Plug Power Aktie: Mehrere Brandherde
Plug Power steckt mitten in einer heiklen Übergangsphase. Ein Rechtsstreit mit einem ehemaligen Top-Manager, ein deutlich reduziertes Analystenkursziel und eine anstehende Abstimmung über mehr Aktienkapital treffen auf ohnehin schwache Kennzahlen. Für Anleger stellt sich damit vor allem eine Frage: Wie stabil ist das Fundament für die geplante Neuausrichtung?
Rechtsstreit legt Führungsstreit offen
Am 9. Januar 2026 hat Plug Power vor dem Supreme Court of New York in Albany Klage gegen den ehemaligen Präsidenten Sanjay Shrestha eingereicht. Der Vorwurf: Vertragsbruch.
Zu den zentralen Punkten zählen:
- Shrestha soll entgegen vertraglichen Verpflichtungen Mitarbeiter abgeworben haben
- Außerdem soll er mindestens einen Kunden angesprochen haben
- Interne Unterlagen deuten darauf hin, dass der Aufsichtsrat ihn nicht als bereit für den CEO-Posten ansah – obwohl der aktuelle CEO Andy Marsh ihn intern als „die Zukunft von Plug“ bezeichnet haben soll
- Shrestha soll ungeduldig mit dem vorgesehenen Übergangszeitplan geworden sein
Damit steht das offizielle Bild eines geordneten Führungswechsels, wie im Oktober 2025 in einer Pressemitteilung dargestellt, deutlich infrage. Für den Kapitalmarkt ist das heikel, weil interne Spannungen das Vertrauen in Governance und Nachfolgeplanung schwächen können.
TD Cowen wird deutlich vorsichtiger
Parallel zum Rechtsstreit verschärft eine Analystenentscheidung den Druck auf die Aktie. TD Cowen stufte Plug Power am 9. Januar von „Buy“ auf „Hold“ ab und senkte das Kursziel klar von 4 auf 2 US-Dollar.
Begründet wurde dies unter anderem mit:
- Langsamer als erwarteter Nachfrageentwicklung im Elektrolysegeschäft
- Rückläufigen Verkäufen im Bereich Material Handling in den ersten neun Monaten 2025 gegenüber dem Vorjahr
- Fehlender Klarheit, wie und wann der freie Cashflow in den positiven Bereich drehen soll
- Der Aussage des Managements, dass rund 215 Millionen US-Dollar Quartalsumsatz nötig sind, um beim Bruttomarge-Break-even zu liegen
Zusätzlichen Kontext liefert ein Bericht von Wood Mackenzie, der 2026 als „Jahr der Abrechnung“ für den Wasserstoffsektor bezeichnet. In diesem Umfeld wiegt jede Unsicherheit bei Geschäftsmodell, Nachfragepfad und Finanzierung schwerer.
Kritische Abstimmung Ende Januar
Am 29. Januar 2026 kommt es zu einer außerordentlichen Hauptversammlung, die für die weitere Finanzierungsspielräume von Plug Power zentral ist. Das Unternehmen will sich von den Aktionären die Erhöhung der genehmigten Anzahl ausstehender Stammaktien von 1,5 Milliarden auf 3 Milliarden genehmigen lassen.
Auf der Tagesordnung stehen drei Punkte:
- Anpassung der Abstimmungsstandards an moderne Regelungen
- Verdopplung der möglichen Anzahl auszugebender Stammaktien
- Möglichkeit, die Versammlung zu vertagen, falls nicht genug Stimmen zusammenkommen
Brisant: Das Management hat klar formuliert, dass im Falle einer Ablehnung der Aktienausweitung ein Reverse Stock Split umgesetzt werden soll. Die Abstimmung ist damit ein Test, wie viel Rückhalt die Unternehmensführung für ihren Kurs noch hat.
Walmart-Vertrag – Signal, aber kein Befreiungsschlag
Ein positives Signal kam Ende Dezember 2025 von Walmart. Plug Power schloss mit dem Handelsriesen ein 15-jähriges GenKey-Lizenzabkommen. Walmart erhält damit bedingten Zugriff auf in Escrow gehaltene GenKey-Systemunterlagen, um Wartung und Betrieb intern sicherzustellen.
Die Nachricht sorgte kurzfristig für Erleichterung, weil sie die Bedeutung von Plug Power als Technologiepartner unterstreicht. Der Effekt auf die Stimmung hielt allerdings nicht lange an: Analystenherabstufung und Führungsstreit haben den möglichen Rückenwind rasch überlagert.
Kennzahlen zeigen Druck auf Profitabilität
Finanziell bleibt Plug Power deutlich in der Verlustzone. Laut den zuletzt vorliegenden Daten:
- Liegt die Marktkapitalisierung bei rund 3 Milliarden US-Dollar
- Beträgt der Umsatz der letzten zwölf Monate 676 Millionen US-Dollar
- Der Nettomargenwert liegt bei etwa -314 %
- Die Eigenkapitalrendite (ROE) bei rund -95,41 %
Für 2025 peilt das Management rund 700 Millionen US-Dollar Umsatz an. Für 2026 wird etwa zwei Drittel des Jahresumsatzes in der zweiten Jahreshälfte erwartet. Diese „back-end-loaded“-Planung deutet darauf hin, dass die Margenbelastung in der ersten Jahreshälfte 2026 hoch bleiben dürfte, bevor mögliche Skaleneffekte greifen.
Kursseitig spiegelt sich die Unsicherheit wider: Mit 2,28 US-Dollar liegt die Aktie aktuell rund 35 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, hat sich aber im Vergleich zum 52‑Wochen-Tief um mehr als das Dreifache erholt.
CEO-Wechsel im Schatten des Konflikts
An den offiziellen Plänen für den Führungswechsel hält Plug Power fest. Im März 2026 soll Jose Luis Crespo den CEO-Posten übernehmen, Andy Marsh wechselt dann in die Rolle des Executive Chairman.
Die Klage gegen Shrestha wirft jedoch ein anderes Licht auf die bisher kommunizierte „reibungslose“ Nachfolge. Interne Spannungen, ein anspruchsvolles Marktumfeld und der hohe Kapitalbedarf erhöhen die Umsetzungsschwierigkeiten für den neuen CEO deutlich. Passend dazu steht die Analystenkonsens-Einstufung derzeit auf „Hold“ – ein Hinweis darauf, dass der Markt die Übergangsphase als risikoreich, aber noch nicht entschieden ansieht.
Plug Power-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Plug Power-Analyse vom 13. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Plug Power-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Plug Power-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Plug Power: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








