PayPal Aktie: Fehlender Fortschritt?
PayPal steckt zwischen skeptischen Analysten und neuen Technologiepartnerschaften. Während das Wachstum deutlich an Tempo verloren hat, wirkt die Bewertung auf den ersten Blick günstig. Entscheidend ist nun, ob Kooperationen wie mit Microsoft ausreichen, um den Vertrauensverlust am Markt zu stoppen.
Analysten drehen den Daumen
Die Aktie notiert aktuell im Bereich von 57 bis 58 US‑Dollar und liegt damit rund 30 % unter dem Niveau vor einem Jahr. Mehrere Häuser haben in den vergangenen Tagen ihre Einstufungen und Kursziele zurückgenommen.
Monness Crespi stufte den Titel am 5. Januar von „Buy“ auf „Neutral“ ab. Begründet wurde der Schritt unter anderem mit:
- aus Sicht der Analysten noch nicht ausreichend reduzierten Schätzungen für 2026
- wenig überzeugenden Kommentaren des Managements während des laufenden Quartals
- verzögerten Produkteinführungen
- zunehmender Schwäche bei rund 90 % der US‑Verbraucher, die etwa die Hälfte der gesamten Ausgaben ausmachen
Die Analysten rechnen mit attraktiveren Einstiegsgelegenheiten in der Zukunft und räumten ein, dass sie Gewinne nach der letzten Kursrally hätten mitnehmen sollen. Damals hatte die Aktie vor allem auf vergleichsweise einfache Maßnahmen wie die stärkere Monetarisierung von Venmo positiv reagiert.
Citi kürzt Kursziel deutlich
Ebenfalls am 5. Januar beließ Citigroup die Einstufung zwar auf „Neutral“, senkte das Kursziel aber von 78 auf 60 US‑Dollar. Das entspricht einer Reduktion um 23 %. Im Fokus stehen hier vor allem Zweifel an der kurzfristigen Wachstumsperspektive und der Wettbewerbsposition im Markt für digitale Zahlungen.
Microsoft-Deal als Lichtblick
Zwischen den kritischen Analystenstimmen sorgte eine Kooperation mit Microsoft für positive Akzente. Am 8. Januar kündigte PayPal an, Copilot Checkout zu unterstützen. Nutzer sollen innerhalb der Copilot‑Umgebung Produkte finden, auswählen und bezahlen können, ohne die Anwendung zu verlassen. PayPal liefert dafür Händlerinventar, gebrandeten Checkout, Gast‑Checkout und Kreditkartenzahlungen.
Wichtige Kennzahlen zur Partnerschaft:
- Interaktionen mit Copilot führen zu 53 % mehr Käufen innerhalb von 30 Minuten
- Bei bestehender Kaufabsicht liegt die Conversion‑Rate um 194 % höher
- Der Start erfolgt auf Copilot.com, eine Ausweitung auf Bing, MSN und Edge ist geplant
Zusätzlich kündigte USD.AI im Dezember 2025 an, Kredite an KI‑Unternehmen in PayPals Stablecoin PYUSD zu denominieren. Damit entsteht eine direkte Verbindung zur Finanzierungsinfrastruktur der entstehenden KI‑Ökonomie. Ein einjähriges Anreizprogramm soll auf Einlagen von bis zu 1 Mrd. US‑Dollar eine Rendite von 4,5 % bieten.
Bewertung und Wachstumsbremse
Aus Bewertungssicht wirkt die Aktie derzeit günstig:
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei PayPal?
- KGV: rund 11,6
- Marktkapitalisierung: etwa 54 Mrd. US‑Dollar
- Forward‑KGV: rund 10
- Dividendenrendite: etwa 0,96 %
Trotz dieser Multiplikatoren preist der Markt die Aktie deutlich niedriger ein als in früheren Jahren. Hintergrund ist die klar sichtbare Wachstumsverlangsamung. Die Erlöse waren zwischen 2017 und 2021 noch zweistellig gewachsen, liegen zuletzt aber nur noch bei etwa 7 % Zuwachs pro Quartal. Damit blieb der Aktienkurs trotz umfangreicher Aktienrückkäufe weitgehend auf der Stelle.
15 Milliarden für Rückkäufe – wenig Effekt
PayPal hat in den vergangenen Jahren massiv eigene Aktien zurückgekauft. Laut Quartalsdaten flossen in Rückkäufe:
- rund 4,2 Mrd. US‑Dollar im Jahr 2022
- etwa 5 Mrd. US‑Dollar 2023
- rund 6 Mrd. US‑Dollar 2024
Im Februar 2025 genehmigte der Verwaltungsrat ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über 15 Mrd. US‑Dollar. Trotzdem blieb der Kurs insgesamt schwach. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass der Markt die Strategie von CEO Alex Chriss zur Beschleunigung des Umsatzwachstums bislang kritisch sieht.
Die eingeleiteten Maßnahmen – Kostensenkungen, Neuverhandlungen von Händlerkonditionen, stärkere Fokussierung auf Profitabilität und eine Konzentration der Produktpalette – werden vielfach eher als defensiv denn als offensiv beschrieben. Aus Investorensicht reicht das offenbar nicht aus, um das frühere Wachstumsprofil mit entsprechenden Bewertungsaufschlägen zu rechtfertigen.
Schwaches Chartbild, gespaltene Analysten
Charttechnisch bleibt das Bild angeschlagen. Die Aktie notiert in der Nähe des 52‑Wochen‑Tiefs von 55,85 US‑Dollar und damit deutlich unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 93,25 US‑Dollar. Auf Sicht von zwölf Monaten ergibt sich ein Rückgang von etwa 31 bis 35 %, was einen klaren Abwärtstrend bestätigt.
Die Analystenlandschaft zeigt ein gemischtes Bild. Von 40 Häusern, die den Wert beobachten, vergeben:
- 12 ein „Buy“
- 24 ein „Hold“
- 4 ein „Sell“
Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 77 US‑Dollar und signalisiert rechnerisch Aufwärtspotenzial. Die jüngste Serie von Abstufungen macht jedoch deutlich, dass die Erwartungen an das Unternehmen aktuell nach unten angepasst werden.
Entscheidend werden die Quartalszahlen Anfang Februar sein: Dann zeigt sich, ob die Kooperationen im KI‑Umfeld, die Partnerschaft mit Microsoft und die strategischen Anpassungen im Kerngeschäft erste Spuren in Umsatz und Profitabilität hinterlassen.
PayPal-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue PayPal-Analyse vom 12. Januar liefert die Antwort:
Die neusten PayPal-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für PayPal-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
PayPal: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








