Palantir sorgt derzeit für viel Gesprächsstoff an der Wall Street. Ein neuer, sehr optimistischer Analystenkommentar trifft auf ohnehin schon stark gelaufene Kurse und historisch hohe Bewertungskennzahlen. Im Kern steht die Frage, ob die aktuelle AI-Euphorie durch Fakten untermauert werden kann – oder ob die Aktie ihrem eigenen Erfolg davonläuft.

Neue Kaufempfehlung treibt AI-Fantasie

Den jüngsten Impuls lieferte Truist Securities mit einer neu aufgenommenen Coverage. Die Analysten starten Palantir mit einem „Buy“-Rating und setzen das Kursziel auf 223 US‑Dollar. Ausgehend vom aktuellen Niveau entspricht das einem Aufwärtspotenzial von rund 20 %.

Die Begründung: Palantir entwickle sich vom reinen Datenanalyse-Spezialisten zum zentralen Anbieter von sogenannter „Agentic AI“. Gemeint ist der Schritt von der bloßen Datenverarbeitung hin zu Systemen, die komplexe Arbeitsabläufe eigenständig ausführen. Vor allem in Regierungsbehörden und im kommerziellen Bereich sieht Truist hier einen strukturellen Schub.

Wesentliche Eckpunkte dieser Einschätzung:

  • Kursziel Truist: 223 US‑Dollar
  • Rating: Buy
  • Kernthese: Übergang zu autonomen „Agentic AI“-Plattformen als Wachstumstreiber

Technisch bleibt der Aufwärtstrend intakt. Die Aktie notiert mit 182,22 US‑Dollar klar über ihrem 50‑Tage-Durchschnitt von 159,41 US‑Dollar; der Anstieg über die Marke von 180 US‑Dollar gilt als bestätigter Ausbruch.

Wedbush sieht Weg zur Billionenbewertung

Noch deutlich weiter geht Dan Ives von Wedbush Securities. Der bekannte Tech-Analyst hält in den kommenden 12 bis 24 Monaten einen weiteren Kursanstieg von etwa 140 % für möglich. In seinem Szenario würde Palantir damit perspektivisch in den Club der Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 1 Billion US‑Dollar aufsteigen.

Aktuell bewegt sich der Börsenwert zwischen 428 und 434 Milliarden US‑Dollar. Um die von Ives skizzierte Marke zu erreichen, wäre also eine anhaltende, sehr starke Rallye nötig. Ives vergleicht Palantirs Position mit frühen Wachstumsphasen großer Tech-Konzerne und sieht die „AI-Revolution“ als unverzichtbaren Treiber des Geschäfts.

Damit verstärken sich zwei Botschaften: Einerseits ein klarer Rückenwind von der Analystenseite, andererseits extrem ambitionierte Erwartungen, die in den Kurs eingepreist werden.

Institutionelle Käufe, Insiderverkäufe

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Neben den Kommentaren der Analysten zeigt auch der Blick auf die Kapitalströme ein gemischtes Bild. Der norwegische Investor KLP Kapitalforvaltning AS hat seine Beteiligung jüngst um 5,3 % auf rund 848.800 Aktien aufgestockt. Solche Aufstockungen von institutioneller Seite deuten darauf hin, dass große Adressen Palantir weiterhin als langfristige Wachstumsstory sehen.

Auf der anderen Seite steht spürbare Insideraktivität. Unternehmensnahe Personen haben zuletzt mehr als 1,02 Millionen Aktien verkauft – im Gegenwert von etwa 167 Millionen US‑Dollar. Insiderverkäufe können viele Gründe haben, die nicht zwingend mit der operativen Lage zusammenhängen, doch das Volumen auf diesem Kursniveau fällt auf und wird von Tradern genau registriert.

Bewertung auf Rekordniveau

Besonders kontrovers diskutiert wird die Bewertung. Die Rally der vergangenen Monate hat die Kennzahlen in Bereiche geschoben, die selbst im Tech-Sektor herausragen. Aktuell wird Palantir ungefähr zu folgenden Vielfachen gehandelt:

  • Kurs-Umsatz-Verhältnis: über 100
  • KGV (Trailing): rund 400
  • KGV (Forward): knapp 190

Damit zählt Palantir zu den teuersten Softwarewerten im S&P 500. Kritiker sehen darin ein erhebliches Enttäuschungsrisiko: Schon kleinere Rückschläge bei Margen, Wachstum oder Auftragslage könnten in einem solchen Umfeld zu deutlichen Kursreaktionen führen.

Befürworter halten dagegen, dass klassische Bewertungsmaßstäbe der Dynamik im AI-Bereich nicht gerecht werden. Sie verweisen auf Palantirs „AI Bootcamps“ zur schnellen Einführung von KI-Lösungen bei Kunden und auf die wachsenden Regierungsverträge, die das hohe Bewertungsniveau mittel- bis langfristig rechtfertigen sollen. Der RSI von 78,8 signalisiert allerdings kurzfristig einen überkauften Zustand.

Ausblick: Zwischen Euphorie und Präzisionsdruck

Mit einem Kursplus von 169 % auf Sicht von zwölf Monaten und einem Abstand von knapp 32 % zum 200‑Tage-Durchschnitt spiegelt die Aktie hohe Erwartungen an die AI-Story wider. Charttechnisch rückt die psychologisch wichtige Marke von 200 US‑Dollar in den Fokus, während das Truist-Ziel von 223 US‑Dollar die obere Messlatte markiert.

Entscheidend wird sein, ob Palantir in den kommenden Quartalen seine kommerziellen Umsätze und AI-Plattformprojekte so dynamisch steigern kann, wie es die optimistischen Szenarien unterstellen. Gelingt das, bleibt Spielraum nach oben; verfehlt das Unternehmen die ambitionierten Ziele, dürfte die außergewöhnliche Bewertung schnell auf den Prüfstand geraten.

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