Nvidia Aktie: Geopolitik trifft Lieferkette
Der Konflikt im Nahen Osten hat eine neue Schwachstelle in Nvidias Geschäftsmodell ins Rampenlicht gerückt: die Abhängigkeit von TSMC in Taiwan. Seit Ausbruch der Kampfhandlungen Ende Februar steht die Aktie unter Druck — trotz eines fundamental weiterhin starken Unternehmens.
Warum Taiwan im Fokus steht
Mehr als 90 % von Nvidias Chips, darunter die Blackwell-Prozessoren, werden bei TSMC in Taiwan gefertigt. Das Problem: Iran hat die Straße von Hormus blockiert, über die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft. Die Folge sind deutlich gestiegene Rohölpreise — und damit höhere Kerosinkosten, die Nvidias Luftfracht aus Taiwan direkt verteuern.
Taiwan selbst ist energetisch exponiert. Erdgas deckt 42 % der Stromerzeugung auf der Insel, und Taiwan zählt zu den fünf größten LNG-Importeuren weltweit. Iranische Angriffe auf Gasanlagen in Katar belasten zudem die Heliumversorgung — ein Rohstoff, den TSMC in der Chipproduktion intensiv einsetzt.
Hinzu kommt ein indirekter Effekt: Energiekosten machen bis zu 60 % der Betriebsausgaben von Rechenzentren aus. Steigen die Strompreise, könnten Betreiber ihre GPU-Käufe zurückfahren oder verstärkt auf günstigere Alternativen von AMD oder auf maßgeschneiderte KI-Beschleuniger setzen.
Starke Margen als Puffer
Analysten betonen, dass Nvidia bei all diesen Risiken aus einer Position der Stärke agiert. Im Geschäftsjahr 2026 erzielte das Unternehmen eine bereinigte Bruttomarge von 71,3 % und eine bereinigte Nettomarge von 54,2 %. Zum Vergleich: AMD kommt auf 52,4 % bzw. 19,7 %. Moderate Kostensteigerungen in der Lieferkette dürften bei solchen Margen kaum ins Gewicht fallen. Als Großkunde hat Nvidia zudem Verhandlungsmacht gegenüber Frachtunternehmen.
Das Rechenzentrumsgeschäft, das 91,5 % des Gesamtumsatzes ausmacht, wuchs zuletzt um 75 % auf 62,31 Milliarden Dollar. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen rund 78 Milliarden Dollar Umsatz — ohne Beiträge aus dem China-Geschäft einzukalkulieren.
Diplomatische Signale und der Weg bis Mai
Die Aktie hat seit dem 27. Februar rund 3 % verloren und notiert aktuell bei 146,10 Euro — deutlich unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts. Jede Entspannung im Nahen Osten könnte das Bild schnell verändern. Wolfe-Research-Analyst Chris Senyek sieht US-Mega-Cap-Tech-Titel als die größten Profiteure eines möglichen Deals — Nvidia an vorderster Stelle.
Das nächste konkrete Datum ist der 20. Mai 2026: Dann legt Nvidia seine Quartalszahlen vor. Bis dahin dürfte die Lage am Persischen Golf der entscheidende Stimmungsindikator für die Aktie bleiben.
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