Petrobras Aktie: Gegenwind
Petrobras bekommt bei der internationalen Expansion unerwartet Gegenwind. In Namibia stellt die Regierung einen angekündigten Offshore-Deal öffentlich infrage. Parallel läuft in Asien ein neues Schiedsverfahren gegen eine Petrobras-Tochter – während es operativ in Brasilien auch positive Vertragsnachrichten gibt.
Namibia stellt Lizenz-Deal infrage
Im Zentrum steht eine Mitteilung von Freitag: TotalEnergies und Petrobras hatten bekanntgegeben, jeweils 42,5% an der Explorationslizenz PEL104 (Block 2613) im Lüderitz-Becken erwerben zu wollen. Verkäufer sind Eight Offshore und Maravilla Oil & Gas.
Am Montag widersprach jedoch das namibische Bergbau- und Energieministerium der Darstellung. Nach Angaben der Behörde fehlte vor der Veröffentlichung die erforderliche ministerielle Zustimmung. Die Regierung sei erst Minuten vor der öffentlichen Bekanntmachung informiert worden. Ein Sprecher stellte klar, dass „keine Transaktion anerkannt oder als gültig betrachtet werden“ könne, solange das formale rechtliche Antragsverfahren nicht abgeschlossen ist.
TotalEnergies räumte zwar ein, dass der Vorgang ohnehin unter Zustimmungsvorbehalt steht. Die öffentliche Rüge aus Windhoek erhöht aber die Unsicherheit rund um den Zeitplan – und damit um den Versuch, sich in der Region nahe der großen Venus- und Mopane-Funde strategisch zu positionieren.
Schiedsverfahren in Asien – und ein Vertrag in Brasilien
Zusätzlich zu den regulatorischen Fragen in Afrika kommt ein neuer Rechtsstreit hinzu: Jurong Shipyard, eine Einheit von Seatrium, leitete am Montag ein Schiedsverfahren gegen Petrobras Netherlands B.V. ein. Hintergrund ist ein älterer Vertrag zur Umrüstung des FPSO-Schiffs P-54. Jurong fordert rund 55,7 Mio. US-Dollar auf Basis einer Vergleichsvereinbarung aus dem Jahr 2008. Petrobras kontert mit einer Gegenforderung und erklärt, die Werft schulde unterm Strich 79,6 Mio. US-Dollar.
Operativ gab es derweil eine kommerzielle Meldung aus Brasilien: Braskem teilte am Montag mit, einen Dampfliefervertrag mit Petrobras für den Petrochemiekomplex Camaçari unterzeichnet zu haben. Der Vertrag hat ein Volumen von rund 161,5 Mio. R$ und läuft vom 1. Februar 2026 bis Ende 2030. Braskem soll dabei 240 Tonnen Dampf pro Tag liefern.
Markt bleibt gelassen
Trotz der Nachrichten blieb die Stimmung am Markt am Montag stabil. Die Petrobras-ADRs (PBR) schlossen bei 15,28 US-Dollar und legten um 1,66% zu. Rückenwind kam vom breiten Energiesektor: Steigende WTI-Ölpreise und ein freundlicher Handelstag in Brasilien stützten, während Anleger die kurzfristigen Vorteile höherer Ölpreise offenbar gegen mögliche Verzögerungen in Namibia abwägen.
Wichtige Fakten im Überblick
- Namibia: Ministerium erkennt den PEL104-Anteilskauf (je 42,5%) ohne vorherige Genehmigung nicht an.
- Schiedsverfahren: Jurong fordert 55,7 Mio. US-Dollar; Petrobras macht eine Gegenforderung über netto 79,6 Mio. US-Dollar geltend.
- Braskem-Vertrag: Dampflieferung in Camaçari, ca. 161,5 Mio. R$, Laufzeit bis 2030.
- Kurs: PBR-ADR am Montag bei 15,28 US-Dollar (+1,66%).
- Sektorumfeld: Ölpreise zogen am Montag wegen geopolitischer Risiken an; BP legt heute Zahlen vor.
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