Nvidia erhält vorsichtig grünes Licht aus China – und damit Rückenwind in einem heiklen Markt. Peking erlaubt großen Technologiekonzernen offenbar, Bestellungen für wichtige KI-Chips des US-Konzerns vorzubereiten. Für Anleger stellt sich damit die zentrale Frage: Entschärft sich der China-Risiko-Faktor zumindest teilweise?

China öffnet die Tür einen Spalt

Im Mittelpunkt steht Nvidias Zugang zum chinesischen Markt für Hochleistungs-KI-Hardware. Laut einem Bloomberg-Bericht vom Freitag haben chinesische Behörden großen Tech-Konzernen wie Alibaba, Tencent und ByteDance signalisiert, dass sie mit der Vorbereitung von Bestellungen für Nvidias H200-Chips beginnen können.

Formal endgültig genehmigt ist der Import zwar noch nicht, doch der „in-principle approval“ gilt als wichtiger Zwischenschritt. Er deutet darauf hin, dass Peking kurz vor einer offiziellen Freigabe für diese Komponenten steht. Die H200-Chips sind zwar nicht Nvidias allerneueste Generation, aber für den Aufbau und Betrieb großer KI-Modelle weiterhin hochrelevant.

Damit stellt sich die Lage deutlich anders dar als befürchtet. Zuletzt überwogen Sorgen, China könnte Lieferungen der H200-Chips gezielt ausbremsen. Die nun skizzierte Öffnung würde eines der wichtigsten internationalen Absatzsegmente stabilisieren – genau in einer Phase, in der US-Exportkontrollen die Planung erschweren.

Nvidia reagierte zum Wochenschluss mit einem leichten Kursplus und bewegt sich aktuell nahe seinem 52‑Wochen-Hoch, der Abstand dazu beträgt nur rund eineinhalb Prozent. Im Zwölf-Monats-Vergleich liegt der Titel mit gut 30 Prozent im Plus.

Strategische Bedeutung des China-Schritts

Der mögliche Wiedereintritt in den chinesischen Markt für leistungsfähige KI-Chips kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt. Nvidia ringt seit Monaten mit einem Spannungsfeld aus:

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  • strengen US-Exportbeschränkungen für High-End-Halbleiter nach China
  • hoher Nachfrage chinesischer Tech-Konzerne nach KI-Hardware
  • politischer Unsicherheit, ob und in welchem Umfang Lieferungen überhaupt erlaubt bleiben

Der H200 ist in diesem Gefüge ein Kompromissprodukt: nicht das absolute Spitzenmodell, aber stark genug für viele KI-Anwendungen. Dass Peking diesen Chip offenbar durchwinken will, eröffnet Nvidia eine relevante Umsatzchance, ohne unmittelbar die schärfsten US-Regeln auszulösen. Für Investoren schafft das zumindest ein Stück mehr Klarheit in einem bisher schwer kalkulierbaren Marktbereich.

Gleichzeitig relativiert die Entwicklung Befürchtungen, China könnte Nvidias Produkte dauerhaft aus dem Land drängen und ausschließlich auf heimische Alternativen setzen. Vollständige Entwarnung ist das zwar nicht, aber die Gefahr eines abrupten Marktabbruchs erscheint vorerst geringer.

KI-Boom als langfristiger Treiber

Parallel zur China-Nachricht sorgte CEO Jensen Huang in Davos für zusätzliche Aufmerksamkeit. Auf dem Weltwirtschaftsforum sprach er am 23. Januar von der „größten Infrastruktur-Offensive in der Geschichte der Menschheit“ im Zusammenhang mit KI. Gemeint ist der globale Aufbau von Rechenzentren und Hochleistungsinfrastruktur, der nach seiner Einschätzung Billioneninvestitionen erfordert und zahlreiche Arbeitsplätze schafft.

Für Nvidia ist diese Einordnung mehr als nur ein PR-Spruch. Sie unterstreicht, dass der Konzern seine Rolle nicht als kurzfristigen Profiteur eines Hypes sieht, sondern als Ausrüster eines langfristigen Strukturtrends. Dazu passt auch die Vorstellung der nächsten Chip-Generation „Rubin“, mit der Nvidia seine technologische Führungsposition sichern will.

Analysten teilen diese grundsätzliche Zuversicht: Per 23. Januar stuften 37 befragte Experten die Aktie im Konsens mit „Buy“ ein. Das spiegelt Vertrauen in die Marktstellung und weiteres Wachstum wider – auch vor dem Hintergrund, dass Nvidia trotz geopolitischer Hürden bislang starke Ergebnisse abgeliefert und seine Produktpalette konsequent weiterentwickelt hat.

Blick auf die nächsten Wochen

Entscheidend wird nun, ob die anstehenden Zahlen den hohen Erwartungen standhalten. Nvidia legt am Mittwoch, 25. Februar 2026, nach US-Börsenschluss seine Ergebnisse für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Der Analystenkonsens rechnet mit einem Umsatz von rund 65,47 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn je Aktie von etwa 1,52 US-Dollar im Jahresvergleich deutlich höher.

Im Fokus stehen dabei zwei Punkte: Zum einen, ob die starke Nachfrage nach KI-Hardware tatsächlich ungebrochen ist. Zum anderen, welche konkreten Aussagen das Management zur Geschäftsentwicklung in China macht und ob sich die nun skizzierte Öffnung in belastbare Perspektiven übersetzen lässt. Die Quartalspräsentation dürfte damit zum zentralen Test für die aktuelle Nvidia-Story werden.

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