Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB steht vor einer wegweisenden Woche. Am 19. März legt das Unternehmen seinen testierten Jahresabschluss für 2025 vor — und die Märkte warten gespannt darauf, ob die operativen Zahlen mit den hochgesteckten Wachstumszielen Schritt halten.

Gleichzeitig heizt ein Spiegel-Bericht die Stimmung an: Demnach planen OHB, Airbus Defence and Space und Rheinmetall ein gemeinsames Konsortium für das Bundeswehr-Megaprojekt SATCOMBw Stufe 4. Mit einem veranschlagten Volumen von mindestens 10 Milliarden Euro wäre es das größte Satellitenprojekt in der Geschichte der Bundeswehr.

Ein Netzwerk nach Starlink-Vorbild

Das Verteidigungsministerium will im Rahmen von SATCOMBw 4 ein Netzwerk aus mehreren Hundert Kommunikationssatelliten im Low Earth Orbit aufbauen — angelehnt an Elon Musks Starlink-Konzept, aber unter vollständig nationaler Kontrolle. Bis 2029 soll eine erste Anfangsbefähigung stehen.

Die Rollenverteilung im geplanten Konsortium ist laut übereinstimmenden Berichten klar: Rheinmetall übernimmt die militärische Systemintegration, OHB verantwortet Engineering und Satellitenfertigung. Dass OHB bereits im Oktober 2025 ein Werk im sächsischen Schöneck erworben hat, unterstreicht, wie ernst der Konzern die Sache nimmt — denn angesichts des engen Zeitplans müssen die Partner voraussichtlich schon vor Vertragsschluss in Produktionskapazitäten investieren.

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Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Airbus betreibt bereits die bestehenden SATCOMBw-Stufen 2 und 3 — und die angekündigte Fusion der Raumfahrtsparten von Airbus, Thales und Leonardo könnte einen starken europäischen Konkurrenten formen. Das Beschaffungsamt BAAINBw kommentiert die Ausschreibung aus sicherheitsrechtlichen Gründen nicht.

Rekordauftragsbestand als Fundament

Unabhängig vom SATCOMBw-Ausgang hat OHB operativ zuletzt deutlich Fahrt aufgenommen. Der Auftragseingang stieg 2025 um 24 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro, der Auftragsbestand wuchs sogar um 47 Prozent auf über 3,1 Milliarden Euro.

Auf dem Capital Market Day im Januar 2026 hob das Management seine mittelfristigen Ziele spürbar an: Für 2026 sind 1,4 Milliarden Euro Gesamtleistung bei einer EBITDA-Marge von 11 Prozent geplant, für 2027 bereits 1,7 Milliarden Euro, und ab 2028 peilt OHB die Zwei-Milliarden-Marke an. Rückenwind kommt dabei von steigenden ESA- und EU-Budgets sowie einem wachsenden Verteidigungsmarkt. Zusätzlich flossen seit Ende 2025 durch die vollständige Übernahme der MT Aerospace die Erlöse aus der Ariane-6-Komponentenfertigung vollständig in die Konzernbilanz. Im Februar sicherte sich OHBs italienische Tochter zudem einen ESA-Vertrag über 81,2 Millionen Euro für die RAMSES-Asteroidenmission.

Was der 19. März zeigen muss

Der Jahresabschluss am 19. März wird konkret belegen, ob der rekordhohe Auftragsbestand bereits in verbesserte Margen übersetzt und wie solide die Liquiditätsbasis für kommende Großprojekte aufgestellt ist. Für 2025 hatte das Management eine Gesamtleistung von 1,2 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge von 9 Prozent in Aussicht gestellt. Erfüllt OHB diese Erwartungen, wäre das ein belastbares Fundament — gerade mit Blick auf die milliardenschweren Investitionen, die SATCOMBw 4 noch vor einer Vertragsentscheidung erfordern könnte.

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