Plug Power steht vor einer entscheidenden Phase. Auf der einen Seite meldet das Unternehmen einen Meilenstein bei einem großen Wasserstoffprojekt in Europa, auf der anderen Seite drücken Verluste, Kapitalbedarf und eine heikle Aktionärsabstimmung auf die Stimmung. Wie passt das zusammen – Fortschritte im Geschäft, aber weiter angespannte Finanzen?

Großprojekt in Portugal als strategisches Signal

In Portugal hat Plug Power die Installation von 100 MW PEM GenEco™-Elektrolyseuren in der Galp-Raffinerie im Hafen Sines abgeschlossen. Das Projekt zählt zu den größten Vorhaben für erneuerbaren Wasserstoff in Europa und soll in den kommenden Monaten in Betrieb gehen.

Wesentliche Eckpunkte des Sines-Projekts:

  • Leistung: 100 MW verteilt auf zehn Elektrolyseur-Arrays
  • Geplante Jahresproduktion: bis zu 15.000 Tonnen erneuerbarer Wasserstoff
  • Emissionseinsparung: rund 110.000 Tonnen Treibhausgase pro Jahr (Scope 1 und 2)
  • Ersatz von „grauem“ Wasserstoff: etwa 20 % des bisherigen Bedarfs der Raffinerie

Für Plug Power ist die Anlage Teil einer breiteren Europa-Strategie mit mehrgigawattstarken Projekten in Spanien, Großbritannien und weiteren Märkten. Laut Unternehmen stützt sich diese Pipeline auf ein globales Chancenvolumen von rund 2 Milliarden US‑Dollar. Operativ unterstreicht Sines damit, dass Plug bei industriellen Großprojekten tatsächlich liefern kann – ein Punkt, der angesichts der bilanziellen Schwächen nicht unwichtig ist.

Walmart-Vereinbarung reduziert Verwässerungsrisiko

Auf der Kapitalmarktseite kam in dieser Woche eine Entlastung: Plug Power und Walmart haben eine langjährige Vereinbarung neu strukturiert. Der US-Einzelhandelsriese verzichtet auf eine Aktienwarrant aus dem Jahr 2017, der ihm das Recht zum Erwerb von mehr als 55 Millionen Plug-Power-Aktien eingeräumt hatte.

Konkret wurden folgende Rechte gestrichen:

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  • Verfall von 34 Millionen bereits unverfallbaren („vested“) Aktienrechten
  • Streichung von weiteren 7 Millionen noch unverfallten („unvested“) Aktienrechten

Im Gegenzug hat Plug Power Walmart eine Technologie-Lizenz eingeräumt. Entscheidend für Aktionäre: Die Streichung von über 42 Millionen potenziellen neuen Aktien nimmt einen spürbaren Verwässerungsüberhang vom Tisch, der bislang als Belastungsfaktor galt. Die Aktie konnte in den letzten 30 Tagen um knapp 19 % zulegen, notiert aber weiter deutlich unter ihrem 52‑Wochen-Hoch.

Heikle Abstimmung über Aktienzahl und Reverse Split

Die nächste Zäsur steht bereits fest: Am 29. Januar 2026 findet eine außerordentliche Hauptversammlung statt. Das Management will die genehmigte Aktienzahl von derzeit 1,5 Milliarden auf 3 Milliarden Stück verdoppeln lassen.

Die Botschaft ist klar formuliert: Scheitert dieser Antrag, plant Plug Power einen Reverse Stock Split, um durch die Zusammenlegung bestehender Aktien wieder genügend „Luft“ im genehmigten Kapital zu schaffen und laufende Verpflichtungen erfüllen zu können. Beides – mehr genehmigte Aktien oder ein Reverse Split – zielt am Ende auf dasselbe Thema: zusätzliche Finanzierungsspielräume.

Um insbesondere Privatanleger direkt anzusprechen, stellte sich CEO Andy Marsh am 22. Januar einem AMA („Ask Me Anything“) auf Reddit, das sich ausschließlich um die anstehende Abstimmung drehte. Marsh wird im März 2026 in die Rolle des Executive Chairperson wechseln, während Jose Luis Crespo den Posten des CEO übernimmt. Die Führungsspitze stellt sich damit neu auf, während über zentrale Kapitalfragen entschieden wird.

Finanzlage bleibt angespannt

Trotz operativer Fortschritte bleibt die Bilanz unter Druck. Die jüngsten Kennzahlen zeichnen ein herausforderndes Bild:

  • Marktkapitalisierung: rund 3,1 Milliarden US‑Dollar
  • Umsatz (TTM): 676,17 Millionen US‑Dollar
  • Nettoverlust (TTM): 2,12 Milliarden US‑Dollar
  • Zahlungsmittelbestand: 165,9 Millionen US‑Dollar
  • Verschuldungsgrad (Debt-to-Equity): 66,16 %

Parallel dazu hat TD Cowen die Aktie am 9. Januar 2026 abgestuft und das Kursziel von 4 auf 2 US‑Dollar gesenkt, bei unverändertem „Hold“-Rating. Operativ verweist Plug Power zwar auf eine installierte Basis von über 72.000 Brennstoffzellensystemen und 275 Tankstellen weltweit sowie Wasserstoffanlagen in Georgia, Tennessee und Louisiana mit zusammen 40 Tonnen Tagesproduktion. Dennoch zeigen Umsatz und Verluste, dass der Weg zu einem nachhaltig tragfähigen Geschäftsmodell noch weit ist.

Fazit: Fortschritte treffen auf Kapitalbedarf

Unterm Strich prallen bei Plug Power zwei Realitäten aufeinander: sichtbare Fortschritte bei Großprojekten wie Sines und der bereinigende Effekt der Walmart-Vereinbarung stehen einer angespannten Finanzlage gegenüber, die weiteres Kapital nahezu erzwingt. Die Abstimmung am 29. Januar über die Verdopplung des genehmigten Aktienkapitals beziehungsweise einen möglichen Reverse Split wird damit zu einem zentralen Termin, der die künftigen Finanzierungsmöglichkeiten und die Struktur der Aktie maßgeblich prägen dürfte.

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