25 Jahre nach dem Börsengang steht OHB SE vor dem möglicherweise größten Auftrag der Unternehmensgeschichte. Das Bremer Raumfahrtunternehmen soll Teil eines Konsortiums mit Airbus Defence and Space und Rheinmetall werden — für ein Starlink-ähnliches Satellitennetz der Bundeswehr mit einem geschätzten Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro.

Das Projekt SATCOMBw Stufe 4 zielt auf eine souveräne Satellitenkommunikation unabhängig von US-Systemen ab. Geplant ist eine Konstellation von 100 bis 200 Satelliten im niedrigen Erdorbit. OHB würde dabei die Satellitenfertigung übernehmen, Rheinmetall die militärische Systemintegration. In Vorbereitung auf eine mögliche Serienfertigung erwarb OHB bereits im Oktober 2025 ein Werk in Schöneck, Sachsen. Der Wettbewerb bleibt allerdings intensiv: Airbus hat eigene Gespräche mit dem Verteidigungsministerium bestätigt, und eine mögliche Fusion der Raumfahrtsparten von Airbus, Thales und Leonardo könnte den Druck erhöhen.

Starkes Wachstum, offene Cashflow-Frage

Die operative Entwicklung liefert dem Konsortium-Szenario eine solide Grundlage. Der Auftragseingang stieg 2025 um 24 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro, der Auftragsbestand wuchs um 47 Prozent auf über 3,1 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2025 peilt das Management eine Gesamtleistung von 1,2 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge von 9 Prozent an — nach einem Umsatzplus von 21 Prozent in den ersten neun Monaten.

Ob dieses Wachstum bereits in robuste Cashflows umgewandelt wurde, ist die entscheidende Frage für die Bilanzpressekonferenz am 19. März. Angesichts erheblicher Vorabinvestitionen für die geplante Satellitenserienfertigung richtet der Kapitalmarkt sein Augenmerk besonders auf die Liquiditätsentwicklung.

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Mittelfristige Ziele und neue Projekte

Beim Capital Market Day im Januar 2026 hob OHB seine Wachstumsziele an. Die Roadmap sieht folgende Meilensteine vor:

  • 2026: Gesamtleistung 1,4 Mrd. Euro, EBITDA-Marge 11 %
  • 2027: Gesamtleistung 1,7 Mrd. Euro, EBITDA-Marge 12 %
  • Ab 2028: Gesamtleistung über 2 Mrd. Euro

Treiber sind steigende Budgets der ESA, der EU und nationaler Kunden — mit wachsendem Gewicht des Verteidigungsmarkts. Zusätzliche Impulse kommen aus dem ESA-Vertrag für die Asteroiden-Mission RAMSES (81,2 Mio. Euro, Gesamtvolumen rund 150 Mio. Euro) sowie dem Ariane-6-Geschäft der Tochter MT Aerospace. Amazon hat 18 Starts bei Arianespace fest gebucht — den größten kommerziellen Vertrag in der Geschichte des Trägerraketenbetreibers.

Die Jahresergebnisse am 19. März liefern den ersten belastbaren Zahlencheck für die ambitionierten Ziele. Die Entscheidung über SATCOMBw Stufe 4 dürfte sich noch über mehrere Monate ziehen — sie wäre bei Zuschlag ein struktureller Sprung für das Unternehmen, kein bloßer Auftrag.

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