Nokia liefert besser ab als gedacht – und trotzdem bleibt die Stimmung angespannt. Denn die Zahlen treffen auf einen Markt, der AI-nahe Techwerte zuletzt eher verkauft als gefeiert. Parallel stellt sich der Konzern organisatorisch neu auf und bereitet einen Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats vor.

Zahlen besser als erwartet – aber das Umfeld bremst

Im vierten Quartal 2025 steigerte Nokia den Umsatz auf 6,13 Mrd. Euro. Das entsprach einem Plus von 2% gegenüber dem Vorjahr (3% währungsbereinigt) und lag über den Analystenerwartungen. Beim Ergebnis je Aktie meldete Nokia 0,16 Euro (vergleichbar); ausgewiesen waren es 0,10 Euro.

Auf Jahressicht kam der Konzern 2025 auf 19,89 Mrd. Euro Umsatz nach 19,22 Mrd. Euro im Vorjahr. Zudem weist Nokia für 2025 einen freien Cashflow von 1,47 Mrd. Euro aus – ein wichtiger Punkt, weil Cashflow in einem investitionsintensiven Umfeld oft mehr zählt als reine Buchgewinne.

Dass die Aktie dennoch unter Druck geriet, lag laut Berichtskontext vor allem am Gesamtmarkt: Der Rücksetzer fiel in eine breitere Verkaufswelle bei AI-bezogenen Techwerten, ausgelöst durch neue Zweifel an der kurzfristigen Rendite großer AI-Investitionen nach einem Microsoft-Update.

Wo das Wachstum herkommt

Innerhalb des Konzerns stach vor allem der Bereich Network Infrastructure als Wachstumstreiber hervor. Im Quartal setzte die Sparte 2,4 Mrd. Euro um. Dahinter standen laut Nokia vor allem:

  • IP Networks: +3% währungsbereinigt, getragen von Stärke in Nordamerika sowie Nahost und Afrika
  • Optical Networks: +17% währungsbereinigt
  • Fixed Networks: insgesamt stabil, Zuwächse in Nordamerika und Indien glichen Schwäche in Lateinamerika aus

Die Sparte Mobile Networks kam auf 2,5 Mrd. Euro Umsatz. Das war zwar -2% auf berichteter Basis, aber +6% währungsbereinigt – ein Hinweis darauf, wie stark Währungseffekte die optische Entwicklung verzerren können.

Neue Struktur, neue Führung – und ein konkreter Ausblick

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Seit dem 1. Januar 2026 läuft der Umbau, der auf dem Capital Markets Day im November angekündigt wurde. Nokia führt das Geschäft nun in zwei Hauptsegmenten:

  • Network Infrastructure (als Wachstumssäule rund um Rechenzentren und AI-getriebenen Kapazitätsbedarf)
  • Mobile Infrastructure (gebündelt mit Core, Radio und dem Bereich Technology Standards, mit Fokus auf AI-native Netze und 6G)

Nicht-strategische Einheiten bündelt Nokia zusätzlich in Portfolio Businesses.

Auch im Verwaltungsrat stehen Weichenstellungen an: Aufsichtsratschefin Sari Baldauf will zurücktreten, Timo Ihamuotila soll auf der Hauptversammlung am 9. April 2026 nachrücken. Als neues Board-Mitglied ist Meredith Whittaker (Signal Technology Foundation) vorgeschlagen.

Für 2026 nennt Nokia eine Zielspanne für den vergleichbaren operativen Gewinn von 2,0 bis 2,5 Mrd. Euro. Zudem erwartet das Unternehmen im Segment Network Infrastructure ein Umsatzwachstum von 6 bis 8% – im Einklang mit den langfristigen Zielen.

Auch bei der Ausschüttung gibt es Klarheit: Für die aktuelle Dividendenrate sind 3. Februar 2026 (Record Date) und 12. Februar 2026 (Zahltag) genannt; zudem soll für 2026 die Möglichkeit geschaffen werden, insgesamt bis zu 0,14 Euro je Aktie in vier Tranchen auszuschütten.

Nach dem starken Tagesplus am Freitag schloss die Aktie bei 5,43 Euro. Der RSI von 19,3 unterstreicht, dass der Titel zuletzt stark überverkauft wirkte – was allerdings nicht automatisch eine schnelle Trendwende bedeutet, wenn das Marktumfeld riskant bleibt.

Der nächste harte Fakten-Check kommt bald: In der Woche ab dem 2. März 2026 will Nokia den Jahresbericht „Nokia in 2025“ veröffentlichen, die Q1-Zahlen folgen am 23. April 2026. Entscheidend wird dann, ob das avisierte Wachstum in der Network-Infrastructure-Sparte im Tagesgeschäft sichtbar wird – und ob der Umbau schon messbar zur Profitabilität beiträgt.

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