Plug Power Aktie: Konflikte belasten
Inmitten eines heiklen Führungswechsels wird Plug Power nun von einer Vertragsklage gegen den ehemaligen Präsidenten Sanjay Shrestha eingeholt. Interne Spannungen, die im gerichtlichen Verfahren offengelegt werden, stehen im klaren Widerspruch zur bisher kommunizierten „geordneten Übergabe“. Parallel versucht das Management, institutionellen Investoren auf einer Branchenkonferenz eine überzeugende Zukunftsstrategie zu präsentieren.
Klage legt Bruch im Management offen
Die am 9. Januar 2026 beim Supreme Court des Bundesstaates New York in Albany eingereichte Klage zeichnet ein deutlich anderes Bild als die offizielle Nachfolgestory vom Oktober 2025. Während CEO Andy Marsh Shrestha intern offenbar als „die Zukunft von Plug“ sah, soll der Verwaltungsrat Zweifel an dessen Eignung für die Spitzenposition gehabt haben.
Zu den zentralen Vorwürfen gehören:
- Shrestha soll ungeduldig mit dem Zeitplan für die CEO-Nachfolge gewesen sein.
- Mitglieder des Boards beurteilten seine Leistung laut Akten als „ständig unzureichend“ im Hinblick auf gestellte Anforderungen.
- In der entscheidenden Phase der Kostensenkungsinitiative „Project Quantum Leap“ soll er in den Urlaub gefahren sein.
- Zudem wird ihm vorgeworfen, Mitarbeiter und Kunden für sein neues Unternehmen Shrestha Global EPG Advisory angesprochen zu haben.
Finanziell geht es um erhebliche Beträge: 2024 erhielt Shrestha 575.000 US‑Dollar an Umzugskosten und weitere 575.000 US‑Dollar als Verbleibensbonus. Im Zentrum der aktuellen Vertragsstreitigkeiten steht nun eine zusätzliche Trennungsvereinbarung über 500.000 US‑Dollar. Die Auseinandersetzung verschärft den Eindruck eines Führungsteams, das sich mitten im Umbau mit Altlasten beschäftigt.
Aktienkurs stabilisiert sich trotz Turbulenzen
An der Börse fällt die Reaktion auf den Rechtsstreit bislang vergleichsweise nüchtern aus. Die Aktie schloss gestern bei 2,28 US‑Dollar und liegt heute mit 2,29 US‑Dollar leicht darüber. Damit notiert der Titel weiterhin deutlich unter dem 52‑Wochen‑Hoch, aber klar über dem Zwischentief vom Mai – ein Bild, das zu den hohen Schwankungen im Wasserstoffsektor passt.
Analysten gespalten
Auch von Analystenseite kommen gemischte Signale. TD Cowen stufte die Aktie am 9. Januar von „Buy“ auf „Hold“ ab und kappte das Kursziel von 4 auf 2 US‑Dollar. Begründung: ein schwieriges Umfeld für die Wasserstoffbranche insgesamt. Bezug genommen wird dabei auf eine Studie von Wood Mackenzie, die 2026 als „Jahr der Abrechnung“ für den Sektor einordnet – sprich: Projekte und Geschäftsmodelle stehen verstärkt auf dem Prüfstand.
Auf der anderen Seite hält Clear Street an einer Kaufempfehlung mit Kursziel 3 US‑Dollar fest. Positiv hervorgehoben werden das Kostensenkungsprogramm über 200 Millionen US‑Dollar und verbesserte Produktpreise. Für Anleger ergibt sich damit ein widersprüchliches Bild: Der Markt ringt noch darum, ob die Sanierungs- und Effizienzmaßnahmen ausreichen, um das Geschäftsmodell in ruhigere Bahnen zu lenken.
Walmart-Vereinbarung als wichtiger Entlastungsfaktor
Ein klarer Lichtblick kam bereits Ende Dezember aus der Partnerschaft mit Walmart. Der US‑Handelsriese hat im Rahmen einer neuen 15‑jährigen „Release Event License Agreement“ eine umfangreiche Plug-Power-Aktienoption (Warrant) beendet und auf diese verzichtet. Damit verschwindet ein erheblicher Verwässerungsfaktor, der lange als Belastung über der Aktie hing.
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Im Gegenzug erhält Walmart eine eingeschränkte Lizenz zur Nutzung bestimmter GenKey-Systemmaterialien. Plug Power behält die Rechte am geistigen Eigentum und soll über wiederkehrende Lizenzgebühren profitieren. Die Struktur der Vereinbarung nimmt Druck von der Eigenkapitalseite und stabilisiert zugleich eine strategisch wichtige Kundenbeziehung.
Nächste Termine setzen Rahmen
Die kommenden Monate sind mit mehreren entscheidenden Wegmarken dicht gepackt:
- 29. Januar 2026: Außerordentliche Hauptversammlung zur Abstimmung über eine Erhöhung der genehmigten Stammaktien auf 3,0 Milliarden.
- Anfang März 2026: Vorlage der Zahlen für das vierte Quartal 2025 (erwartet um den 2. März).
- März 2026: Offizieller CEO-Wechsel von Andy Marsh zu Jose Luis Crespo.
Schon jetzt treten Crespo und der neue Vice President Investor Relations, Roberto Friedlander, bei der UBS Global Energy & Utilities Winter Conference in Park City (12.–14. Januar) vor institutionelle Investoren auf. Dort müssen sie nicht nur den Führungswechsel erklären, sondern auch darlegen, wie Plug Power Kapitalbeschaffung, Kostensenkungen und Wachstum in Einklang bringen will.
Zahlen zeigen Lücke zur Profitabilität
Operativ bleibt der Druck hoch. Im dritten Quartal 2025 erzielte Plug Power einen Umsatz von 177 Millionen US‑Dollar, ein Plus von lediglich 1,91 % gegenüber dem Vorjahr. Dem stand ein Nettoverlust von 361,9 Millionen US‑Dollar gegenüber – ein deutliches Signal, wie weit der Weg zur Profitabilität noch ist.
Das Management peilt für 2025 Erlöse von 700 Millionen US‑Dollar an und hat sich das Ziel gesetzt, bis Anfang 2029 in die Gewinnzone zu kommen. Ein zentrales Instrument dafür ist „Project Quantum Leap“:
- Reduktion der jährlichen Ausgaben um 150–200 Millionen US‑Dollar
- Nahezu Halbierung des operativen Cashburn
Diese Maßnahmen verbessern zwar die Ausgangslage, lösen aber das Grundproblem noch nicht: Das Geschäftsmodell muss bei deutlich geringerer Kapitalverbrennung skalieren.
Fazit: Entscheidende Phase beginnt
Plug Power steht an einem kritischen Punkt, an dem sich mehrere Belastungsfaktoren überlagern: eine öffentlich ausgetragene Führungs- und Vertragsschlacht, bevorstehende Kapitalmaßnahmen, hohe Verluste und ein anspruchsvolles Marktumfeld für Wasserstoff. Gleichzeitig gibt es strukturelle Fortschritte wie die Walmart-Vereinbarung und spürbare Kostensenkungen. In den kommenden Monaten werden vor allem die Abstimmung über die Aktienausschöpfung, der Verlauf der Q4-Zahlen und der Start von Jose Luis Crespo als CEO zeigen, ob das Unternehmen den eingeschlagenen Kurs in Richtung nachhaltiger Profitabilität halten kann.
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