Petrobras steckt zwischen zwei Fronten: Die globalen Ölpreise ziehen an, doch Brasiliens staatlicher Energiekonzern hält seine Inlandspreise stabil. Das kostet kurzfristig Marge – hat aber strategische Gründe.

Preislücke wächst, Versorgung wird gesteuert

Der Abstand zwischen Inlands- und Importpreisen ist erheblich. Laut dem brasilianischen Kraftstoffimportverband Abicom liegt der Dieselpreis, den Petrobras im Inland verlangt, rund 85 Prozent unter dem internationalen Importpreis – bei Benzin beträgt die Lücke rund 45 Prozent.

Als Reaktion darauf hat Petrobras die Inlandsverkäufe von Diesel auf vertraglich vereinbarte Mengen begrenzt. Der Schritt soll Versorgungsverzerrungen verhindern – besonders heikel, weil Brasiliens Landwirtschaft gerade in die arbeitsintensive Sojaernte und Maispflanzung geht.

CEO Magda Chambriard machte in einem Bloomberg-Interview klar, warum das Unternehmen noch nicht handelt: Man wolle zunächst prüfen, ob der Ölpreisanstieg nachhaltig ist, bevor Kosten an Verbraucher weitergegeben werden. Politischen Druck, die Preise niedrig zu halten, bestritt sie.

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Starke Jahresergebnisse, Sonderdividende vorerst offen

Den Hintergrund der aktuellen Marktdiskussion bilden die Jahreszahlen 2025. Petrobras steigerte den Nettogewinn auf 110,1 Milliarden Brasilianische Real – nach 36,6 Milliarden im Vorjahr. Der operative Cashflow erreichte 200 Milliarden Real, gestützt durch ein durchschnittliches Ölexportvolumen von 765.000 Barrel pro Tag.

Der Anstieg des Brent-Rohöls über 90 US-Dollar pro Barrel – ausgelöst durch militärische Eskalationen zwischen den USA, Israel und dem Iran – hat Spekulationen über Sonderdividenden befeuert. CFO Fernando Melgarejo äußerte sich gegenüber Journalisten zwar offen für außerordentliche Ausschüttungen, sollte der hohe Ölpreis dauerhaft zusätzlichen Cashflow erzeugen. Zugleich betonte er jedoch, dass er angesichts der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit keine unmittelbare Möglichkeit für eine Sonderdividende in diesem Jahr sehe.

Investitionen in die Tiefsee

Parallel dazu investiert Petrobras 151 Millionen Real in das vierjährige Forschungsprojekt „Libra Rocks". Ziel ist die Entwicklung neuer geologischer Modelle für das Mero-Offshore-Feld im Santos-Becken – Brasiliens drittgrößtem Pre-Salt-Asset nach Búzios und Tupi. Künstliche Intelligenz und hochauflösende Bildgebung sollen digitale Gesteinsmodelle erzeugen und die geologische Datenverarbeitung automatisieren. Das Feld verfügt über eine Produktionskapazität von 770.000 Barrel pro Tag; Petrobras hält einen Anteil von 38,6 Prozent.

Die Aktie notiert mit einem Plus von rund 35 Prozent seit Jahresbeginn nahe ihrem 52-Wochen-Hoch, was die insgesamt positive Stimmung gegenüber dem Titel widerspiegelt. Ob die Preislücke bei Kraftstoffen mittelfristig zur Belastung wird, hängt maßgeblich davon ab, wie stabil das Ölpreisniveau bleibt – und ob Petrobras dann handelt.

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