Palantir Aktie: Bewertungsstreit
Palantir steht heute im Mittelpunkt einer kontroversen Bewertungsdebatte. Rückenwind kommt aus Berichten über anhaltende Dynamik im Bereich „Defense AI“, Gegenwind von prominenter Skepsis rund um Michael Burry und auffälligen Bewertungsvergleichen mit Nvidia. Im Tagesverlauf notiert die Aktie leicht unter dem Vortagesschluss im Bereich von rund 175 US-Dollar.
Prominente Skepsis und Bewertungsvergleich mit Nvidia
Ein wesentlicher Stimmungsfaktor ist heute die Kombination aus dem Einfluss eines bekannten Short-Sellers und einer strikten Bewertungsbetrachtung. Michael Burry, berühmt geworden durch seine Wette gegen den US-Subprime-Markt, hatte über sein Investmentvehikel bereits Ende vergangenen Jahres umfangreiche Put-Positionen auf Palantir offengelegt und bleibt damit ein zentraler Bezugspunkt für die Bären.
Kritiker greifen Burrys Einschätzung auf und bezeichnen Palantir als „glücklich“ – die Marktkapitalisierung von inzwischen über 423 Milliarden US-Dollar sei eher Ergebnis von Storytelling als von Fundamentaldaten, insbesondere nach Berücksichtigung aktienbasierter Vergütungen. Im Fokus steht die große Lücke zwischen Unternehmenswert und tatsächlicher Profitabilität.
Zusätzlichen Druck erzeugen neue Bewertungsvergleiche mit Nvidia auf Basis der erwarteten Zahlen für das Geschäftsjahr 2026. Kommentatoren sprechen von einer deutlichen „Erwartungslücke“ zwischen beiden KI-Schwergewichten:
- Nvidia: Forward-KGV von etwa 24 auf Basis der Schätzungen für das Geschäftsjahr 2027
- Palantir: Rund 175-faches der erwarteten Gewinne für das Geschäftsjahr 2026
Analysten betonen, Palantir müsse nahezu fehlerfreie operative Ergebnisse liefern, um dieses Bewertungsniveau zu rechtfertigen. Nvidia gelte im Vergleich – trotz seiner dominanten Hardware-Position – als deutlich günstiger.
Parallel dazu fällt umfangreicher Insiderverkauf auf. In den vergangenen 90 Tagen haben Unternehmensinsider rund 1.023.444 Aktien veräußert, im Gegenwert von etwa 167,4 Millionen US-Dollar. Nach einem Kursanstieg von über 135 % innerhalb eines Jahres sind Gewinnmitnahmen zwar nicht ungewöhnlich, das Volumen bleibt aber bemerkenswert.
Defense-Fantasie und institutionelle Stütze
Auf der anderen Seite bleibt das bullische Narrativ intakt. Marktberichte verweisen heute auf eine spürbare „Defense AI“-Stimmung und Spekulationen über weitere Regierungsaufträge, die einen stärkeren Rückgang der Aktie bisher begrenzen. Die wachsende Einbindung in sicherheitsrelevante Software-Infrastrukturen ist ein zentrales Argument vieler langfristig orientierter Investoren.
Auch institutionelle Anleger halten an der Position fest. Jüngste Meldungen zeigen, dass Elite Wealth Management Inc. Palantir weiterhin als siebtgrößte Beteiligung führt (Stand heute). Trotz der hohen Bewertung scheuen einige Vermögensverwalter also einen deutlichen Positionsabbau in einem Unternehmen, das sie als eng mit der westlichen Verteidigungssoftware verknüpft sehen.
Wachstum, „Rule of 40“ und Bubble-Diskussion
Die aktuelle Phase ist geprägt von starken operativen Kennzahlen bei gleichzeitigen Warnsignalen auf der Bewertungsseite. Palantir erzielte 2024 Erlöse von 2,87 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 28,79 % gegenüber dem Vorjahr. Jüngst hat sich das Wachstum beschleunigt: Im dritten Quartal 2025 lag das Umsatzplus bei über 60 %.
Hinzu kommt ein „Rule of 40“-Wert von 114 % (Wachstum plus Marge), ein Kennwert, der typischerweise eine Bewertungsprämie rechtfertigt. Gleichzeitig bewegt sich die Aktie innerhalb einer 52-Wochen-Spanne von 63,40 bis 207,52 US-Dollar derzeit klar im oberen Bereich.
Die Bewertungsmultiplikatoren sind allerdings extrem:
- KGV (trailing) von über 400
- Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von über 100
Damit wird Palantir häufig in einem Atemzug mit möglichen „KI-Blasen“-Kandidaten im Jahr 2026 genannt, etwa auch im Umfeld von Quantum-Computing-Aktien. Die Spanne zwischen dem Analystenkonsens von rund 174,30 US-Dollar und optimistischeren Kurszielen ab 188 US-Dollar zeigt, wie unterschiedlich eingeschätzt wird, wie viel zukünftiges Wachstum bereits eingepreist ist.
Ausblick: Quartalszahlen als nächster Test
Der nächste klar definierte Kurstreiber ist der anstehende Quartalsbericht am 18. Februar 2026. Im Fokus stehen dabei drei zentrale Kennzahlen:
-
AIP-Adoption im Commercial-Bereich:
Ob die Nutzung der AI Platform (AIP) im kommerziellen Umfeld so stark zunimmt, dass das Bewertungsmultiple perspektivisch sinken kann. -
Dynamik bei Regierungsaufträgen:
Ob sich die derzeit spekulierten neuen Defense-Verträge in konkreten Auftragseingängen niederschlagen. -
Margenentwicklung:
Ob die hohen bereinigten operativen Margen gehalten werden können, die die aktuelle Bewertungsprämie stützen.
Charttechnisch testet die Aktie derzeit Unterstützungszonen um 174 US-Dollar. Ein klarer Bruch nach unten könnte die Bewegung in Richtung der mittleren Analystenziele verstärken, während eine Stabilisierung mit positiver Vorkursdynamik den Bereich um 178 US-Dollar und darüber wieder in Reichweite bringen würde.
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