OMV Petrom holt sich einen ungewöhnlichen Partner ins Boot: Bulgarien beteiligt sich erstmals seit langem direkt an Offshore-Explorationen im Schwarzen Meer – statt nur Konzessionsgebühren zu kassieren. Während die OMV-Tochter ihr größtes Bohrprojekt vorantreibt, drücken Wertberichtigungen von 700 Millionen Euro das Konzernergebnis.

Die wichtigsten Fakten:
- Bulgarian Energy Holding übernimmt 10% am Han Asparuh Block
- OMV Petrom bleibt Operator mit 45%, NewMed Energy hält weitere 45%
- Bohrschiff Noble Globetrotter I bereits seit Dezember 2025 im Einsatz
- Erste Bohrung in 2.000 Metern Wassertiefe, Budget: 170 Millionen Euro

Bulgarien zahlt mit

Die staatliche Bulgarian Energy Holding (BEH) beteiligt sich mit 10% am Han Asparuh Explorationsblock im bulgarischen Schwarzen Meer. Das gab OMV Petrom am 21. Januar bekannt. Bemerkenswert: BEH trägt seinen proportionalen Anteil an den laufenden Bohrkosten – eine direkte finanzielle Beteiligung statt passivem Gebühreneinzug.

OMV Petrom behält als Operator 45% der Anteile, der israelische Partner NewMed Energy weitere 45%. Das Explorationsgebiet erstreckt sich über 13.712 Quadratkilometer südlich des rumänischen Neptun Deep Blocks, rund 200 Kilometer östlich von Varna.

Die erste Explorationsbohrung „Vinekh-1" läuft seit Dezember 2025. Halliburton liefert integrierte Bohrdienstleistungen, SLB übernimmt die Bohrlochprüfungen. Insgesamt sind zwei Explorationsbohrlöcher geplant.

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700 Millionen Euro Abschreibungen

Weniger erfreulich für Anleger: OMV meldete am 15. Januar nicht-zahlungswirksame Wertberichtigungen von 700 Millionen Euro für das vierte Quartal 2025. Davon entfallen 400 Millionen Euro auf geringere Fördermengen in Rumänien, Tunesien und Neuseeland. Weitere 300 Millionen Euro belasten im Zusammenhang mit verlängerten Produktionslizenzen in Rumänien.

Hintergrund: Die rumänische Regierung hatte im Dezember die Genehmigungen für OMV Petrom verlängert – allerdings verbunden mit einer Erhöhung der Onshore-Royalty-Steuern um rund 40%.

Zusätzlich setzen fallende Energiepreise dem Konzern zu. Der realisierte Rohölpreis fiel im vierten Quartal auf 62,40 US-Dollar pro Barrel, der durchschnittliche Erdgaspreis sank um 3,2% gegenüber dem Vorquartal. Die vollständigen Quartalszahlen legt OMV am 4. Februar vor.

Wasserstoff und Polyolefin-Fusion

Positiv hingegen: OMV sicherte sich Anfang Januar eine staatliche Förderung von 123 Millionen Euro für das grüne Wasserstoffwerk in Bruck an der Leitha. Die 140-Megawatt-Anlage soll Ende 2027 in Betrieb gehen und bis zu 23.000 Tonnen grünen Wasserstoff jährlich produzieren.

Das Joint Venture mit dem Abu Dhabi-Konzern Masdar (OMV 51%, Masdar 49%) steht kurz vor dem Abschluss. Parallel läuft die Fusion von Borealis und Borouge zur neuen Borouge Group International – inklusive der Übernahme von Nova Chemicals für 13,4 Milliarden US-Dollar. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden.

Die OMV Aktie handelt bei 48,98 Euro und liegt damit knapp 11% unter dem im Dezember erreichten Jahreshoch von 55 Euro.

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