Ein deutlicher Analysten-Schwenk heizt die Diskussion um Palantir Technologies weiter an. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das aktuelle Wachstum das sehr hohe Bewertungsniveau rechtfertigen kann. Vor den nächsten Quartalszahlen prallen optimistische Einschätzungen und skeptische Stimmen spürbar aufeinander.

Citigroup wird deutlich optimistischer

Auslöser der jüngsten Debatte ist eine Hochstufung durch Citigroup-Analyst Tyler Radke vom vergangenen Montag. Er änderte seine Einstufung von „Neutral“ auf „Buy/High-Risk“ und sieht die vorherige Kurskonsolidierung nach einer Korrektur von rund 17 % seit dem Hoch im November 2025 als Einstiegsgelegenheit.

Kern seiner Argumentation ist die Erwartung „signifikanter“ Schätzungsanhebungen im Jahresverlauf 2026. Für das Regierungssegment prognostiziert Radke ein Umsatzwachstum von 51 % gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt er deutlich über dem durchschnittlichen Analystenkonsens.

Treiber dieser optimistischen Sicht sind unter anderem:
- der bereits gemeldete Großauftrag der US Navy im Volumen von 448 Mio. US-Dollar
- steigende, KI-getriebene Ausgaben im Verteidigungsbereich
- sehr starke Pipeline-Daten aus dem dritten Quartal

Im US-Kommerzgeschäft stieg der Wert der verbleibenden Vertragsvolumina im dritten Quartal um 199 % im Jahresvergleich. Aus Sicht der Bullen bestätigt das die Dynamik der Plattform, insbesondere der Artificial Intelligence Platform (AIP).

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Verkäufe durch Institutionen und Management

Dem positiven Citigroup-Szenario stehen auffällige Verkäufe von institutionellen Investoren und Insidern gegenüber. Meldungen zum dritten Quartal zeigen, dass Defender Capital LLC seine Position in Palantir um 19,0 % reduziert hat. Inspire Advisors LLC baute das Engagement sogar um 67,3 % ab.

Auch im Management kam es zuletzt zu nennenswerten Verkäufen. Führungskräfte, darunter CEO Alex Karp, veräußerten in den vergangenen 90 Tagen zusammen rund 1.023.444 Aktien. Laut Berichten vom Montag hat sich das Tempo dieser Insider-Transaktionen jedoch „deutlich verlangsamt“, da sich das Unternehmen der stillen Phase vor den Quartalszahlen nähert.

Hohe Bewertung, starke Kennzahlen

Der Kern des Streits bleibt die Bewertung. Beim Schlusskurs von 171,05 US-Dollar am Freitag liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei über 100 und das KGV in der Nähe von 400 – Niveaus, die skeptische Investoren für nicht nachhaltig halten.

Auf der anderen Seite verweisen Optimisten auf die außergewöhnlich starken Zahlen nach der sogenannten „Rule of 40“, die Wachstum und Profitabilität kombiniert. Im dritten Quartal 2025 erreichte Palantir hier einen Wert von 114 %. Grundlage waren:
- ein Umsatzanstieg um 62,8 % gegenüber dem Vorjahr
- Erlöse von 1,18 Mrd. US-Dollar im Quartal

Diese Kombination aus hohem Wachstum und Profitabilität wird als Hinweis gewertet, dass die KI-Plattform AIP bereits deutlich im Zahlenwerk ankommt.

Ausblick auf die Quartalszahlen

Mit den heute geschlossenen US-Börsen richtet sich der Blick nun auf den anstehenden Bericht zum vierten Quartal 2025. Palantir will die Zahlen nach Börsenschluss am 2. Februar vorlegen. Dann dürfte sich zeigen, ob das Unternehmen die hohen Erwartungen, insbesondere im Regierungssegment, untermauern kann.

Der durchschnittliche Analysten-Kurskonsens liegt derzeit bei rund 192 US-Dollar. Charttechnisch bewegt sich die Aktie in einer Seitwärtsrange zwischen 170 und 195 US-Dollar. Ein Ausbruch aus dieser Spanne im Umfeld der Quartalszahlen könnte die nächste Phase der Bewertung des Titels einleiten.

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