US-Präsident Donald Trump attackiert die Windkraftbranche scharf – doch die Nordex-Aktie zeigt sich davon erstaunlich unbeeindruckt. Das Papier notiert heute nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch und blickt auf ein außergewöhnlich starkes Jahr zurück. Wie passt diese politische Gegenwehr zur operativen Lage des Turbinenherstellers?

Politische Angriffe, stabile Nachfrage

In seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos am 22. Januar 2026 bezeichnete Trump Windenergie als Teil eines „Green New Scam“, des „größten Schwindels der Geschichte“. Er behauptete, Länder mit vielen Windrädern würden Geld verlieren und sprach der Technologie implizit die Wirtschaftlichkeit ab.

Für Nordex ist die Brisanz dieser Aussagen begrenzt. Das Geschäft ist überwiegend in Europa und Kanada verankert, die Abhängigkeit vom US-Markt ist gering. Förderregime und Ausbauziele in den Kernmärkten gelten weiterhin als stabil, was die politische Rhetorik aus den USA abfedert.

Der Markt reagiert entsprechend gelassen: Die Aktie bewegt sich mit 33,24 Euro nahe dem 52-Wochen-Hoch von 33,32 Euro, die Schwankungen der letzten 30 Tage waren trotz einer hohen annualisierten Volatilität von rund 65 % insgesamt moderat.

Wichtige Punkte im Überblick:

  • Starke Fokussierung auf Europa, geringe US-Abhängigkeit
  • Aktie nahe 52-Wochen-Hoch, 12-Monats-Plus von rund 184 %
  • Rekord-Auftragseingang 2025 mit zweistelligem Wachstum
  • RSI bei 32 signalisiert kurzfristig keine überkaufte Extremsituation
  • Wichtige Geschäftszahlen folgen Ende Februar

Rekord-Auftragseingang stärkt Fundament

Das Kernthema hinter der Kursstärke ist die operative Entwicklung. Nordex meldete für 2025 einen Rekord-Auftragseingang von 10,2 Gigawatt – ein Plus von 22,5 % gegenüber 2024. Allein im vierten Quartal kamen 3,6 Gigawatt hinzu, verteilt auf 547 Turbinen in zwölf Ländern.

Wichtig für die Bewertung: Der durchschnittliche Verkaufspreis blieb mit 0,91 Mio. Euro je Megawatt stabil. Das deutet darauf hin, dass der Konzern Wachstum nicht über aggressive Rabatte erkauft, sondern seine Preissetzungskraft in den Kernmärkten halten kann.

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Besonders stark ist die Position in Deutschland: Rund 32 % der Neuinstallationen 2025 entfielen auf Nordex. Hinzu kommt der Rahmenvertrag mit VERBUND Green Power über 700 Megawatt, der am 19. Januar 2026 bekannt gegeben wurde und die Pipeline im europäischen Geschäft zusätzlich stützt.

CEO José Luis Blanco verweist in diesem Zusammenhang auf die Stärke des Produktportfolios und der Kundenbeziehungen. Die Zahlen untermauern diese Aussage: Die Kombination aus wachsendem Auftragsvolumen und stabilen Preisen liefert ein robustes Fundament für die aktuelle Bewertung.

Charttechnik und Analystenbild

Aus technischer Sicht befindet sich die Aktie in einem klaren Aufwärtstrend über alle gängigen Zeithorizonte. Am 7. Januar 2026 markierte der Titel ein neues 10-Jahres-Hoch bei 32,86 Euro. Der aktuelle Kurs liegt mit rund 12 % über dem 50-Tage-Durchschnitt und über 40 % über der 200-Tage-Linie – ein deutlicher Abstand, der den starken Trend, aber auch das bereits hohe Anspruchsniveau widerspiegelt.

Der Relative-Stärke-Index (14 Tage) liegt bei 32 und damit im unteren neutralen Bereich. Nach der starken 12-Monats-Performance von knapp 184 % signalisiert der Indikator kurzfristig eher eine Verschnaufpause als eine klare Überhitzung.

Auf der Analystenseite zeigt sich ein gemischtes Bild:
- Jefferies (14.01.2026): Buy
- Deutsche Bank (08.01.2026): Buy
- RBC Capital Markets (13.01.2026): Underperform

Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 23,98 Euro allerdings deutlich unter dem aktuellen Kurs. Das deutet darauf hin, dass ein Teil des Marktes die jüngste Rally kritisch sieht und eine gewisse Diskrepanz zwischen Kurs und konservativer Modellbewertung besteht.

Ausblick: Zahlen Ende Februar im Fokus

Für die nächsten Wochen rücken konkrete Termine in den Vordergrund. Am 25. Februar 2026 veröffentlicht Nordex den Jahresfinanzbericht 2025, gefolgt vom Analysten-Meeting am 26. Februar. Dort wird sich zeigen, wie sich der Rekord-Auftragseingang in Umsatz, Marge und Ausblick übersetzt.

Mit der Hauptversammlung am 5. Mai 2026 steht zudem ein weiterer Fixpunkt an, an dem das Management seine Strategie und Prioritäten für das laufende Jahr präzisieren kann. Entscheidend wird sein, ob Nordex die starke Bestelllage und die robuste Position in Europa nutzen kann, um die Dynamik aus 2025 in konkrete Ergebnisverbesserungen zu überführen.

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