OHB Aktie: Neue Wachstumsachse
OHB schärft gerade gleich an zwei Fronten sein Profil: In der Verteidigung läuft eine mögliche Allianz mit Rheinmetall für das milliardenschwere Bundeswehr-Projekt SATCOMBw Stufe 4 an. Gleichzeitig bringt der Ariane-6-Hochlauf operativen Rückenwind. Der nächste Prüfstein kommt schon bald: Am 19. März legt OHB den testierten Jahresabschluss 2025 vor – und damit die Basis, ob die Marge mit dem Wachstum Schritt hält.
SATCOMBw Stufe 4: Rheinmetall als Türöffner?
Im Zentrum steht SATCOMBw Stufe 4, eines der größten Bundeswehr-Projekte: ein Satellitennetzwerk mit geschätzten Kosten von bis zu 10 Milliarden Euro. Geplant sind 100 bis 200 Satelliten im niedrigen Erdorbit, die die Bundeswehr weltweit vernetzen sollen – mit dem Ziel, bis 2029 eine souveräne Satellitenkommunikation unabhängig von US-Systemen bereitzustellen.
OHB verhandelt dazu mit Rheinmetall über eine Kooperation. Die Rollen wären klar verteilt: Rheinmetall als Systemhaus für die militärische Integration, OHB für Satellitenfertigung und Engineering. OHB spricht von einer Zusammenarbeit „für die Beteiligung an möglichen Vergabeverfahren der öffentlichen Hand“. Dass die Gespräche laufen, hatten zuvor Financial Times und Handelsblatt unter Berufung auf informierte Personen berichtet.
Der Wettbewerb bleibt offen. Airbus Defense and Space gilt als naheliegender Rivale, weil Airbus bereits die Vorgängerprojekte SATCOMBw Stufe 2 und 3 betreibt.
Kapazitäten und Rückenwind: Ariane 6 hilft im Tagesgeschäft
Parallel zur Verteidigungsperspektive kommt Unterstützung aus dem Trägergeschäft. Am 12. Februar absolvierte die Ariane 6 ihren ersten kommerziellen Flug und brachte 32 Satelliten für Amazons Breitbandkonstellation in den Orbit. Für OHB ist das direkt relevant: Die Tochter MT Aerospace fertigt Tanks und Strukturkomponenten für Ariane 6 und hält einen Arbeitsanteil von zehn Prozent am Programm.
Seit Oktober 2025 gehört MT Aerospace vollständig zu OHB. Damit fließen die Erträge aus dem Produktionshochlauf komplett in die Konzernbilanz. Zudem startet mit dem Februar-Flug die Abarbeitung eines Großauftrags: Amazon hat insgesamt 18 Starts fest gebucht.
Angehobene Ziele und der nächste Termin
Auf dem Capital Market Day stellte OHB einen Ausblick für 2026 sowie die beiden Folgejahre vor und hob den bisherigen Wachstumsausblick für 2026 und 2027 an. Erwartet wird eine kontinuierliche Steigerung der Gesamtleistung sowie der EBITDA- und EBIT-Marge, getragen von steigenden Budgets der ESA, der EU und nationaler Kunden – mit wachsender Bedeutung des Verteidigungsmarkts.
Die mittelfristigen Ziele beziffert OHB wie folgt:
- 2026: Gesamtleistung 1,4 Mrd. €, EBITDA-Marge 11 %, EBIT-Marge 8 %
- 2027: Gesamtleistung 1,7 Mrd. €, EBITDA-Marge 12 %, EBIT-Marge 9 %
- 2028: Gesamtleistung > 2,0 Mrd. €, EBITDA-Marge > 12 %, EBIT-Marge > 9 %
Die jüngsten Kennzahlen zeigen ebenfalls Dynamik: Der Auftragseingang stieg 2025 um 24 % auf rund 2,1 Mrd. €, der feste Auftragsbestand um 47 % auf über 3,1 Mrd. €. Für 2025 erwartet das Management eine Gesamtleistung von 1,2 Mrd. € bei einer EBITDA-Marge von 9 %. In den ersten neun Monaten 2025 lag die Gesamtleistung bei 863,5 Mio. € (+21 %), das EBITDA stieg auf 75,5 Mio. € (nach 62,4 Mio. €).
Dazu kommt ein Faktor im Wettbewerbsumfeld: OHB verweist auf die angekündigte Fusion der Raumfahrtsparten von Airbus, Thales und Leonardo, wodurch ein neuer europäischer Großkonkurrent entstehe.
Am 19. März folgt dann die Bilanzpressekonferenz mit dem testierten Konzernabschluss 2025 und einer Ergebnispräsentation – der konkrete Termin, an dem sich zeigen muss, ob die operative Marge die Wachstumsambitionen bereits im Hier und Jetzt stützt.
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