Plug Power steht vor einem heiklen Spagat: Einerseits meldet das Wasserstoffunternehmen operative Fortschritte, andererseits wächst der finanzielle Druck. Ein herber Analysten-Dämpfer, hoher Verwässerungsdruck und eine verschobene Hauptversammlung bündeln sich zu einem kritischen Test für das Geschäftsmodell. Wie sehr belastet die anstehende Kapitalentscheidung die ohnehin volatile Aktie?

Analysten-Downgrade erhöht den Druck

Am 9. Januar hat TD Cowen seine Einstufung für Plug Power von „Buy“ auf „Hold“ gesenkt und das Kursziel halbiert – von 4,00 auf 2,00 US‑Dollar. Begründet wurde der Schritt mit konkreten Problemen in zwei zentralen Bereichen: der Umsetzung im Elektrolyseur-Geschäft und Schwächen im Segment Material Handling, also Lösungen rund um Gabelstapler und Logistik.

Nach Berechnungen von TD Cowen braucht Plug Power Quartalsumsätze von rund 215 Millionen US‑Dollar, um überhaupt eine positive Bruttomarge zu erreichen. Für ein positives EBITDA wären rund 300 Millionen US‑Dollar je Quartal nötig. Mit einem Q3‑Umsatz 2025 von 177 Millionen US‑Dollar – nur 1,9 % mehr als im Vorjahr – liegt das Unternehmen deutlich unter diesen Schwellen.

Das Downgrade reiht sich in ein verhaltenes Stimmungsbild ein. Der aktuelle Analystenkonsens lautet „Hold“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 2,73 US‑Dollar. Die Empfehlungen sind gespalten: 2‑mal „Strong Buy“, 4‑mal „Buy“, 8‑mal „Hold“ und 6‑mal „Sell“.

Kursseitig spiegelt sich der Druck in einer stark schwankenden, aber zuletzt seitwärts tendierenden Aktie wider. Der Titel liegt mit 2,26 US‑Dollar aktuell rund 35 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, aber deutlich über dem Tief – und notiert dabei spürbar über dem 200‑Tage-Durchschnitt, was die hohe Volatilität der vergangenen Monate unterstreicht.

Hauptversammlung verschoben – Kapitalstruktur im Fokus

Parallel zum Analysten-Druck rückt eine zentrale Aktionärsentscheidung näher. Die außerordentliche Hauptversammlung, ursprünglich für den 15. Januar 2026 angesetzt, wurde auf den 29. Januar verschoben. Plug Power begründet den Schritt damit, den Aktionären mehr Zeit zu geben, über Broker verliehene Aktien zurückzurufen und so eine breitere Beteiligung an der Abstimmung zu ermöglichen.

Im Kern geht es um zwei Beschlussvorlagen:

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  • Vorschlag 1: Anpassung der Abstimmungsstandards an das geltende Gesellschaftsrecht im Bundesstaat Delaware
  • Vorschlag 2: Erhöhung der genehmigten Aktienzahl von 1,5 Milliarden auf 3,0 Milliarden

Vor allem der zweite Punkt ist entscheidend. Plug Power verfügt aktuell über weniger als 0,4 % der genehmigten Aktien, die noch für künftige Kapitalmaßnahmen zur Verfügung stehen. Das Management hat klar formuliert: Scheitert die Erhöhung des genehmigten Kapitals, soll stattdessen ein Reverse Stock Split umgesetzt werden. TD Cowen bewertet dieses Szenario als wahrscheinlich negativ für den Aktienkurs.

Verwässerungspotenzial ist bereits hoch

Die geplante Verdopplung der genehmigten Aktien trifft auf einen Markt, der Verwässerungsthemen ohnehin kritisch sieht. Zwei wesentliche Instrumente lasten bereits auf der Kapitalstruktur:

  • Ausstehende Warrants für rund 185,4 Millionen Aktien
  • 375 Millionen US‑Dollar an 6,75 % Convertible Senior Notes mit Fälligkeit 2033

Beide Komponenten stehen für erhebliches potenzielles Zusatzangebot an Aktien. Eine weitere Ausweitung der genehmigten Stückzahl könnte den Verwässerungsdruck langfristig spürbar erhöhen – insbesondere, falls das Unternehmen auf Kapitalmaßnahmen angewiesen bleibt, um das Wachstum und den laufenden Betrieb zu finanzieren.

Ein kleiner Lichtblick: Am 30. Dezember 2025 beendete Walmart eine 2017 geschlossene Vereinbarung und gab alle seine Warrants zurück. Damit entfallen mehr als 42 Millionen potenzielle Aktien aus dem Verwässerungsszenario. Im Gegenzug erhielt Walmart eine 15‑jährige Lizenzvereinbarung für Plug Powers GenKey‑Technologie. Das reduziert zwar den unmittelbaren Verwässerungsüberhang, ändert aber nichts daran, dass die insgesamt mögliche Aktienbasis bei Annahme der HV-Vorlage deutlich steigen könnte.

Operative Fortschritte vs. finanzielle Realität

Auf operativer Ebene kann Plug Power durchaus Erfolge vorweisen. Die Wasserstoffanlage in Georgia erreichte im August 2025 eine Produktionsrate von 324 Tonnen bei einer Verfügbarkeit von 97 %. Die Projektpipeline im Elektrolyseur-Geschäft übersteigt inzwischen 8 Gigawatt. Zudem wurden kumuliert bereits mehr als 72.000 Brennstoffzellen-Systeme ausgeliefert.

Diese Kennzahlen zeigen, dass das Unternehmen technologisch und kommerziell weiterkommt. Das zentrale Problem: Die operative Dynamik spiegelt sich bislang nicht in der Profitabilität wider. Solange die Umsätze klar unter den von TD Cowen genannten Schwellen für positive Margen bleiben, bleibt der finanzielle Druck hoch.

Gleichzeitig ist der Markt skeptisch. Die Short Interest liegt bei rund 26–30 % des Free Floats, und die annualisierte 30‑Tage-Volatilität von knapp 75 % zeigt, wie stark die Erwartungen auseinandergehen. Viele Marktteilnehmer setzen offenbar auf weitere Schwäche in der Aktie, zumindest kurzfristig.

Ausblick: 29. Januar als Wegmarke

Der 29. Januar 2026 dürfte zum wichtigen Termin für Plug Power: Dann entscheiden die Aktionäre über die Erweiterung des genehmigten Kapitals und damit indirekt über den Spielraum des Managements für künftige Finanzierungs- und Strukturmaßnahmen. Zustimmung bedeutet mehr Flexibilität, aber auch die Aussicht auf zusätzliche Verwässerung; Ablehnung würde mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Reverse Stock Split nach sich ziehen, den TD Cowen eher negativ einschätzt.

Bis dahin intensiviert das Unternehmen seine Kommunikationsoffensive. Am 13. Januar präsentierte sich das Management sowohl auf der Goldman Sachs Energy, CleanTech & Utilities Conference als auch auf der UBS Global Energy & Utilities Winter Conference. Die nächsten Quartalszahlen, die für Anfang 2026 erwartet werden, werden zum Härtetest: Dann zeigt sich, ob die gemeldeten operativen Fortschritte ausreichen, um die von TD Cowen definierten Umsatz- und Margenschwellen zu erreichen und damit den finanziellen Druck etwas zu lösen.

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