Palantir Aktie: Hoch bewertet
Palantir steht vor einem wichtigen Belastungstest. Am kommenden Montag legt das Unternehmen seine Zahlen für das vierte Quartal vor – und die Erwartungen sind hoch. Einerseits sichern neue Großaufträge das Wachstum im Regierungsbereich ab, andererseits mehren sich Stimmen, die die aktuelle Bewertung für überzogen halten. Genau an dieser Spannung zwischen operativer Stärke und Kursfantasie entzündet sich nun die Diskussion.
Analysten bremsen die Euphorie
Am Dienstag, 27. Januar, hat RBC Capital Markets seine Einstufung für die Palantir-Aktie bestätigt – und bleibt bei „Underperform“. Analyst Rishi Jaluria belässt das Kursziel bei 50 US-Dollar und sieht damit aus aktueller Sicht ein deutliches Rückschlagpotenzial.
Die Begründung: Aus Analystensicht ist die Aktie sehr hoch bewertet, während sich zugleich Hinweise auf eine Abschwächung der fundamentalen Dynamik zeigen. Das Chance-Risiko-Verhältnis wirke daher ungünstig, sofern Palantir nicht ein deutlich besser als erwartetes Quartal mit zugleich angehobener Prognose („beat and raise“) liefert.
Konkret warnt RBC davor, dass der Bewertungsaufschlag („Premium-Multiple“) schwer zu rechtfertigen sein könnte, wenn sich das kurzfristige Wachstum nicht spürbar beschleunigt. Der Markt preist also bereits viel Zukunft ein – jetzt muss das Unternehmen liefern.
Regierungsgeschäft als Stabilitätsanker
Operativ kann Palantir im Behörden- und Verteidigungsbereich weiter zulegen. Am 23. Januar wurde offiziell, dass das britische Verteidigungsministerium (UK Ministry of Defence, MoD) einen neuen Vertrag im Volumen von 240,6 Millionen Pfund vergeben hat.
Dieser Anschlussvertrag („follow-on enterprise agreement“) läuft über drei Jahre ab dem 1. April 2026 und umfasst Lizenzen sowie Support für Datenanalyse-Lösungen. Bemerkenswert: Der Auftrag wurde direkt vergeben, das MoD nutzte eine Verteidigungs- und Sicherheitsausnahme und verzichtete auf ein reguläres Ausschreibungsverfahren. Das unterstreicht, wie fest Palantirs Software inzwischen in kritischen Verteidigungsprozessen verankert ist.
Zusätzlichen Rückenwind bringt eine neue Partnerschaft vom 21. Januar: Sovereign AI (S-AI) hat Palantir und Accenture ausgewählt, um KI-Rechenzentren in der EMEA-Region aufzubauen und zu skalieren. Ziel ist es, sogenannte souveräne KI-Lösungen für öffentliche und private Kunden bereitzustellen. Damit erweitert Palantir seine Infrastrukturpräsenz und positioniert sich stärker als technischer Kernpartner für sicherheitskritische KI-Anwendungen.
Bewertung, Volatilität und die Rolle von AIP
An der Börse ist die Stimmung dagegen deutlich nervöser geworden. Nach einem starken Jahr 2025 liegt die Aktie seit Jahresbeginn im Minus, in den vergangenen 30 Tagen beträgt das Minus rund ein Viertel. Vom 52‑Wochen-Hoch hat sich der Kurs bereits deutlich entfernt, obwohl die Aktie auf Sicht von zwölf Monaten weiterhin klar im Plus liegt.
Im Zentrum der Bewertung steht vor allem die erwartete Dynamik im kommerziellen US-Geschäft. Palantirs Artificial Intelligence Platform (AIP) gilt hier als wichtigster Wachstumstreiber. In den vergangenen Quartalen hat das Unternehmen zahlreiche Pilotprojekte gestartet, häufig in Form intensiver „Bootcamps“, bei denen Kunden die Software in realen Anwendungsfällen testen.
Für die anstehenden Q4-Zahlen wird entscheidend sein, in welchem Umfang diese Pilotphasen in wiederkehrende Umsätze übergehen. Marktbeobachter achten besonders auf das Wachstum der US-Kommerzumsätze – sie sollen zeigen, ob AIP die hohen Bewertungsniveaus tatsächlich untermauern kann.
Wichtige Fakten im Überblick
- Q4-Ergebnisvorlage: Montag, 2. Februar 2026 (nach US-Börsenschluss)
- Neuer Großauftrag: 240,6 Mio. £ vom britischen Verteidigungsministerium (Laufzeit: 3 Jahre ab April 2026)
- Neue Partnerschaft: Zusammenarbeit mit Sovereign AI und Accenture beim Aufbau von KI-Rechenzentren in EMEA
- Analystenaktion: RBC Capital Markets bekräftigt „Underperform“ mit Kursziel 50 US-Dollar (27. Januar)
- Aktueller Fokus: Wachstum im US-Kommerzgeschäft und AIP-Durchdringung
Ausblick auf den Bericht am Montag
Am Montagabend entscheidet sich, welcher Teil der aktuellen Story stärker wiegt: die robusten, langfristig ausgerichteten Regierungsverträge und die neue KI-Infrastruktur-Allianz – oder die Skepsis gegenüber der hohen Bewertung und möglichen Wachstumsdellen. Besonders genau wird der Markt auf die Entwicklung der US-kommerziellen Erlöse, die Kommentierung von AIP sowie jede Form von Ausblick für 2026 schauen. Fällt hier das Wachstum deutlich stärker aus als befürchtet und begleitet Palantir dies mit einer angehobenen Prognose, könnte das einen Teil des Bewertungsdrucks nehmen – bleibt der Schub dagegen hinter den Erwartungen zurück, droht die aktuelle Korrekturphase sich fortzusetzen.
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