Oracle Aktie: Schwierige Aussichten
Oracle steckt in der Klemme. Die Aktie notiert bei rund 191 US-Dollar – ein Rückgang von etwa 45 Prozent seit dem Allzeithoch im September 2025. Der Grund: Die aggressive KI-Expansion des Cloud-Konzerns wird zunehmend über Schulden finanziert, und die Kapitalmärkte reagieren nervös.
Anleihegläubiger ziehen vor Gericht
Am 14. Januar 2026 reichten Anleihegläubiger in Manhattan eine Sammelklage gegen Oracle ein. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe verschwiegen, dass es bei der Emission von 18 Milliarden US-Dollar an Anleihen im September 2025 bereits absehen konnte, weiteres Kapital aufnehmen zu müssen.
Angeführt wird die Klage vom Ohio Carpenters' Pension Plan. Die Investoren fühlen sich getäuscht, weil Oracle nur sieben Wochen nach dem Anleiheverkauf weitere 38 Milliarden US-Dollar an Krediten für Rechenzentren in Texas und Wisconsin aufnahm. Die Aussagen, man „könnte" möglicherweise mehr Schulden benötigen, seien irreführend gewesen, so die Kläger.
Oracle, Gründer Larry Ellison, die frühere CEO Safra Catz sowie 16 Emissionsbanken stehen als Beklagte in der Klage. Ende November türmten sich die Verbindlichkeiten des Konzerns auf rund 108 Milliarden US-Dollar.
Kreditmärkte schlagen Alarm
Die Risikoaufschläge für fünfjährige Kreditausfallversicherungen (CDS) auf Oracle-Anleihen haben sich in den vergangenen Monaten verdreifacht – ein Niveau wie zuletzt während der Finanzkrise 2008. Obwohl Oracle formal noch ein Investment-Grade-Rating besitzt, sind die Anleiherenditen in Bereiche abgerutscht, die sonst Ramschpapieren vorbehalten sind.
Der Konzern erhöhte die Investitionsprognose für das Geschäftsjahr 2026 auf etwa 50 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg um 200 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 50 Prozent über den Erwartungen der Wall Street. Das Geld fließt vor allem in den Ausbau der Cloud-Infrastruktur.
Die OpenAI-Wette
Hinter der Schuldenspirale steckt ein einzelner Kunde: OpenAI. Der ChatGPT-Entwickler hat sich verpflichtet, über fünf Jahre 300 Milliarden US-Dollar für Oracle-Dienste auszugeben. Diese Summe entspricht etwa dem Fünffachen der aktuellen Jahresumsätze von OpenAI.
Oracle ist damit faktisch zu einer Wette auf die Zahlungsfähigkeit von OpenAI geworden. Jede Nachricht über Finanzierungsrunden oder Profitabilitätspfade des KI-Unternehmens beeinflusst direkt den Oracle-Kurs. Das Klumpenrisiko ist enorm.
Analysten bleiben gespalten
Trotz des Kursrutsches empfehlen über 70 Prozent der Analysten die Aktie weiterhin zum Kauf. Goldman Sachs startete am 12. Januar 2026 die Coverage mit „Buy" und einem Kursziel von 240 US-Dollar – Begründung: Das Potenzial der KI-Adoption und die wachsende Rechenzentrumsinfrastruktur.
UBS senkte das Kursziel von 325 auf 280 US-Dollar, hält aber an „Buy" fest. Die Finanzierungsrisiken seien bereits eingepreist. Jefferies bleibt bei 400 US-Dollar als Ziel.
Kritiker vergleichen die aktuelle KI-Ausgabenwelle mit der Dotcom-Blase von 2000. Sollte die KI-Euphorie abflauen, gehört Oracle mit seiner schuldenfinanzierten Infrastruktur zu den verwundbarsten Titeln im Sektor. Der bisherige Kursverlust von 45 Prozent spiegelt diese Sorgen wider.
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