Orsted Aktie: Gegenwind in den USA
Orsted meldet einen wichtigen Fortschritt bei einem Großprojekt in Taiwan, doch an der Börse dominiert ein anderes Thema: der regulatorische Streit um ein nahezu fertiggestelltes Offshore-Windprojekt in den USA. Operative Erfolge in Asien treffen damit auf erhebliche politische und juristische Risiken auf der anderen Seite des Pazifiks.
- Abschluss der Turbineninstallation bei einem 920-MW-Projekt in Taiwan
- Aktie verliert trotz Fortschritt rund 4 %
- US-Projekt „Revolution Wind“ (5 Mrd. US‑Dollar, ~87 % fertig) per Regierungsentscheid gestoppt
- Kurs reagiert stark auf jede juristische Wendung im US-Verfahren
Fortschritt in Taiwan, schwache Kursreaktion
In Taiwan hat Orsted die Installation aller 66 Windturbinen der Offshore-Windparks Greater Changhua 2b und 4 abgeschlossen. Die Anlagen mit einer Gesamtleistung von 920 MW sind ein Kernbaustein der Expansion im asiatisch-pazifischen Raum und gehen nun in die letzte Phase vor der endgültigen Inbetriebnahme über. Der kommerzielle Vollbetrieb wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.
An der Börse sorgte diese Meldung jedoch nicht für Auftrieb. Die Aktie gab am 20. Januar um 4,2 % auf 16,79 Euro nach. Damit signalisiert der Markt, dass derzeit andere Faktoren – vor allem die US-Risiken – deutlich schwerer wiegen als der operative Fortschritt in Asien.
Juristische Hängepartie in den USA
Hauptbelastung für die Orsted-Aktie ist die Situation in den Vereinigten Staaten. Die Trump-Regierung hatte Ende 2025 die Pacht für das Offshore-Projekt Revolution Wind aus Gründen der nationalen Sicherheit ausgesetzt. Dieses Projekt mit einem Volumen von rund 5 Mrd. US‑Dollar war zu diesem Zeitpunkt bereits zu etwa 87 % fertiggestellt und sollte ursprünglich ab Januar 2026 Strom liefern.
Orsted geht juristisch gegen die Suspendierung vor und versucht, per gerichtlicher Verfügung die Wiederaufnahme der Arbeiten zu erreichen. Die Bewertung an der Börse reagiert bislang stark auf jede neue Wendung in diesem Verfahren:
- Die Bekanntgabe der Aussetzung am 22. Dezember 2025 löste einen Kursrückgang von 13 % aus.
- Eine spätere Gerichtsentscheidung, die die Regierung vorübergehend daran hinderte, das Projekt zu stoppen, führte zu einer Erholung um 5 %.
Die Unsicherheit betrifft nicht nur Orsted. Parallel wurde am 22. Dezember 2025 ein 90-tägiger genereller Stopp für regulatorische Entscheidungen verhängt, der fünf große Offshore-Windprojekte umfasst. Neben Revolution Wind und Sunrise Wind von Orsted sind auch Vorhaben von Wettbewerbern wie Equinor und Dominion Energy betroffen. Die Branche steht damit in einem sensiblen Markt im direkten Spannungsfeld zwischen Energiepolitik und Regulierung.
Sektor zwischen Rücken- und Gegenwind
Die Herausforderungen für die Orsted-Aktie kommen in einer Phase, in der der Sektor für erneuerbare Energien selbst im Umbruch ist. Anfang 2026 haben viele Titel aus dem Bereich saubere Energien von einer Rally profitiert, gestützt durch die Erwartung stark steigender Stromnachfrage – insbesondere aus der KI-Industrie.
Gleichzeitig lastet Skepsis auf Teilen des Segments: Einige erneuerbare Energiewerte notieren in der Nähe ihrer Tiefstände, da es Bedenken hinsichtlich der Netzstabilität im Vergleich zu konventionellen Gaskraftwerken gibt. Orsted steht damit an einem Schnittpunkt aus strukturellem Wachstumspotenzial auf der Nachfrageseite und erheblichen politischen sowie regulatorischen Risiken, vor allem in den USA.
Entscheidend für die weitere Kursentwicklung dürften deshalb kurzfristig die gerichtlichen Entscheidungen rund um Revolution Wind und den 90-tägigen US-Regulierungsstopp sein, während der operative Fortschritt in Projekten wie Greater Changhua 2b und 4 vor allem den mittel- bis langfristigen Fundamentaldaten zugutekommt.
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