Nike Aktie: Zahlen gut, Ausblick schlecht
Ein Quartalsbericht, der auf dem Papier solide aussieht — und trotzdem einen Kursrutsch auslöst. Nike übertraf im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz die Erwartungen der Analysten. Was die Anleger erschreckte, war der Blick nach vorn: ein Umsatzrückgang statt des erhofften Wachstums, ein einbrechender China-Markt und Zölle, die die Margen belasten.
Der Ausblick trifft den Nerv
CFO Matt Friend prognostizierte für das laufende vierte Quartal einen Umsatzrückgang von zwei bis vier Prozent — die Wall Street hatte ein Plus von knapp zwei Prozent erwartet. Für das gesamte Kalenderjahr rechnet Nike mit einem leichten Umsatzrückgang. Besonders alarmierend: Das Geschäft in Greater China soll im vierten Quartal um rund 20 Prozent einbrechen, da Nike Lagerbestände bereinigt und das Sell-in reduziert.
Die Bruttomarge fiel auf 40,2 Prozent — ein Rückgang um 130 Basispunkte, von dem allein 300 Basispunkte auf gestiegene Zölle in Nordamerika entfallen. Der Nettogewinn brach um 35 Prozent auf 520 Millionen Dollar ein. Friend warnte zudem, dass die Prognose unter Vorbehalt steht: Geopolitische Spannungen, steigende Ölpreise und Unsicherheiten im Nahen Osten könnten sowohl die Inputkosten als auch das Konsumverhalten beeinflussen.
Gemischtes Bild im Kerngeschäft
Nordamerika lieferte einen Lichtblick: Der Umsatz wuchs um drei Prozent, getrieben von einem Wholesale-Anstieg von elf Prozent. Das Direktgeschäft (Nike Direct) in der Region gab hingegen fünf Prozent nach. Die Schwestermarke Converse enttäuschte besonders stark — der Umsatz brach um 35 Prozent auf 264 Millionen Dollar ein. Positiv stach das Laufsegment heraus, das im Quartal um mehr als 20 Prozent zulegte.
Nike buchte zudem einen Restrukturierungsaufwand von 230 Millionen Dollar für Abfindungen in den Bereichen Supply Chain, Technologie und Converse. Die Kostensenkungen sollen ab dem Geschäftsjahr 2027 die Profitabilität spürbar verbessern.
Analysten kappen Kursziele
Die Reaktion der Analysten fiel eindeutig aus:
- Goldman Sachs stufte die Aktie von Buy auf Neutral herab, Kursziel 52 Dollar — mit Verweis auf den unsicheren Erholungszeitplan
- Piper Sandler senkte das Kursziel auf 60 Dollar (Overweight), begründet mit der schwachen Q4-Umsatzprognose
- Baird reduzierte auf 70 Dollar (Outperform), da die eigene EPS-Schätzung für 2027 deutlich unter dem Konsens liegt
- UBS passte das Kursziel auf 54 Dollar an (Neutral), angesichts der eingetrübten Gewinnaussichten
CEO Elliott Hill zeigte sich intern frustriert: In einer Mitarbeiterversammlung sagte er, er sei es müde, immer wieder über die Sanierung des Unternehmens zu sprechen.
Investor Day als nächster Prüfstein
Das laufende „Win Now"-Programm soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Ab dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet Nike eine positive Margenentwicklung. Im Herbst plant das Unternehmen einen Investor Day — den ersten am Hauptsitz seit 2017 — um die China-Strategie und neue Produktinnovationen vorzustellen. Bis dahin steht die Aktie, die heute auf ein neues 52-Wochen-Tief gefallen ist, unter erheblichem Druck.
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