Ein weiterer Baustein für das Wachstum: Nordex sichert sich mit Verbund Green Power einen langfristigen Rahmenvertrag über bis zu 700 Megawatt Onshore-Windleistung in Europa. Der Deal stützt nicht nur die Auftragsbasis bis 2030, sondern passt exakt in die jüngst gemeldete Phase hoher Dynamik im Neukundengeschäft. Wie gut zahlt der Vertrag auf die ohnehin starke Entwicklung der Aktie ein?

Mehrjähriger Rahmenvertrag bis 2030

Nordex und Verbund Green Power haben einen mehrjährigen Rahmenvertrag über die Lieferung von Onshore-Windturbinen mit einer Gesamtkapazität von bis zu 700 Megawatt geschlossen. Unterzeichnet wurde die Vereinbarung bereits am 16. Januar im Madrider Büro von Verbund Green Power, sie läuft bis 2030.

Kernpunkte der Vereinbarung:

  • Potenziell bis zu 105 Onshore-Turbinen der neuesten Nordex-Generation
  • Einzelanlagen mit Leistungen von bis zu 7 MW
  • Einsatz in sechs europäischen Märkten: Österreich, Deutschland, Spanien, Italien, Rumänien und Albanien
  • Deckung von rund 50 % der aktuellen Windprojekt-Pipeline von Verbund Green Power (auf Basis der bisherigen Schätzungen)

Die tatsächlichen Abrufe hängen von behördlichen Genehmigungen, kommerziellen Einzelvereinbarungen und weiteren Bedingungen ab. Finanzielle Details legten die Partner nicht offen.

Nordex-CEO José Luis Blanco betonte, dass gemeinsam mit Verbund bis 2030 bis zu 700 MW Windenergie mit der neuesten Onshore-Turbinengeneration bereitgestellt werden sollen. Bereits Ende 2025 hatte Nordex einen ersten Einzelauftrag aus dem Rahmenumfeld erhalten: neun N175/6.X-Turbinen für ein Projekt in Rumänien – den ersten Nordex-Auftrag in diesem Land.

Einordnung in die Wachstumsphase

Der neue Rahmenvertrag fällt in eine Phase, in der Nordex operativ deutlich an Fahrt gewonnen hat. Am 13. Januar meldete das Unternehmen für 2025 einen Rekord-Auftragseingang von 10,2 Gigawatt – ein Zuwachs von 22,5 % im Vergleich zum Vorjahr.

Im vierten Quartal 2025 allein verbuchte Nordex Bestellungen über 3.552 Megawatt. Auffällig: Der durchschnittliche Verkaufspreis blieb mit rund 0,89 Mio. Euro pro Megawatt stabil. Das deutet auf eine robuste Preissetzung in einem sonst oft hart umkämpften Markt hin.

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Für Verbund Green Power ist die Partnerschaft ein zentrales Element der Konzernstrategie „Mission V“. Bis 2030 sollen Photovoltaik und Windkraft rund 25 % der gesamten Stromerzeugung beisteuern. Verbund Green Power verfügt bereits über mehr als 1,2 Gigawatt installierte erneuerbare Kapazität in Europa, der Ausbaupfad ist klar definiert.

Zusätzlich zur Auftragsdynamik meldete Nordex zuletzt einen Marktanteil von 31,5 % bei 2025 neu installierten Onshore-Windkraftanlagen in Deutschland. Damit unterstreicht der Hersteller seine starke Position in einem der wichtigsten europäischen Windmärkte.

Aktie nahe Mehrjahreshoch

An der Börse kommt die Kombination aus Rekordaufträgen, Marktanteilsgewinnen und dem neuen Rahmenvertrag insgesamt positiv an. Die Aktie markierte am 7. Januar ein neues 10-Jahres-Hoch und notiert mit aktuell 32,34 Euro nur rund 3 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 33,32 Euro.

Weitere Kennzahlen unterstreichen den starken Lauf:

  • Kursgewinn auf Sicht von 12 Monaten: rund 162 %
  • Plus seit Jahresbeginn: knapp 7 %
  • Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt: etwa 11 %
  • Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt: rund 42 %

Trotz der hohen Gewinne zeigt der 14-Tage-RSI mit 32 Punkten eher eine abgekühlte als eine überhitzte Situation. Gleichzeitig liegt die annualisierte 30-Tage-Volatilität bei knapp 65 % – Schwankungen gehören bei dem Titel also weiterhin dazu.

Analysten, Termine und Ausblick

Die Nachricht fällt in eine Phase intensiven Austauschs mit dem Kapitalmarkt. Bereits am 13. Januar hatte Nordex die Vorabbekanntmachung zur Veröffentlichung der Finanzberichte nach WpHG veröffentlicht. Der nächste konkrete Termin steht unmittelbar bevor: Am 20. Januar 2026 nimmt das Unternehmen an der German Corporate Conference von Kepler Cheuvreux teil.

Die jüngsten Analysteneinschätzungen zeigen ein gemischtes Bild:

  • Kepler Cheuvreux: Herabstufung auf „Halten“
  • Jefferies: „Buy“ mit Kursziel 38 Euro
  • RBC: „Underperform“, Kursziel auf 26 Euro angehoben

Damit treffen eine deutlich verbesserte operative Basis und ein sehr gut gelaufener Aktienkurs auf vorsichtig unterschiedliche Bewertungen der Experten. Der neue Rahmenvertrag mit Verbund stärkt die Sichtbarkeit im Auftragsbuch bis 2030 und fügt sich nahtlos in den Rekord-Auftragseingang, den hohen Marktanteil in Deutschland und die ambitionierten Ausbaupläne der europäischen Energiewende ein. Entscheidend wird nun, in welchem Tempo Nordex diese Pipeline profitabel in Umsatz und Ergebnis ummünzt.

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