketten und seine guten Beziehungen zum Einzelhandel als wichtige Assets, um diese Neuausrichtung voranzutreiben.

Analysten bleiben vorsichtig

Trotz der operativen Hürden werfen die Analysten das Handtuch nicht. Die Mehrheit der Experten hält an einer positiven Einschätzung fest („Moderate Buy“), wenngleich die Kursziele zuletzt korrigiert wurden. So senkte Barclays das Ziel auf 151 USD, während Deutsche Bank und BNP Paribas Exane trotz reduzierter Ziele weiterhin Potenzial sehen. Die Bewertung der Aktie liegt derzeit bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 21.

Blick auf die Quartalszahlen

Für Anleger wird der 22. Januar 2026 zum entscheidenden Datum. Dann präsentiert P&G die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal – der erste Bericht unter der neuen Führung. Hier wird sich zeigen, ob es dem Konzern gelingt, den Marktanteilsverlust zu stoppen und trotz der schwierigen Rahmenbedingungen die prognostizierte operative Marge zu halten.

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