Novo Nordisk stellt sich für 2026 auf ein spürbar härteres Umfeld ein – und startet gleichzeitig einen der wichtigsten Produktangriffe der jüngeren Unternehmensgeschichte. Während das Management vor einem „schwierigen Jahr“ warnt, setzt der Konzern mit einer neuen Tabletten-Version seines Blockbusters Wegovy ein starkes Signal im Adipositas-Markt. Wie passt dieser Spagat aus Risiko und Wachstumsfantasie zusammen?

Internationaler Druck nimmt zu

Auf der J.P. Morgan Healthcare Conference machte CEO Mike Doustdar klar, dass der internationale Geschäftsbereich 2026 unter Druck geraten dürfte. Hauptgrund ist der Verlust von Markt-Exklusivität für einige Produkte in mehreren Ländern. Wo Patente auslaufen, drängen in der Regel günstigere Wettbewerber in den Markt – Margen und Marktanteile geraten damit unter Druck.

Hinzu kommt zunehmende Konkurrenz insgesamt. Besonders der wachsende Auftritt von Eli Lilly in verschiedenen Regionen gilt als zentrale Herausforderung. Novo Nordisk hatte in vielen Märkten bislang sehr hohe Marktanteile. Doustdar räumte ein, dass es in einer solchen Ausgangslage naheliegt, dass Wettbewerber einen Teil dieser Dominanz angreifen.

Gleichzeitig verändert sich der Adipositas-Markt strukturell. Online-Vertrieb und grenzüberschreitende Verkäufe gewinnen an Bedeutung. Novo Nordisk muss sein Geschäftsmodell an diese Entwicklung anpassen, um nicht an Dynamik zu verlieren.

Orale Wegovy-Tablette als Schlüsselprojekt

Als Antwort auf den verschärften Wettbewerb setzt der Konzern auf eine bedeutende Produkterweiterung: In den USA wurde die erste orale GLP‑1-Pille zur Gewichtsreduktion eingeführt – eine Tabletten-Version des erfolgreichen Medikaments Wegovy. Strategisch geht es darum, die starke Position im lukrativen Adipositas-Segment zu verteidigen und zugleich neue Patientengruppen zu erschließen.

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Die Tablette zielt insbesondere auf Menschen, die Injektionen eher meiden. Damit erweitert sich der potenzielle Markt deutlich. Flankiert wird der Start von einer offensiven Preisstrategie, die klar auf Selbstzahler ausgerichtet ist:

  • Startpreis der täglichen oralen Wegovy-Version: 149 US‑Dollar pro Monat
  • Erhaltungsdosen: 199 bis 299 US‑Dollar pro Monat für Barzahler
  • Deutlich unter dem Listenpreis von rund 1.000 US‑Dollar für die injizierbare Variante, die allerdings ebenfalls rabattiert wird

Das Management rechnet damit, dass orale Abnehm-Präparate bis 2030 ein Drittel oder mehr des gesamten GLP‑1‑Marktes ausmachen könnten – eine optimistischere Einschätzung als bisher. Gelingt dieser Trend, würde die Tabletten-Version zu einem zentralen Wachstumstreiber im Portfolio.

Kursentwicklung: Erholung mit Makel

An der Börse spiegelt sich die Gemengelage aus wachsender Konkurrenz und neuen Chancen in einer lebhaften Kursentwicklung wider. In den vergangenen sieben Tagen legte die Aktie um 5,62 % zu, im 30‑Tage-Vergleich steht ein Plus von 19,78 %. Damit hat sich der Titel spürbar vom 52‑Wochen-Tief bei 39,05 € entfernt und notierte gestern bei 51,24 €.

Trotz dieser Erholung liegt der Kurs weiterhin rund 41 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 87,10 €. Der deutliche Abstand nach oben zeigt, dass die vergangene Schwächephase noch nicht abgearbeitet ist und der Markt die Risiken im internationalen Geschäft weiterhin einpreist.

Ausblick: Balanceakt im Adipositas-Markt

Für 2026 zeichnet sich ein Balanceakt ab: Wegfallende Exklusivitäten und der stärkere Auftritt von Konkurrenten wie Eli Lilly werden insbesondere international auf Wachstum und Profitabilität drücken. Gleichzeitig eröffnet der Start der oralen Wegovy-Tablette neue Erlöspotenziale, vor allem im Selbstzahlermarkt und bei Patienten, die Injektionen bislang gemieden haben.

Ob Novo Nordisk die Belastungen aus Patentausläufen durch das Wachstum im Adipositas-Segment überkompensieren kann, wird sich vor allem an den Umsatz- und Margentrends der kommenden Quartale zeigen. Der Konzern hat mit der oralen GLP‑1-Pille die Grundlage gelegt, um in einem sich wandelnden Markt weiter eine führende Rolle zu spielen – nun muss sich im Jahr 2026 beweisen, wie tragfähig diese Strategie im Wettbewerb mit Eli Lilly und anderen Anbietern tatsächlich ist.

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