OHB Aktie: Rekordauftragsbuch, nächster Test naht
Das größte Bundeswehr-Satellitenprogramm aller Zeiten, ein frischer ESA-Auftrag und ein Auftragsbestand auf Rekordniveau — OHB SE häuft gerade Katalysatoren auf. Am 19. März legt der Bremer Raumfahrtkonzern seinen geprüften Jahresabschluss 2025 vor. Dann zeigt sich, ob das operative Momentum auch in der Bilanz angekommen ist.
SATCOMBw: Milliardenchance mit Unsicherheitsfaktor
Im Zentrum des Interesses steht das Konsortium, das Bloomberg zufolge Airbus Defence and Space, Rheinmetall und OHB für das Programm „SATCOMBw Stufe 4" erwägen. Das Auftragsvolumen wird auf bis zu 10 Milliarden Euro geschätzt — geplant ist eine Konstellation von 100 bis 200 Satelliten im niedrigen Erdorbit für die Kommunikation der Bundeswehr. OHB würde darin das Engineering und die Satellitenfertigung übernehmen; Rheinmetall die militärische Systemintegration.
Dass der Konzern diese Chance ernst nimmt, zeigt ein Schritt aus dem vergangenen Herbst: Im Oktober 2025 übernahm OHB ein Werk im sächsischen Schöneck, um die nötige Serienfertigungskapazität aufzubauen. In einer Ad-hoc-Mitteilung vom 26. Januar bestätigte das Unternehmen laufende Gespräche mit Rheinmetall und verwies explizit auf SATCOMBw.
Der Wettbewerb bleibt allerdings scharf. Airbus, als Betreiber der bestehenden SATCOMBw-Stufen 2 und 3, führt ebenfalls Gespräche mit dem Bundesverteidigungsministerium. Zusätzlich würde die angekündigte Fusion der Raumfahrtsparten von Airbus, Thales und Leonardo einen gewichtigen europäischen Konkurrenten entstehen lassen.
Zivile Projekte als zweites Standbein
Parallel zum Verteidigungsgeschäft sicherte sich OHB einen bedeutenden zivilen Auftrag. Am 10. Februar unterzeichnete die ESA einen Vertrag mit OHB Italia für die RAMSES-Mission — eine Begleitmission zum Asteroiden Apophis, der 2029 in seltener Erdnähe vorbeizieht. Das Gesamtauftragsvolumen beläuft sich inklusive eines Vorbereitungsvertrags aus 2024 auf rund 150 Millionen Euro, der neue Fertigungs- und Testvertrag allein auf 81,2 Millionen Euro.
Rückenwind kommt zudem von Ariane 6: Die Trägerrakete absolvierte am 12. Februar ihre erste kommerzielle Mission und setzte 32 Amazon-Satelliten aus. OHBs Tochter MT Aerospace, seit Ende 2025 vollständig in den Konzern integriert, hält einen Workshare-Anteil von 10 Prozent am Gesamtprogrammwert — die Erlöse fließen nun komplett in die Konzernbilanz.
Ambitionierte Ziele, starkes Fundament
Die Zahlen der ersten neun Monate 2025 unterstreichen den Wachstumskurs: Die Gesamtleistung stieg um 21 Prozent auf 863,5 Millionen Euro, der Auftragseingang kletterte um 24 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro, der feste Auftragsbestand wuchs um 47 Prozent auf über 3,1 Milliarden Euro.
Auf dem Capital Market Day 2026 hob OHB seine Mittelfristziele an. Für 2026 peilt der Konzern eine Gesamtleistung von 1,4 Milliarden Euro an, für 2027 sind es 1,7 Milliarden Euro und für 2028 über 2,0 Milliarden Euro. Die EBITDA-Marge soll dabei von 11 Prozent (2026) auf über 12 Prozent (2028) steigen. Als Rückenwind nennt OHB das ESA-Budget von 22,3 Milliarden Euro für den Zeitraum 2026–2028 — ein Anstieg von 32 Prozent gegenüber dem vorherigen Finanzierungszyklus.
Ob das starke Auftragswachstum bereits in profitable Cashflows und eine solide Liquiditätslage übersetzt wurde, beantwortet der Jahresabschluss am 19. März. Angesichts der erheblichen Investitionen für Schöneck und die bevorstehende Projektpipeline ist die Bilanzqualität der entscheidende Gradmesser dafür, wie viel Wachstum OHB aus eigener Kraft stemmen kann.
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