Rückzug aus China, Abkehr von der Elektrostrategie, ein neuer CEO mit ambitioniertem Reformplan — Porsche AG steckt mitten in einer der größten Neuausrichtungen der Unternehmensgeschichte. Die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres machen den Transformationsdruck deutlich sichtbar.

Wenn China wegbricht

Lange war China der wichtigste Wachstumsmotor für Porsche. Diese Zeit ist vorbei. 2025 brachen die Auslieferungen dort um 26 Prozent auf 42.000 Einheiten ein — kein kurzfristiger Ausrutscher, sondern Ausdruck eines strukturellen Nachfragerückgangs im Luxussegment. Die Antwort des Unternehmens ist radikal: Das Händlernetz in China soll bis Ende 2026 auf nur noch 80 Standorte halbiert werden.

Das Kalkül dahinter folgt dem Prinzip „Value over Volume". Weniger Präsenz, dafür höhere Preisdisziplin — in einem Markt, in dem der Preiskampf rund um Elektrofahrzeuge die Margen zunehmend unter Druck setzt. Ob diese Strategie aufgeht, bleibt offen. Das Luxussegment in China zeigt bislang keine Erholungstendenzen.

Verbrenner als Brücke, Marge als Ziel

CEO Michael Leiters, seit Januar im Amt, stellte auf der Jahrespressekonferenz in Stuttgart die Eckpfeiler seiner „Strategy 2035" vor: flachere Hierarchien, schlankere Strukturen, Fokus auf höhermargige Fahrzeugsegmente. Dazu gehört eine bemerkenswerte Kurskorrektur beim Antrieb: Ein geplantes SUV im oberen Preissegment soll nun als Hybrid statt als reines Elektromodell kommen. Auch die 718-Modelle, ursprünglich konsequent elektrisch geplant, könnten wieder mit Verbrennungsmotoren angeboten werden.

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Die finanziellen Narben des Strategiewechsels sind tief. Außerordentliche Belastungen von rund 3,9 Milliarden Euro — darunter die Aufgabe einer neuen Elektrofahrzeugplattform (2,4 Milliarden Euro), Wertminderungen auf Batterie-Aktivitäten (700 Millionen Euro) und US-Zollkosten (700 Millionen Euro) — ließen den operativen Gewinn von 5,64 Milliarden Euro auf nur noch 0,41 Milliarden Euro einbrechen. Die operative Marge der Automobilsparte fiel von 14,5 auf 0,3 Prozent.

Für 2026 peilt der Vorstand einen Umsatz zwischen 35 und 36 Milliarden Euro an, bei einer operativen Marge von 5,5 bis 7,5 Prozent — weitere Einmalbelastungen im hohen dreistelligen Millionenbereich bereits einkalkuliert.

Q1-Zahlen als erster Belastungstest

Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Tief und hat seit Jahresbeginn rund 21 Prozent verloren. Der RSI von 23 signalisiert eine technisch überverkaufte Situation — fundamental bleibt das Bild jedoch trüb.

Analysehaus Kepler Cheuvreux deutet an, dass Porsche den Tiefpunkt seines Ertragszyklus möglicherweise bereits hinter sich hat. Bernstein-Analyst Stephen Reitman sieht die entscheidende Frage darin, ob Leiters einen glaubwürdigen Weg zurück in den zweistelligen Margenbereich skizzieren kann. Die erste konkrete Antwort darauf liefern die Q1-Zahlen am 29. April 2026 — und die Analystenkonferenz, die Leiters erstmals als CEO bestreitet.

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